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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 215

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 215 (sequence 79)
Language
German
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Dr. Bruno Weil, Der Prozeß des Hauptmanns Dreyfuß. 7.—9. AufL 280 S., 6 Bilder. M. 6.40. Verlag Dr. Walter Rotschild, Berlin- Grunewald. Wenn ein Buch innerhalb kurzer Zeit die 9. Aufk erreicht, so ist es ein Zeichen, daß es aktuellstem Interesse begegnet. Dieses Interesse wird gegenwärtig durch die Lichtspielbühnen, welche die Dreyfußaffäre bringen, erregt. Der Gluthauch jener aufgeregten Tage berührt uns wieder. Auch heute entzünden sich die Gemüter an dem heroischen Kampf ums Recht. Das Buch Weils geht weiter. Es entrollt die deutsche Vorkriegsdiplomatie, welche im Film überhaupt nicht zu Worte kommt. Der Fall Dreyfuß ist eine Menschheitsklage geworden. Uns alle geht er am. Denn uns alle kann dasselbe Schicksal treffen. Jeden in anderer Form. Wir sind noch weit von Gerechtigkeit. Der Fall Habmann ist noch frisch in unserem Gedächtnisse. ' J. L. Ein Menschenalter ist nach dem Dreyfußprozeß vergangen, aber das Interesse an diesem ehemaligen „Falle Maurizius" ist noch immer lebendig. Spannend verfolgt man die Ereignisse auf der Leinwand, die nur die prägnanten Bilder bringen kann. Wer sich tiefer in die Tragödie des unglücklichen Dreyfuß versenken will,, der muß das Buch Bruno Weils lesen, das nun in 9. Auflage vorliegt? Er wird erschüttert sein. Der ewige Kampf zwischen Gerechtigkeit und Reaktion rollt nach einem ewigen Gesetze an uns vorbei: Rechtsirrtum und Rechtsverbrechen und dazwischen das Objekt, der zermalmte Mensch. Simon Dubnow, Geschichte des Chassidismus. In 2 Bänden. 1. Band. Aus dem Hebr. von Dr. A. Steinberg. Jüdischer Verlag, Berlin. Nach der Vollendung der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" gibt nun Dubnow seine lang erwartete „Geschichte des Chassidismus" vorläufig im ersten Bande heraus. Das Buch stellt den Versuch dar, „die chassidische Bewegung als ein geschlossenes Glied in die lange Kette der jüdischen Geschichte einzufügen, die sozialen und geistigen Voraussetzungen dieser Bewegung herauszuarbeiten und festzustellen, welche Folgen sie für unsere allgemein menschliche und nationale Kultur gehabt hat". Überflüssig zu sagen, daß die Darstellung Dubnows an Gründlichkeit und Liebe zur Materie seinen übrigen historischen Werken in 215

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