Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 214 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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en Mendelssoihn-Ausgabe, der dank Rawidowicz' Forschungen auf den bekanntem Briefwechsel zwischen Mendelssohn und Lavater vielfach neues Licht wirft. Der Referent beleuchtet aber die Beziehungen der beiden Mämner nicht nur geschichtlich, sondern erörtert systematisch die eigentümlichen Bedingungen der Auseinandersetzung des Judentums mit dem Christentum und seinen Missionsbestrebungen; er zeigt insbesondere, daß es den Vertretern des Christentums bei ihren Herausforderungen zu Disputationen nicht auf die objektive Herausstellung der Wahnheit ankam, sondern auf eine Unterstützung ihrer Missionsbestrebungen, und daß sie es vielfach nicht verschmäht haben, das Übergewicht, das die günstige äußere Lage des Christentums ihnen gab, zur Behinderung der jüdischen Apologeten auszunutzen; er beweist insbesondere, wie stark auch Mendelssohn in seiner Antwort durch die notwendige Rücksicht auf die äußere Lage des Judentums gehemmt war. Max Grunwald bringt im gleichen Heft wichtige Beiträge zur Geschichte des jüdischen Handwerks, die jedenfalls zeigen, daß die Vorliebe der Juden für den Handel nicht so einseitig, war, wie es vielfach •hingestellt wird, daß sich vielmehr die jüdischen Handwerker trotz des Widerstandes der Zünfte vielfach durchzusetzen gewußt haben. Das stark vernachlässigte Feld der systematischen jüdischen Theologie des 19. Jahrhunderts bearbeitet Hans Andorn in einer Darstellung der Offenbarungslehre bei Steinheim; indem er dessen Ansichten denjenigen anderer jüdischer und nichtjüdischer Theologen kritisch gegenüberstellt, liefert er zugleich für die Geschichte des Offenbarungsbegriffs einen wichtigen Beitrag. Eine Arbeit J. Bergmanns über Gebet und Zauberspruch weist auf die Eigenart mancher jüdischer Gebete und deren Nachwirkungen im Christentum hin. Unter den zahlreichen Besprechungen ist die musikalische Rundschau des Hamburger Oberkantors Kornitzer besonders beachtenswert. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wisseinschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10.— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. 214