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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 181

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 181 (sequence 45)
Language
German
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Grundherren von ihrem regen Handelssinn eine bessere Verwertung der Erträgnisse ihrer durch die Kriegsverhältnisse so lange brach gelegenen und nun wieder zu bebauenden Felder erhofften und ihnen Gründe und Baumaterialien zu Häusern und Tempeln fast geschenkt überließen. Auch der tolerante Sinn der Bevölkerung, in deren Mitte viele Bekenner der evangelischen und anabaptischen Religion (Habaner) lebten, stellte der Niederlassung von Juden kein Hindernis entgegen. Der bekannte älteste dokumentarische Nachweis von Juden in Holitsch ist im Neutraer Komitatsarchiv zu finden, wo eine im Jahre 1678 durchgeführte und der in diesem Jahre in Waagneustadtl abgehaltenen Komitatskongregation vorgelegte Konskription erhalten ist, die auch einen jüdischen Holitscher Mauteinnehmer ohne Namensnennung anführt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten die wenigen Holitscher und Sassiner Juden von ihrer Grundherrschaft, der gräflich Czoborischen Familie viel Ungemach zu ertragen.1) Im Jahre 1736 wohnten in Holitsch laut der in diesem Jahre durchgeführten Judenzählung schon 41 jüdische Familien mit einer Zahl von 180 Seelen, die zumeist auf den Gründen der Graf Czoborischen Herrschaft wohnten. In diesem Jahre kam die Holitscher Grundherrschaft durch Ankauf in den Besitz des deutschen Kaisers Franz von Lothringen, später in den der österreichischen Herrscherfamilie, unter deren Verwaltung das Städtchen durch eingeführte moderne und radikale Viehzucht, sowie durch die errichtete Porzellanfabrik wohl einen merklichen Aufschwung nahm, doch keinen bedeutenden Zuwachs an jüdischer Bevölkerung gewann, obwohl in den naheliegenden Ortschaften, wo sich Juden angesiedelt hatten, zufolge des am 16. Oktober 1726 durch Kaiser Karl IV. für Mähren erlassenen harten Familiantengesetzes viele heiratsfähige vermögende mährische Juden sich dort niederließen. War ja die Gesinnung Maria Theresias, des Hauptes der Holitsch besitzenden kaiserlichen Familie, gegen Juden durch ihre grausame Ausweisung der Prager Juden (1741) genügend bekannt. — Immerhin hatte Holitsch 1746 doch schon 50 jüdische Familien in seiner Mitte und im Jahre 1754 wohnten dort schon 62 Judenfamilien. In dieser Zählliste wird auch schon ein Rabbiner, namens ') Magy. Zs. Szemle (Ung. Jüd. Revue) Jhrg. 1904, S. 101. 181

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