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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 180

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 180 (sequence 44)
Language
German
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Holitsch1). Von Bernhard Mandl, Budapest. Wie fast alle größeren jüdischen Gemeinden in der Slowakei, kann auch die Holitscher jüdische Gemeinschaft ihre Enstehung zü einer institutionellen Körperschaft in die ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts zurückführen. Niederlassungen von einzelnen Juden in den an Mähren und Niederösterreich angrenzenden Gebieten Ungarns 'kamen zwar, wie alte Dokumente beweisen, wohl auch schon in früheren Zeiten vor. So wohnten Juden schon um 1500 herum in Werbau, Freistadtl, Neutra, Tyrnau, Bösing u. a. O. (S. Kohn Samuel, A. szidök törtenete Magyarorszägon I. u. Monumenta Hungariae Historica I.) In Tyrnau und Bösing bildeten sie sogar Gemeinden; allein teils grund- und ruchlose Verleumdungen, teils kriegerische Ereignisse, deren Schauplatz im 16. und 17. Jahrhundert das nordwestliche Ungarn war, veranlaßten dort unsere damaligen Vorfahren, daß sie zum großen Teile von dort in benachbarte ruhigere Gegenden zogen. Erst nach endgültiger Niederwerfung des Räköczischen Aufstandes, Ms in diesem Gebiete dauernde Ruhe eingetreten war und der Handel zwischen Ungarn und Mähren wieder aufzuleben begann, siedelten sich abermals Juden in größerer Anzahl, in an wichtigeren Handelsstraßen liegenden Ortschaften an. Ein solch günstiger Ansiedlungsort war auch Holitsch, wo sich die aus Mähren über Göding in Ungarn einmündende Hauptstraße in drei gute Verkehrswege abzweigte. Hier, sowie in den naheliegenden Ortschaften Sassin, Szenitz, Szobotiszt, Miava und Neustadl, konnten sich die aus Mähren und Oesterreich kommenden Juden um so leichter eine neue Heimat gründen, als die adeligen 3) Die hier abgedruckte kleine historische Studie, deren Daten ich vor Jahrzehnten aus amtlichen Archiven schöpfte, erschien vor 25 Jahren in der ungarischen wissenschaftlichen Zeitschrift Magyar Zsidö Szemle 1906. S. 105—109, doch ist diese deutsche Bearbeitung durch neuere Daten ergänzt und erweitert. B. M. 180

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