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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 172

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 172 (sequence 36)
Language
German
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Hierauf wurden die nötigen Schritte getan, um die öffentliche Schule in der Israelitengemeinde zu errichten; ohne die behördliche Bewilligung erst abzuwarten, wurde eine solche sogleich eingerichtet und der nachmalige berühmte jüdische Historiker Phil. Dr. Heinrich Grätz als Oberlehrer von der Gemeinde angestellt. Mit Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Auspitz vom 8. April 1851, Z. 4893, wurde die Gemeinde in Kenntnis gesetzt, daß Dr. Heinrich Grätz in Lundenburg die Aufnahme in den österreichischen Staatsverband vom Ministerium des Innern bewilligt wurde. Als sich aber im Schöße der Gemeinde Uneinigkeit zeigte, ob eine zweiklassige Trivialschule oder eine dreiklassige Hauptschule ins Leben gerufen werden sollte, wurde dadurch die behördliche Genehmigung verzögert; in einer Zuschrift der Bezirkshauptmannschaft vom 11. Juni 1851, Z. 7439, die Bewilligung zur Errichtung einer öffentlichen Schule betreffend, wird der Erlaß der mähr. Landessehulbehörde vom 16. Mai 1851, Z. 1358, angeführt, welcher zwar den guten Willen der Gemeinde lobend anerkennt, indem es darin heißt: „Mit Rücksicht auf den bisherigen nicht hinreichenden Unterricht, welchen die israelitischen Kinder an der christlichen Pfarrschule zu Lundenburg genossen haben, es nur gebilligt werden kann, wenn die Lundenburger Judengemeinde für ihre Jugend eine eigene Schule errichten will", jedoch die Bewilligung zur Eröffnung einer öffentlichen Schule von dem Ausfertigen einer ordnungsmäßigen Schulerrichtungs-Urkunde abhängig macht, daher die von der Gemeinde eigenmächtig eröffnete deutsch-hebräische Schule zu schließen sei. Dem behördlichen Auftrage wurde hierauf seitens der Gemeinde entsprochen und die Errichtung einer öffentlichen Schule in Lundenburg bewilligt. Dr. Grätz wirkte hier als Oberlehrer und Leiter der Schule von 1850—1852, worauf er einem Rufe als Dozent an das jüdisch-theologische Seminar in Breslau folgte. Ais Lehrer wirkten zu jener Zeit: Abraham Lederer, nachmals Direktor der Lehrerbildungsanstalt in. Budapest; Wilhelm Frei (als Schriftsteller bekannt). Vom J. 1852—1856 war Karl Saphier als Oberlehrer tätig; in meiner Geschichte der Juden in Lundenburg, S. 327 ist dessen Vorname Eduard irrtümlich angeführt, was hiemit richtiggestellt wird; als Lehrer waren da- 172

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