Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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der 37 fl. 58 Kr. und für einen Schulsessel 25 fl. Erst was übrig blieb, wurde an die Privatgläubiger so verteilt, daß auf jeden Gulden der Schuld 6 Kr. 3 d. gezahlt wurde (10^%). Leider hatte auch Jume Aren nicht genug Geld, um das Haus zu halten, und es wurde demnach schon 1745 abermals versteigert und jetzt für 415 fl. voin der Judengemeinde erstanden. Jetzt erhielt die Waisenkasse bis Ende Dezember 1745 nebst Interessen 141 fl. 30 ikr. 2 d., auf die Morgengaibe von Börl Löbls Weib entfielen noch 118 fl., auf die Gemeindeanlage obige 55 fl., auf 5 Gläubiger Löbl Börls zusammen 20 fl. 29 kr. 4 d., wie früher (einen hatte Jume Aron inzwischen ausgezahlt), und auf Jumes eigene Schulden noch 79 fl. 59 kr. 2 d. Auch Borech Frankfurter entwich 1766 schuldenhalber von Göding, Jakob Benjamin „machte" als herrschaftlicher Bestandlederer „einen Rest" von 339 fl. in die Renten und 58 fl. ins Waisenamt, entwich „in Ungarn" und „wollte sich zur Bezahlung der gemachten Terminein nicht bequemen", dem Collmann Abraham wurde sein Hausanteil 1726 verlizitiert, weil er seine Rent- und Waisenschuld nicht zahlen konnte, Haus Nr. 20 wurde 1736 nach dem Tod des Besitzers Markus Mayer und wieder 1744 versteigert; das erstemal erzielte es 420, das zweitemal, nur 6 Jahre darnach, schon 1150 fl., ein Beweis von dem rasch steigenden Kaufwert der Häuser. Doch mögen da auch die jeweiligen Zeitumstände in Betracht gekommen sein und natürlich der Umstand, ob gerade größere Nachfrage herrschte oder nicht. Der Besitzer eines Stückes von Nr. 21 Samuel Isak flüchtete ebenfalls 1727 wegen vieler Schulden nach Ungarn, weshalb sein Haus im Versteigerungsweg an Markus Löbl kam, der den Gläubigern nach der hierüber „verfaßten ordentlichen Klassifikation" in 20 Jahren 540 fl. ohne Interessen zahien mußte. Er borgte dazu von einem christlichen Bürger von Göding, Mathes Kreysa, 130 fl., hatte aber erst einen Teil davon gezahlt, als sein Haus 1756 niederbrannte. Daher verkaufte er die Brandstelle für 30 fl. an Abraham Börl, für welchen Ankauf die gesamte Schuld als getilgt erklärt und der Schuldschein zurückgestellt wurde. Auf einem anderen Teil desselben Hauses, welches Salomon Löbls Witwe innehatte, lasteten an Schulden: fürs Waisenamt 294 fl. 44 kr., ans Rentamt 44 fl. 34 kr. und an Joachim Israel 127 fl. 15 kr. Da sich trotz Affigierung im Tempel (also wieder ein Fortschritt!) kein 166