Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 163 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2416673-2416674-2416678--0179-3527743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das gleiche Haus 18 hatte 1699 Alexander Josef von seinem Schwager Bernhard Löbl gekauft, indem er dessen Waisenschuld von insg. 185 fl. zur ratenweisen Bezahlung übernommen hatte. Ein :Stüok von Nr. 14 erwarb Hersehl Isak, indem er teils in barem, teils in Getreide 300 fl. zahlte, und eine Waisenschuld von 65 fl. übernahm, von der er jährlich 15 fl. nebst den Interessen zahlen sollte. Den anderen Teil des gleichen Hauses kaufte 1743 der Bader Moses Saloimom für 300 fl., nämlich durch Übernahnre einer Waisenschuld von 139 fl. «mit dem Versprechen, hievon einstweilen alljährlich die Interessen und auch etwas aufs Kapital abzuzahlen; der Rest mußte offenbar sofort erlegt werden. Nr. 7 verkaufte 1699 Löbl Eulenspiegel an Wolf Isak und Isak Präger für 767 fl., davon 317 fl. bar und 150 fl. zu St. Wenzel desselben Jahres; die übrigen 300 fl. blieben pro cautela, bis sich der Verkäufer ein anderes Haus kaufen werde, worauf ihm die Käufer den Betrag sogleich bei Strafe von 20 Reichstalern (an die Renten) auszahlen sollten. Von diesen 300 fl. waren jährlich 15 fl. auf die Waisenschuld und vom jeweiligen Rest 6%' Interessen zu zahlen. Solange die Käufer noch einen Teil des Betrages in Händen hatten, mußten sie dem Verkäufer eine aus Stube und Kammer bestehende Wohnung verschaffen und bezahlen. Für eine zweite Schuld ans Rentamt von 136 fl. hatte er \l/2 Faß Wein im Werte von 36 fl. in den Schloßkeller zu liefern und jährlich außerdem 25 fl. abzutragen, wofür die Käufer gutstanden. Dafür erhielten sie als Pfand Eulenspiegels und seines Weibes Schulsessel und seinen Keller in dem Göding benachbarten Weinbauorte Bojanowitz. Von Isak Prägers Anteil an diesem Haus übergab 1732 seine Witwe Eva ihrem älteren Sohne Löbl Isak die Hälfte unter der Bedingung, er müsse seiner älteren Schwester, wenn sie heirate, 150 fl. in guter gangbarer Münze bar bezahlen und habe, solang die Mutter lebe, mit dem Haus nicht das geringste „zu walten und zu disponieren". Dem Notar Schneider wurde 1699 von den „jüdischen Gerichten" aufgetragen, seinem Bruder Kaiman und seiner Schwester Braune, „wann sie über kurz oder lang sich verheiraten möchten", 50 fl., bezw. 100 fl. bar zu bezahlen. Auch David Ure verpflichtete sich 1699, als ihm Nr. 17 zugeschrieben wurde, nachdem er vorher alle Schulden des Vaters in die herrschaftliche Rentkasse bezahlt hatte, seiner jüngsten Schwester Klara ein Heiratsgut zu geben. 163