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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 161

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 161 (sequence 25)
Language
German
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So hatte der alte Stiasny auf einer öden Stelle das Haus Nr. 11 auferbaut, welches aber bei der großen Feuersbrunst des Jahres 1682 mit der ganzen Judenstadt niederbrannte. Da er die Mittel zu einem Wiederaufbau nicht hatte, gaib er die Brandstätte seinen Söhnen Gerstl und Jakob unter der Bedingung, daß er und nach seinem Tode sein Stiefsohn Calmon Jakub auf Lebenszeit ein Hinterstübchen sollten bewohnen dürfen; der Hof aber solle gemeinsam sein. Die Söhne bauten das Haus wieder auf. Von Nr. 13 gab Juda Schneider seinem Sohn Note ein kleines Stübchen gegen die Brücke hin mit freiem Eingang durch sein Vorhaus, von Nr. 17 verschrieb Jura Jakob mit Bewilligung seines Weibes seinem Sohn David ein Stübchen und eine Kammer. In Nr. 5 besaßen Börl Löfol und Joachim Mändl Fanto einen gemeinsamen Brunnen. In Nr. 10 hatte die Witwe Estera auf Lebenszeit eine Wohnung und ein Gewölbe; das Haus gehörte aber ihrer minderjährigen Enkelin Sari und auch deren Vormund Mayer Politzer, ihr Stiefvater, wohnte darin. Dabei wurde bestimmt, dieser und seine Frau Susanna müßten sich mit der alten Frau vertragen, widrigenfalls dieselbe verlangen könne, daß sie sofort auszögen; nur durfte sie dann .niemand anderen ins Haus nehmen. Bei Nr. 16 finden sich seit 1720 als Besitzer Moses Isak und sein Schwager Fleisch Adam; beide mußten sich miteinander vertragen, sonst sollte ein Fenster des Moses Isak ins Vorhaus gleich kassiert werden. Von Nr. 18 kaufte 1723 Löbl Hersehl seinem bisherigen Mitbesitzer Löbl Abraham den von diesem vorbehaltenen Eingang mit Keller, Backofen, Rauchfang und Herd, um weitere Zänkereien zu vermeiden, für 30 fl. ab, stellte ihm zur Erbauung eines anderen Kellers 5000 Stück gebrannte Ziegel auf Ort und Stelle und räumte ihm dazu einen Platz in seinem Vorhaus ein. Nr. 22, das von „guten Gezeig" und mit Schindeln gedeckt war, kaufte 1694 Löbl Mandl mit Wissen von dessen Sohn Isak Aaronis von Adam Oesterreicher um 600 fl., dieser behielt sich aber den Hof vor, um dort für sich und seinen Sohn ein neues Haus zu errichten. Dabei bedingte sich der Käufer, Oesterreicher „solle ihn nicht turbieren", und versprach dagegen, kein Fenster und keine Tür in den Hof durchzubrechen. Von Nr. 22 hat Markus Abraham 1731 oder 1734 seinem Sohn Moses Markus die Hälfte überlassen, der sie aber, so lange der Vater lebte, nicht „verkaufen, verhandeln oder versetzen" durfte; auch „mußte er sich im allem sittsam und ruhig aufführen". 161

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