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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 146

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 146 (sequence 10)
Language
German
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nen ein, für die Prager Gemeinde die „Perdons-Aufschläge", d. h. die direkten Steuern der Gemeinde.42) Ob er auch religiöse Funktionen gehabt hat, ist unsicher. Eine besondere „Schul" für die Prager Juden scheint er nicht eingerichtet zu haben, wie es ein Teil der Schammesse aus Polen für ihre Landsleute getan hat Wird doch sogar ausdrücklich berichtet (aus dem Jahre 1696), daß die Prager Juden in die „Schule" des Münzjuden Herz Moses aus Hamburg gegangen sind.43) Hirschel Lichtenstadt, der Prager Schammes, ist mindestens seit 1697 in Breslau als Prager und böhmischer Landschammes nachweisbar. 169744) reihte ihn der Magistrat von Breslau unter die Judeneinläger (Mieter) ein, die außerhalb der Jahrmarktszeiten nicht nach Breslau hereinzulassen seien. Er wollte dadurch seinen Unmut über die Prager Juden Ausdruck geben. Als er nun wirklich dazu schritt, ihn aus Breslau zu verweisen, setzte man sich von Prag aus45) für ihn beim Magistrat ein, der ihn darauf hin „ad interim" (vorläufig) in der Stadt beließ. Mit seinen Kollegen aus Polen war man besser verfahren. Sie vertraten auch die Juden, deren Besuch Breslau erwünscht war. Den Krotoschiner Schammes Viktor und den Lissaer Schammes Michael Abraham hatte man ganz unbehelligt gelassen. Den Schammes von Rzeszow, Löbel Gerstel, hatte man unter die Mäkler gerechnet.46) Nur den Prager und den mährischen Schammes wollte man als unnütze Judeneinlieger gänzlich der Stadt verweisen: darin zeigt sich einmal, daß der polnische Handel den Breslauern viel wichtiger war als der Handel mit Böhmen und Mähren, und zum zweiten, daß die Prager Juden vorzüglich durch ihren Seiden- und Stoffhandel den Christen so viel Konkurrenz gemacht haben müssen, daß diese auch die Vertreibung ihrer offiziellen Vertreter, der Schammesse, forderten. 1697 wohnte der Prager Schammes (als man ihn vertreiben wollte) zusammen mit dem mährischen Landschammes im Pokoyhof,47) wo er auch bis zum Jahre 1702 unbehelligt verblieb. Im Jahre 1702 schlug die Kaufmannschaft eine neue Judenordnung vor, nach der sämtliche Juden aus Breslau verwiesen und die Schammeseinrichtung ursprünglich ganz abgeschafft werden sollte.48) Aber dem wichtigen Handel mit Polen zuliebe hatte sich die Kaufmannschaft mit dem Venbleiben zweier polnischer Juden in Breslau 146

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