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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-03-01 · 3 (März 1931) · p. Seite 142

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 142 (sequence 6)
Language
German
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weisbare Mendel Jacob (Präger Prager) aus Prag im Pokoyhof auf16) und verkaufte dort Seidenware. 1686 wurde der Prager Jude Moises Kappels (oder Karpeles) in Breslau ermordet, 17) ein Vorgang, der zeigt, wie stark sich der Haß gegen die Prager Juden auswirkte. Man ging sehr scharf gegen die Prager Juden vor, man hinderte sie daran, auf den Jahrmärkten etwas zu verkaufen, man machte ihnen Schwierigkeiten bei der Expedierung der Ware nach Breslau, und ließ sogar von der Stadt verzollte Waren nicht zum Verkauf auf dem Jahrmarkt zu (1687). So „hat man ihnen diese in der Waage verarrestiret und will nicht, daß solche von denen kayserl. Zohlbedienten eröffnet und beschauet sollen werden". Hierüber beschwerten sich die Prager Judenältesten beim Kaiser und fügten — um den kaiserlichen Kammerräten den. nötigen Anreiz zum Einschreiten zu geben — hinzu, daß das Vorgehen gegen sie ein Ausfall an Zoll bedeute und gegen die Jahrmarktsfreiheiten sei.18) Sogar in der Verordnung Kaiser Rudolfs II. vom 26. März 1582, die die Ausweisung aller Juden aus Schlesien verfügte,19) sei den Juden weiterhin gestattet worden, die öffentlichen Jahrmärkte in Schlesien zu besuchen und daselbst, gleich den anderen christlichen Marktziehern, freien Handel zu treiben. Mit Hinweis hierauf interzedierten die Kammerräte für die Prager Juden und für die diesen nicht zugebilligten Marktfreiheiten.29) (1688.) Da die Breslauer Behörde der Richtigkeit dieses- Einwurfes nichts entgegenhalten konnte, zog sie es vor, nichts auf die Beschwerden der Prager Juden und ebensowenig auf die Interzession der Kammerräte zu antworten. Die Prager Juden, die nun um den Handel auf dem kommenden Mitfastenjahrmarkt besorgt waren, richteten deswegen eine erneute Beschwerde an die Kammerräte für Ober- und Niederschlesien.21) Auf die jetzt erfolgende Interzession hin lief am 5. 6. 1689 eine Beschwerde seitens 28 Breslauer Seidenhändler gegen die Prager Juden ein,22) mit der Bitte, den Juden, die mit Seide handeln und damit hausieren, dieses gänzlich zu verbieten, weil sonst der Ruin der Seidenhändler käme. Hierauf folgte ein Schreiben der „Eltesten und Jüngsten der Reichkramer"23) gleichfalls gegen die Prager Juden, „darunter die polnischen stecken", gerichtet, worin diesen der Vorwurf gemacht wird, daß sie#wider die alten Privilegien der Reichkrämer24) „in! und außer Marckts seidene Wahre schneiden, auch mit der Spe- 142

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