Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 2 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 112 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2416673-2416674-2416677--0125-3527688- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
den zweimal jährlich (vor dem Versöhnungstage und am Purim), wie es in allen Orten unseres Landes Gepflogenheit, Alle Einnahmen von den Fundationsgeldern, die vor dem hiesigen Rabbiner gemacht werden. Die Besoldung beginnt mit erstem „Mar dieses Jahres. Das Festsetzen der Gebetzeiten in unserer Synagoge an Werktagen geschieht nach dar Uhr („nach Einteilung der Stunden"). An Sabbat und Festtagen aber gehört es zu den Machtbefugnissen des Vorstehers, die Zeit zu bestimmen. Dagegen aber beliebe unser Herr, Lehrer und Führer uns eine schriftliche Versicherung zu erteilen, daß er bei uns durch 6 Jahre ununterbrochen Rabbiner und Vater des Gerichtes sein wolle. An uns aber ist es, die für den Rabbiner bestimmte Amtswohnung auszuräumen, damit sie bereit zur Bewohnung, wie -es in unserer Macht, damit es dir nicht fehle an einer W'chnung mach Gebühr, an einem Friedenszelte. Unsere Augen schauen sehnsüchtig aus, harren, daß du auf uns schauen wirst, Diener des Gottes Israel, und uns alsbald mit deiner hohen Antwort beehren wirst, nebst Bestätigung dieses Raibbinatsdiplomes, damit wir wissen, daß wir Gunst gefunden in deinen Augen, unser Herr! Worte derer, die ständig harren der Gnade unseres Gottes, der stets unsere Wünsche erfüllt, damit sein waltend Auge er uns nicht entziehe in Ewigkeit. Amen Sela! Oben wurde vergessen: Von der „Verpachtung dies Pesachmehles 1 Gulden 10 Kreuzer Silbergeld und jeden Monat 1 Pfund Kerzen",. Es fertigen die vornehmen und geehrten Vorsteher und Besten der heiligen Gemeinde Gaya:' Matitj. Mondschein, Vorsteher; Elia Fischer, tuw hakahal; Jesaja Löb Müller, tuw hiakahal; Salome* Herschan; Eisak Zweig; Samuel Fischer; Awner Bader. — Die einzelnem Steuerträger, welche das „Protokoll" unterfertigen: Asriel Polatzek; Mordechai Löb Mandl; Simon Platzek; Josef Hayek; Hirschl Ehrenfest; David Ehrlich; Itzik Müller; Matitj.. Steif; Josl Jellinek; Berl Mondschein; Jakob Klein; Gerson Leichter; Mose Mandl; Matitj. Klein; David Sommer; Sekl Mandel; Mose Hayek; Izik Sommer; Aron Boxhorn; Mose Weinberger; Mordechai Sonnenschein; Pinchas Mandl; Jonatan Stein; Mose Sonnenschein; Selig Hayek; Mordechai Herschan; Jesaja Trost; Schalom Fischer; Michl Hayek; Chajim Sonnenschein; Leser Hayek; David Hirschl Sonnenschein; Salman Tschuzka; Jeremija Löb Weinberger; Abraham Mondschein; Abraham Löb Kempf; Mose Jellinek; Chajim Klein; Hirschl Herschan; Elieser David Redlich; Elia Fischer; Jakob Buxbaum; Mendl Mandel; Reuben Buxbaum; Jesaja Redlich; Abraham Hayek; Jakob Löb Platzek; Selig Dux; Mose b h L Hayek; Mordechai Sonnenschein." Vorstehendes Rabbinatsdiplom in schönem Hebräisch (Musivstil) abgefaßt, ist an den Meiste* des klassischen Hebräisch und letzten Biuristen Josef Weisse gerichtet. Weisse geb. 1812 in Plumenau bei Proßnitz, war früher Lehrer in Prag, Frößnitz, Premm Im Jahre 1845 Rabb. in Gaya, später in Kosteletz in Böhmen und von 1855 bis 1897 Rabb. in Waag-Neustadt; vergl. Freimann, Jahrb. d. j. liter. Gesellsch. XV. S. 42; Flesch, Judengem. S. 43, u. 46; Wachstein, D. hebr. Publizistik in Wien S. 239. 112