Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 2 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 100 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Schab se Zwi sein, welche Sekte ohnehin schon in den meisten Stücken von dem Talmud abgewichen se i". Nach dem Berichte der Polizeibehörde ist in der mährischen Judenschaft die Ansicht verbreitet, daß das Sanhedrin eigentlich ein Werk der Frankisten sei, von denen viele in Italien, besonders aber in Turin leben und die mit der noch in Offenbach wohnenden Tochter des Jakob Frank in Verbindung stehen. Diese Sekte habe es verstanden, die französische Regierung für sich zu gewinnen, die diese Angelegenheit gerne benützte, um auf diesem Wege die Judenschaft zu beeinflussen. Sie habe auch zahlreiche Anhänger dieser Sekte begünstigt und sogar zu Rabbinern und Vorstehern befördert und aus ihrer Mitte die Abgesandten zur Notabeinversammlung gewählt. Der Berichterstatter ist naiv, daraus zu schließen, daß Frankreich auf diese Weise den Welthandel „der gegenwärtig durch die Hände fremder Mächte geh t", beherrschen möchte. Inwiefern die Judenschaft diese Ansicht tatsächlich vertrat, ist leider mangels anderer Quellen schwer zu ermitteln. Im Berichte wird ferner mitgeteilt, daß sich die mährischen Juden noch folgendes explizieren. „Die französische Regierung wisse es genau, daß die Juden den Handelsbetrieb beherrschen und große Unternehmen besitze n, da sie durch die in der ganzen Welt zersplitterten Juden gern ein den große Verbindungen besitze n." Aus diesem Grunde bemühe sich Frankreich „vorderhand die Juden näher an sich heranzuziehen und ihnen unter seinem Schutze einen stabilen Ort zu schaffen, an welchem sie mit besonderer Begünstigung für ihre Religion u n d bloß unter den Vorgesetzten und Richtern ihres Glaubens leben könnten. In dieser Absicht würde die französische Regierung von dem türkischen Reiche die Stadt Jerusalem samt den. umliegenden Gebieten verlangen, aus mittein oder erzwingen und dort den Sitz des Volkes Israel wiederum errichten und her stell e n. In dieser Stadt und Gebiet würde dann Frankreich unter der Begünstigung des jüdischen Religionsschutzes die * 100