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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1930-09-01 · 1 (September 1930) · p. Seite 48

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
1 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 48 (sequence 50)
Language
German
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entrichten, aber auch Geld leihen mußten, darüber berichtet eine kurze Notiz zum Landtagsprotokoll vom 15. Oktober 1526: „Die judenschulden, sofern sie in den Burggrafen-Registern eingetragen sind, sollen bis zu St. Georgi warten." Dasselbe Datum trägt die Urkunde der beiden obersten böhm. Landeshauptmänner: Zdenek Lev z Rozmitälu und Radslav Befkovsky, in welcher sie dem Bürgermeister und Rat der Stadt Leitmeritz mitteilen: „--weil in einer Gemeinde schwierige Verhältnisse für die Juden obwalten, aus denen leicht ein Sturm entstehen könnte; ihr sollet derlei Gerüchten Einhalt gebieten und dafür sorgen, daß keinem der Juden ein Schaden zugefügt werde." — „Viel eher solltet Ihr die Juden in ihren Steuerabgaben, die wir für den Krieg gegen die Türken dringend benötigen, hilfreichst unterstützen!." Das ist auch der letzte Brief dieses mächtigen Schutzherrn der Juden in Angelegenheit der von ihm beschirmten böhmischen Juden. Der denkwürdige Brief schließt mit den Worten: „--damit Ihr die Juden nicht belästiget und ihnen keine Steuern und Abgaben auferlegt."14) Noch ging nicht ganz die Sonne des Glückes über dem Prager Ghetto unter: Am 21. März 1527 bestätigte König Ferdinand den Prager Juden ihre Privilegien und Rechte, die ihnen von den früheren Regenten erteilt worden sind und versicherte sie ferner, „daß die Juden für ewige und künftige Zeiten weder aus Prag, noch aus dem Königreiche Böhmen jemals gedrängt werden". — Eine Woche später erteilte Ferdinand dem Juden Hefman aus Prag das ausschließliche Recht zum Drucke hebräischer Bücher. 12) u. 17) Auch in diesen Gunstbezeugungen können wir die mächtige Hand des Zdenek Lev z R. erblicken, welcher noch nach der Niederlegung seines Amtes des Obersten Burggrafen dem König einen verläßlichen Nachfolger empfiehlt: den Jan Tetauer z Tetova, welcher „beim Gerichte der Prager Burggrafschaft sitzt". Dieser solle fortan die Aufsicht über die Juden und deren Anleihegeschäfte führen. („Gegeben auf der Prager Burg, 10. Juli 1527."12) Bis dahin waren alle Dokumente, sowohl die des Königs und seiner Räte, als auch die der Juden ausschließlich in tschechischer Sprache abgefaßt. Das letzte tschechische Schreiben des Königs Viadislav v. 26. April 1505 enthält die Bitte, der Burggraf möge dem Juden Isaak aus Leitmeritz zur Eintreibung seiner Forderung bei 48

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