Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 46 (sequence 48)
- Language
- German
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100 Schock böhmische Groschen verpflichten, daß er den Prager Juden rechtens und seinem Versprechen nachkommen wird. Sollte etwa diese Sicherstellung nicht erfolgen, würde ich mich an allen Koliner Juden schadlos halten. Gegeben im Schlosse Blatna, 22. August 1514. Dem Hochgeb. Vladyken Jan Seca z Brozänek, Burggraf zu Kolin, unserem lieben Freunde." Zufolge der Bitte des Zdenek Lev z Rozmitälu bestätigte König Ludwig am 1. Dezemb. 1522 alle Privilegien zum Schutze der Juden. — „In Anerkennung seiner freuen Dienste, welche er uns leistete und zu tun nicht unterlassen hat, nach, guter Erwägung bestätigen wir durch diese Urkunde und verbleiben dabei, daß die Juden niemand anderen unterstellt werden, außer ihm und nur er allein soll zu ihrem Schutze gestellt werden." 15) Das „Archiv Cesky' verzeichnet eine lange Reihe dieses „Schutzes" oder auch der „Schutzbriefe", denen wir einige Proben entnehmen:14) 1. pcto „rychtäfi Bfezäkovi z Milisevse", der dem Juden Zalman Chrt den „gleit" (Geletsbrief) vernichtet hat, daß dieser Ortsschulze (rychtäf) zur Zahlung der Schuld verhalten werde. Burg zu Prag, 1. März 1526. 2. verwendet er sich beim Zdenek Trcka z Lipy für den Juden Benes z Ronova, er möge dessen Familie aus der Haft entlassen. Burg zu Prag, 12. März 1526. 3. verwendet er sich beim Jan z Vratu, er möge dem Juden Samuel das Wohnen in Prag „unter den Juden" (mezi zidy) bewilligen. Burg zu Prag, 12. Juli 1526; denselben Brief, des Inhaltes und Datums richtete er auch an den Bürgermeister und Rat der Stadt Prag. Zahlreich ist seine, die Juden betreffende Korrespondenz mit dem Rate der Stadt Saaz. (Alle diese Briefe sind gegeben „auf der Burg zu Prag"14); der vom 24. März 1526: „Den weisen und umsichtigen Bürgermeister und Räten der Stadt Saaz, meinen lieben Freunden! Was den Juden Samuel anbetrifft, der mein Untertan ist, ersuche ich Euch, Ihr möget abwarten, so daß dieser nicht eher vor das Gericht gestellt werde, bis Ihr ihn zwei Wochen zuvor davon verständigt." Diese Fürspräche hatte wahrscheinlich keinen Erfolg gehabt, denn schon am 20. September 1526 schrieb der Oberste Burggraf nochmals: 46