Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Language
- German
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dem Schutze des Burggrafen nicht trauten und das Ghetto unter Zurüdklassung ihrer Häuser und der ganzen Habe verließen. Diese Exulanten betrifft das königl. Schreiben aus Budin vom 21. Mai 1508: „Wir haben dem Zdenek Lev z Rozmitälu und dem Jindrich Tun'kl z Brnicka die Prager Juden überantwortet, so daß sie uns in Kenntnis setzen sollen, welche Prager Juden ohne unserer Bewilligung weggezogen und trotz erfolgter Aufforderung innerhalb zweier Monate nicht zurückgekehrt sind. Infolge 'dessen fällt die gesamte Habe dieser Juden den beiden genannten Herren anheim12"). Weiters erkennt man den Wert der mächtigen Fürsorge an dem Schreiben vom 10. März 1510, mit welchem der König mitteilt, daß ihm die Juden einige Majestätsbriefe vorgelegt haben: „wir haben dieser Freibriefe wegen mit unseren lieben Getreuen beraten und erscheint es uns gerecht, wenn wir die Juden bei ihren Privilegien, welche sie seit altersher von unseren Vorfahren besitzen, belassen wollen"12). Im J. 1514 suchte Pribik Resansky um Schutz beim mährischen Landeshauptmann Jan z Lomnice (dem Schwager des Zd. Lev z R.) an. Dieser schreibt (aus Blatnä 14. Aug. 1514) daß er dem Pfibik den „gleit bezpecnosti" nicht ausstellen kann, „weil dieser einige Juden ermordet hat, von denen der eine dem Kanzler, die anderen der Stadt Kolin gehören." Grotesk ist der Grund, weshalb er auf der Bestrafung des Mörders besteht: „--denn die Juden sind Sr. Majestät Untertan und steuerpflichtig und auch manche uns gehörig. Und weil jemand ein Schock Groschen als sein Eigentum hochschätzt und es kaum zugeben möchte, daß ihm dieses Eigentum ein anderer und mit Gewalt wegnehmen sollte, kann es mir nicht angenehm sein, daß man sie mir willkürlich („nefädne") wegnehme, umsoimehr, als ich durch die Juden einige hundert Schock Einkommen habe".14) Es geschah sogar, daß die Prager Juden ihn um Schutz gegen ihre Glaubensgenossen vom Lande angingen. Auch in solchen Fällen schritt er, wie aus dem hier folgenden Schreiben ersichtlich ist, sehr energisch ein14): — „Meine Dienste etc. etc. zuvor! Wisset, daß mir die Prager Juden die Bitte vorgetragen haben, daß ihnen der „zid Ryslavy" ein solches Versprechen gegeben, dieses jedoch nicht gehalten hat, so daß die genannten Juden zu Schaden gelangen. Deshalb befehle ich Euch, ihr möget den genannten zu einer Sicherstellung bis zu 45