Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinne konnte nicht ausgeführt werden. Die Einquartierung der aus Feldsberg vertriebenen Juden in christlichen Häusern sei aus verschiedenen Ursachen untunlich; vor allem sei die geistliche Obrigkeit damit nicht einverstanden. Der Herrschaftshauptmann trachtet, da ein neuer Befehl der Fürstin vom 27. Juni 1671 den einstweiligen Verbleib gestattet, Mittel und Wege zur Begründung der neuen jüdischen Ansiedlung zu schaffen. Immer wieder betont er, daß der Herrschaft unterdessen viel Zins entgehe, vor Beginn des Schmelzhochwassers sei es noch angezeigt, Bäume in den Wäldern für den Bau der Judenhäuser zu fällen. Dies geschah denn auch, und so entstand dann hier der Grundstock der Judenstadt: samt dem Tempel, damals allerdings alles noch meist aus Holz. Die im Fürstl. Liechtensteinschen Lundenburger Schloßarchiv befindlichen Bittgesuche des Herrschaftshauptmannes Pokorny an den Fürsten Karl Eusebius Liechtenstein und dessen Gemahlin Fürstin Johanna Beatrix zu Gunsten der Feldsberger Ansiedler verdienen infolge ihres Interesses, der Veröffentlichung zugeführt zu werden, was im Folgenden geschieht: An Ihre fürstl. Gnaden den Fürsten von Liechtenstein. Es wird Ew. fürstl. Gnaden hoffentlich in frischem Andenken verharren, wie das die Feldsberger Juden anhero sich aufzuhalten verschafft worden. Hernach bin ich von Ihre fürstl. Gnaden als meinem gnädigsten Fürsten und Herrn gemahnt worden, besagte Juden von Lundenburg auf Kostel transferieren, kraft aber Ew. fürsil. Gnaden gnädigen Befehl untern dato des 27. Juni fertigen Jahr sintemalen selbte nit Raum zu Kostel haben, verbleiben bis dato allhier, unter denen Christen in der Herberg, weilen dann auf die Länge solches verwünschtes Leben nicht wohl anstehet, auch die geistliche Obrigkeit, so ich weitläufig in Erfahrung gebracht, darüber Unbeliebenes schöpfen möchte. Danenhero Ew. fürstL Gnaden untertänigst bitte, mir anzubefehlen, ob oft besagten Juden nach und nach Wohnungen auferbaut sollen werden, dann auf solche Weiß die Grundobrigkeit von ihnen bis dato noch kein Nutzen hat, sondern die Ew. fürstl. Gnaden Untertanen, welche von ihnen großen Zins nehmen, weilen sie es in ihren Häusern dulden müssen, wiederholte nochmals mein gehorsamstes Bitten,, wie ich mich im Winter verhalten solle, dann sollte aus ihren Häusern zu Lundenburg was sein, so wollte gerne noch vor den Frühlings- 8S