Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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bewilligung aufs Webergewerbe. Die Auswanderung hörte deshalb auch nicht auf. So wanderte Lazar Hartmann aus Drosau 1812 nach Ungarn aus und zwar ohne obrigkeitliche Bewilligung, 1843 zogen Salomon Porges und Aran Janowsky aus Neuern nach Ungarn, nachdem im Jahre zuvor Löwit Simon aus Drosau frischen Mutes nach — Amerika ausgewandert war, vielleicht der erste Bewohner unserer Gegend, der die Fahrt übers große Wasser gewagt hatte. Es kamen aber auch Fälle vor, daß bei uns Juden zum Christentum übertraten, wie 1809 Löbl Goldschmidt aus Janowitz, dann Joachim Hartmann aus Drosau, der nach Österreich auswanderte und 1812 der Neuern er Familiiant Joachim Janowsky, der samt seinen drei Söhnen übertrat; er war mit Ludmila Steiner verehelicht. Durch den Übertritt wurde seine Familienstelle Nr. 64 frei, auf die dann sein Bruder Wolf vorrückte. Abkürzungen: * geboren. o heiratet. f gestorben. Die Eigentumsverhältnisse der Juden an unbeweglichem Besitz in vormärzlicher Zeit. Von Dr. Theodor Haas, Advokaten in Brünn. Die Revolution des Jahres 1848 hatte nicht jene Früchte getragen, welche ihre idealistischen und opfermutigen Vorkämpfer erstrebt «und erwartet hatten, wobei allerdings ein bedeutender Einfluß derselben zu Gumsten der Rechtsstellung der jüdischen Bevölkerung des alten Österreichs festgestellt werden muß. Denn nach der Unterdrückung der Freiheitsbewegung in den österreichischen Landesgebieten und nach der Niederwerfung des ungarischen Aufstandes unter russischer Mithilfe wurden die Errungenschaften der Revolution rückgängig gemacht, die Reaktion gelangte im österreichischen Staatswesen wiederum zum Siege u»nd nachdem das Patent vom 25. April 1848 bereits im folgenden Monate aufgehoben worden war, wurde auch das Verfassungspatent vom 4. März 1849, welches für die Juden den Beginn der bürgerlichen Gleichberechtigung einleiten sollte, mit kaiserlicher Entschließung vom 31. Dezember 1851 außer Wirksamkeit gesetzt. 10