Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
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S t e 11 e 59: Berger Josef. Stelle 60: Fleischmann Eliazim. Stelle 93: Luft Friedmann, transferiert 1834 aus dem Berauner Kreis auf die Bistritzer Herrschaft. In Bistritz: Stelle 86: Ploch Mayer. Stelle 92: Rubin Nathan, transferiert von Teinitzl nach Bistritz. In Millik: Stelle 53: Fleischmann Moises. Auffallend ist, daß es 1799 in Holletitz keine Familienstelle gab. Da stand neben der Ziegelhütte, rechts von der Neuerner Straße zum heutigen Bahnhof (heute Gasthaus Budweiser) eine Brantweinbrennerei der Bistritzer Herrschaft, die gewöhnlich von einem jüdischen Brenner betrieben worden war. 1799 ist eine Janowitzer Familienstelle mit dem Juden David Holletitz besetzt; dessen Name deutet wie die bereits benannten Namen Janowitz, Neumark, Neuern, Österreicher u. a. auf den früheren Aufenthalts und späteren Herkunftsort dieser Familien hin. Die Bestimmungen über die Einschränkung der Anzahl der Judenfamilien zwangen den größeren Teil des Nachwuchses einer jeden Gemeinde zu schweren Entschließungen. Der Fortschritt der Zeit hatte für Auswege gesorgt, so daß die Not der Spätergeborenen gemildert werden konnte. Schon das Patent vom 1. November 1781, mit welchem die Leibeigenschaft aufgehoben worden war, hatte es jedem Untertan und daher auch den Juden freigestellt, nach eigenem Willen und ohne jede obrigkeitliche Erlaubnis Handwerke und freie Künste zu erlernen. Den bis dahin immer zur Ehelosigkeit oder zur Auswanderung gezwungen nachgeborenen Söhnen der berechtigten Familien eröffnete sich da, weil sie auf Ackerbau, Gewerbe, Kunst und auf die erlangte Befähigung zum Wundarzt ungehindert heiraten durften, ein auch vielfach beschrittener Weg zur Gründung eigener Familien. Auch auf der Bistritzer Herrschaft wurde von dieser Wohltat Gebrauch gemacht. So erhielt 1809 Isak Ploch in Neuern (aus der Familienstelle Nr. 14) den Ehekonsens auf den Betrieb des Ackerbaues, 1844, der i. J. 1804 geborene Joel Klauber in Unterbeuern den Heiratskonsens aufs Fleischergewerbe — und 1849 der Sohn Isak des Moises Küberl in Drosau die Ehe- 9