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Der Jude · 1833-12-31 · Heft 26 (31.12.1833) · p. Seite 208

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 26 (31.12.1833)
Date
1833-12-31
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 Jahrhundert weit von den Ideen und Gesinnungen unseres Zeitalters, eine Unendlichkeit weit von den, Gebitze des Rechts und der Freiheit, so daß nur die weithin treffenden Pfeile des Geistes es erreichen konnten. Aber bei'm Himmel, es ist gut und scharf getroffen worden; der schwarze Fleck der Bosheit ist mittendurch gefthoffen worden, daß kein Fetzen daran ganz geblieben. Der verwegne Angriff auf den Geist des Jahrhunderts ist so schnell mit Schimpf und Schande zurückgewiesen, die thörichte Herausforderung der öffentlichen Meinung ist so kräftig erwiedert worden, daß es die Geister der Nacht schwerlich wieder versuchen werden, ihre unvollendeten Geburten dem fremden und verhaßten Tageslicht auszusetzen. Sie mochten wohl, durch falsche Zeichen bethört, wähnen, die' ersehnte Mtternacht sei bereits angebrochen, sie dürften den Grüften emsteiHn und die Oberfläche der Erde betreten; kein Wunder, daß sie gar befremdet und verdrießlich wurden, als sie wider alles Erwarten den hellen Tag und seine klaren, geöffneten Augen und sein munteres Getümmel und frohes Gelächter auf sich eindringen sahen! Dieses Befremden und diese Verdrießlichkeit sind das Wort des Räthsels jener Vorrede und darum dürfen wir uns nicht wundern, wenn die allereinfachsten und natürlichsten Erscheinungen darin mit Unmuth und Widerwillen behandelt werden; eben so wenig, wenn jenen Arbeiten Jugendlichkeit, Unbesonnenheit und Ungeschicklichkeit vorgeworfen wird. Was den Vorwurf der präsumirten Jugend betrifft, zu welchem die Artikel selbst, falls man nicht Jugend mit warmem Gefühle und Unerfahrenheit mit uneigennützigem Eifer für gleichbedeutend hält, nicht die mindeste Veranlassung gaben, so freue ich mich, Hrn. S t r. versichern zu können, daß ftine Alters-Diagnose eine sehr verkehrte ist. Ich haöe^die Ehre, die meisten der Verfasser jener Artikel peinlich zu kennen und zu achten und kann ihm sagen ^daß die Verfasser der beiden Frankfurter Artikel Ächulmanner von reiferem Alter sind, die für die Bildul^ der Heranwachsenden Generation ihrer Glaubensgenosse ganz allein mindestens mehr gethan haben, als alle Judenverbesserer von Staats wegen zusammengenomnim^ daß ferner der Verfasser des höchst gediegenen Artiketz im Hamburgischen Correspondenten ebenfalls ein Mann von reifen Jahren ist, so daß der Lorrespondevt der Drockhausischen Blätter und der Schreiber Dieses die einzigen Gegner sind, über deren Jugend Hr. Str. mit Recht würde Beschwerde führen können, falls wirklich Altersgleichheit, — was jedoch,, so viel mir bekannt, allem Kriegsbrauche fremd ist, — zu den Bedingungen der literarischen Ebenbürtigkeit gehören sollte. Wir Beiden wollen den Vorwurf, so gut wir können, zu verschmerzen suchen und uns im Uebrigen unserer Jugend freuen; auch versprechen wir Hrn. Str., wenn wir einmal im vorgerückteren Alter mit seinen Enkeln polemisiren sollten, uns auf unser Alter gar nichts zu Gute zu thun, und sie ihre Jugend, an der sie doch nun einmal unschuldig sind, gar nicht vornehm fühlen zu lassen. Den Inhalt der Artikel, in'6 einzelne gehend, hier zu mustern, wäre unthunlich; wir können nur wiederholen, daß wir sie für höchst verdienstlich, zweckmäßig und dankenswerrh halten, und daß Alle, denen die darin vertretene Sache nicht an sich zuwider ist, diese Meinung theilen, wie auch von v. Ulmenstein angedeutet worben ist.*) Daß jene Aufsätze eben Zeitungsartikel, daß sie deshalb kurz und anonym waren, lag ganz in den Umständen und konnte unmöglich anders sein. Wenn diese Form der Behandlung wirklich unter der Würde eines ernsten Gegenstandes wäre, so würde lediglich der Verfasser des ersten Artikels, der all das Unheil angerichter, indem er den Kampfplatz gewählt, auf welchem das Treffen nun einmal unabweislich geliefert werden mußte, die Schuld davon tragen; wir dürften also alle die Ausdrücke der Geringschätzung, wie „Ta-/ gesschriftsteller" und ähnliche ohne weiteres von uns ab- und jenem Urheber der ganzen Polemik zu-walzen. Wir sind aber sehr weit entfernt, den Grund- *) Mit herzlichem Bedauern habe ich wahrgerwmmen, daß Hr. vr. Jost in diesem Punkte in den Str.schen Ton auf eine höchst verletzende und ungerechte Weise einstimmt. Je entschiedener ich den großen Werth seiner Schrift in jeder anderen Beziehung anerkenne, desto bestimmter muß ich mich gegen jede Billigung aller der auf S. 4 vorkommenden Ausdrücke von „Anmaßung, unbartigen Journalisten, anonymem Treiben, jugendlicher Eile, blindem Getümmel, rohem Uebermuth" verwahren und gegen alle diese unangemessenen Bezeichnungen protestiren, die auf nichts weniger, als auf jene trefflichen Artikel und ihre. achtungswerthdn Verfasser paffem

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