Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 26 (31.12.1833)
- Date
- 1833-12-31
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Welt bekannt war, daß Hr, Skr. im Ministerium des Inneren mit einer Relation, die Einführung einer gleichförmigen Gesetzgebung über die Juden betreffend beauftragt sei: ja es ist notorisch, daß Hr. Str. selbst aus diesem Umstande nie ein Geheimniß gemacht hat. Mit eben diesen legislativen Vorarbeiten hatte aber der Leipziger Correepondent seinen Entwurf in die engste Verbindung gesetzt und so war es ganz natürlichdaß man dessen Bestimmungen für den Inhalt der Str.schen Vorschläge und wir sehen nicht ein, was denn jene Correspom denken hatte abhalten sollen, diese sehr wohl gegründete Vermurhung ganz beiläufig auszusprecherr, —' Hr. Str. fragt, „woher denn jene Schriftsteller „mit völliger Gewißheit wußten, daß eben er der „Verfasser jenes Entwurfs und daß sein Inhalt „ wirklich der Ausdruck seiner Meinung sey?" Wir haben darauf die einfache Antwort zu geben, daß eben kein Mensch diese Thatsache mit völliger Gewißheit behauptet hat , sondern daß nur gesagt worden« daß es dem Vernehmen nach so sei, was mit dem besten Gewissen von der Welt gesagt werden konnte, Wenn schon die Chikane, daß man Einem vorwirft, er habe etwas als gewiß gesagt, was er doch nur als Gerücht ausgesprochen und was als solches in aller Welt Munde war, — dessen Wahrheit man auch auf keine Weise in Abrede stellt, — eines aufrichtigen Mannes unwürdig ist, so ist die beigefügte Aeußerung, die auch schon von Jost und Anderen ernsthaft gerügt worden, so äußerst empörend^ daß sie unmöglich mit zu starken Ausdrücken gebrandmarkt werden kann. „Sollten sie vielleicht" heißt es, „durch Mittel, deren nähere Bezeichnung „zunächst unterbleiben mag, jene Gewißheit erlangt „haben? Danttdä^e das wohl ein Beweis, daß „sie selbst sich von ^n Eigenschaften noch nicht los „gemacht hätten, wegH^welcher die Christen sich vor „der jüdischen Nation U hüten pflegen und welche „bis jetzt die öffentliche Ä^nung gegen die Eman- „cipation stimmen." Wirken noch nie so viel Niedrigkeit, Bosheit und Falschheit zugleich in so wenigen Worten zusammengedrang^ gesehen. Denn das ist über allen Zweifel gewiß, angebliche Veranlassung zu dem schändlichen Verdat rein aus der Lust gegriffen ist, um einige Bosheiten dabei anzubringen; Hp» S tr. werß es so gut, wie Jeder, der jene Zeitungsartikel gelesen hat, daß ihre Verfasser nicht mehr von dey Hache mußten und keim größere Gewißheit hatten oder auschxachen - daß er der Verfasser des Entwurfs sei, als Jedermann in Berlin und doch spricht er, nur um seinem Hasse bei der Gelegenheit durch eine sinnlose Beleidigung Lust zu machen, einen Verdacht aus, der seine Amtsbrüder, die er achten und lieben sollte, zehen Mal schimpflicher trifft, als Diejenigen selbst, auf die er gemünzt ist. Und dieser Mann, der in der Zügellosigkeit seiner gereizten Eitelkeit die zartesten Rücksichten mit Füßen tritt, um sich an Denen zu rächen, die sich vermessen, seine Arbeit zu tadeln, der will sich auf jenen erhabenen, unpartheiischen Standpunkt über den Partheien gestellt haben, der wagt es, den warmen Vertheidigern der heiligen Sache der Gewissensfreiheit ihre Hitze vorzuwerfen, die, sei sie auch noch so heftig, doch die der Liebe, nicht des Haffes ist und einem ernsten, würdigen Streun, nicht elenden Persönlichkeiten gilt? Als Gegenstück zu dieser Stelle, die kein fühlender Mensch ohne ernsten Unwillen in's Auge fassen kann, wollen wir einen anderen mehr possierlichen Umstand hervorheben, den nämlich, daß Hr. Str. an mehreren Stellen seiner Schrift (S. 10, S. 43) über „Verläumdung seines unbescholtenen Namens" durch jene Zeitungsartikel klagt. Ich erinnere mjch von einem Narren gehört zu haben, der sich über ,,Verläumdung" beklagte, weil man ausgesprengt habe, daß er ein Narr sei, was . ja, wie er meinte, ohne eine solche absichtliche Aussprengung Niemanden in den Sinn gekommen sein würde. In einem ganz ähnlichen Sinne muß Hr. Str. das Wort auch genommen haben: sonst wissen wir in der Thar nicht, was er damit sagen will. Der Sprachgebrauch versteht bekanntlich unter Verläumdung die Wissentliche Verbreitung einer falschen und ehrenkräykerrden Thatsache. Nun liegen in jenen Zeitungsartikeln zwei Dinge vor: erstlich, die BeurthejlWg des Entwurfs, der für barbarisch, unmenschlich/ obscur und erbärmlich erklärt wird, zweitens die Behauptung, daß das Gerücht Hrn. Str. zuw.Herfasser desselben mache, oder, wie Hr. Str, will, daß er wirklich der Verfasser sei, Mrln ttM nun da. die Verläumdung?