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Der Jude · 1833-11-29 · Heft 23 (29.11.1833) · p. Seite 186

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 23 (29.11.1833)
Date
1833-11-29
Page
Seite 186 (sequence 6)
Language
German
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heit und nach dem Rechte ringen! -Möge diejenige Provinz des Vaterlandes, mögen diejenigen unter seinen Vertretern, welche zuerst dem Grundsätze der Freiheit auch da, wo sie zu den Unterdrückern, nicht zu den Unterdrückten gehörten, in der Thar, wie im Worte gehuldigt haben, durch einen leuchtenden Sieg in dem Kampfe, den sie für die Freiheit kämpfen, durch eine reiche Erndte der Freiheit, deren Keime sie ausgesäet, von dem Vater der Freiheit -gesegnet werden! Bemerkungen gegen Streck fuß. (Fortsetzung.) Aürwahr, wenn die ganze Geschichte jener funfzehnhundert Jahre ein Bild der Liebe und des ungestörten Friedens zwischen den religiösen Sekten wäre, welches durch die Judenverfolgungen ganz allein getrübt würde, dann müßten wir jene Vermuthung, daß doch nicht alle Welt gegen diese Einen Unrecht gehabt haben werde, daß der Grund des Zwiespalts . doch wohl in ihnen liegen möchte, allenfalls natürlich und einer gründlichen Widerlegung werrh finden. Aber wie die Sachen wirklich stehen, können wir es nur für freche Verhöhnung der Wahrheit oder für eine Art von Blödsinn halten, wenn Einer fragt, warum man denn die Juden gehaßt und mißhandelt habe. Warum hat man Ketzer verbrannt? Warum hat man Hugenotten ermordet? Warum hat man zum eMhiedensten Nachtheile des Landes die Mauren aus Manien vertrieben? Warum hat man die EingebornMAmerika's zu Sklaven gemacht, beraubt und ermordet? Weil der Fanatismus jene Schand- * thaten für gottgDllige Handlungen hielt und weil demnächst Habsucht Md Herrschsucht und alle bösen Leidenschaften der menschlichen Natur sich seiner als Vorwand bedienten, uMHrer wilden Lust zu stöhnen. Nun denn! genau aus denselben Gründen hat man zu denselben Zeiten dieJuden geplündert und ermordert und zu Schützlingen und Kammerknechten gemacht.' Oder sind jene Ureinwohner Amerika's von den Europäischen Eroberern etwa auch als fremde Einwandeker betrachtet worden, gegen welche man das Gastrecht zu üben keine Lust und kefiW Pflicht habe? Sind die Kreuzzüge gegen die unangenehmen Eigenthümlichkeiten der Saracenen, gegen den irrationalen Charakter ihrer Dogmen unternommen worden? Oder hat der Christ den Bekenner des Islam, dieser den Christen zu jenen Zeiten weniger gehaßt, als Beide den Juden? Ist dieses Vorürtheil sich weniger gleich geblieben, als das gegen die Juden? Worin anders liegt der handgreifliche Unterschied zwischen diesen beiden Verhältnissen, als daß dort im Kampfe des Christenthums mit dem Islam dem religiösen Kampfe sich ein nationaler zugesellte, daß, so wie dem Glauben ein Glauben, so auch dem Volke ein Volk, der Macht eine Macht, dem Schwerdte ein Schwerdt, dem Richard ein Saladin gegenüberstand, daß deshalb mit abwechselndem Kriegsglück, unter abwechselnder Hoffnung und Sorge gekämpft ward, daß daher die Achtung, welche ein gefahrvoller Kampf, welche der thätige Much des Gegners erzeugt, welche die Stärke allein der Rohheit abzugewinnen vermag, sich dem Haffe beimischte, während gegen die Juden nur eine Religions-Verfolgung, nicht zugleich ein nationaler Kampf stattfand, nur ein Morden wehrloser Landsleute ohne Widerstand, ohne Muth, ohne Größe: weshalb sich hier dem Haffe die Verachtung beimischte, welche die Rohheit stets gegen die ohnmächtigen, unschuldigen Opfer ihrer Wuch empfindet, da sie die Größe des duldenden Muthes, der Aufopferung und Entsagung, des Martyrertodes für die Ueberzeugung nicht zu erkennen und zu würdigen vermag. Völker führen Krieg miteinander und lernen sich kennen und fürchten und achten im blutigen Kampfe; das Schlachtfeld laßt sie als ebenbürtig sich erkennen, wie der Zweikampf die Menschen, und sie schließen Frieden und Bündniß nach dem Kriege. Der Glaubenshaß einer ungeheuren Mehrzahl gegen ein ohnmächtiges Häuflein hat keinen Kampf und kein Kriegseecht und keinen Frieden; er zerstört nur und verachtet. Die Wuth des Kriegers sieht doch dem muthigen Feinde in's Angesicht und erkennet darin das Antlitz des Menschen, die Züge der gemeinsamen Mutter; der übermächtige Fanatismus würgt seine wehrlosen, fliehenden Opfer und sieht, sie nicht und kennt sie nicht. Oder glaubt Hr. S-r. im Ernste, daß der fanatisirte Pöbelder imMttelalter die Juden gemordet,'

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