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Der Jude · 1833-10-18 · Heft 21 (18.10.1833) · p. Seite 167

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 21 (18.10.1833)
Date
1833-10-18
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 überhaupt gewonnen hat. Mg die Vergleichung vnpartheiischer Kenner ermitteln. Hier mögen nur über Entstehung, Inhalt und Geist des Buches einige Bemerkungen Raum finden. Der von der Tempel-Direktion zur Redaetion und Herausgabe des neuen Gesangbuches erwählten Commission rvak zur Bedingung gemacht, von bereits gedruckten Liedern nur solche aufzunehmen, die schon früher beim Israelitischen Gottesdienste gebraucht worden wären. Es war demnach nur eine geringe Auswahl gestattet. Nachdem daher die Commission den Plan zu dem von ihr übernommenen Werke entworfen hatte, entstand die Frage: woher so viele und so mannigfaltige Gesänge nehmen, als bei der erzielten Vollständigkeit nöthig sind? — Dies schien auf keine kürzere und zweckmäßigere Weise erreichbar, als wenn Jedermann zu Beiträgen aufgesordert würde, der Kraft und Willen besitzt, ein solches Unternehmen zu befördern. Sich dabei auf die poetischen Leistungen der Glaubensgenossen ausschließlich zu beschranken, wäre eben so nutzlos, als anmaßend gewesen: dies um so wehr, da der Charakter des Deutschen Kirchenliedes, seinem ursprünglichen Wesen nach, psalmistisch - biblisch ist, mithin unserem religiösen Sinne vollkommen entspricht. Sache der Commission war es, den Geist und Ton möglichst genau anzugeben, welche die für ihren Zweck passenden Gesänge aussprechen sollten. Der Geist aber wurde als ein mosaisch - prophetischer, der Ton als ein psalmistischer, dem einfachen, frommen Gemüthe zusagender bezeichnet. Der Commission lag es ob, vor Allem dafür Sorge zu tragen, daß geläuterte, unserem Standpunkte angemessene religiöse Grundsätze und Ansichten überall in dem Werke herrschten. Dies und die möglichste Einheit des Ganzen war nicht anders zu bewirken, als durch den Vorbehalt der Herausgeber, über die Aufnahme der Lieder nicht bloß nach dem Innern Werthe derselben zu entscheiden, sondern auch nach der besondern Stellung des Instituts, fürdas sie bestimmt waren, und diejenigen Aenderungen vornehmen zu dürfen, welche von diesen besondern Rücksichten gefordert würden. Wo solche Umbildungen nöthig schienen, ist jedoch mit der größten Schonung verfahren und jede Willkür gemieden worden. Daraus ist es denn auch erklärlich, warum von den bereits gedruckten Liedern, deren Benutzung gestattet war, nur eine geringe Zahl in die neue Sammlung übergegangen ist. Es sind in Allem nur 41, von denen 11 dem Heinemannschen Gesangbuche angehören, 28 dem Kley scheu *) und 2 dem Johlso nschen. Einmal nämlich waren in diesem Vorrathe grade am meisten Lieder allgemeinern Inhalts geboten, von welcher Klaffe auch die zahlreichsten neuen eingesandt wurden; dann mußte man es auch vorziehen, manches Kessere gedruckte Lied auszufchließen, ehe man sich — nach der aufgestellten Norm — eine gar zu große Umformung mit demselben vorzunehmen erlaubte. Was nun die 344 ganz neuen Gesänge betrifft, so rührt der bei weitem größere Theil derselben von Verfassern her, die dem Tempel angehören oder doch nahe stehn. Sachkenner werden es nicht für ein Leichtes halten, einen solchen Vorrath zu gewinnen, zu sichten und zu einer Einheit zu verbinden. Sie werden die Schwierigkeit wohl erkennen, die namentlich darin tag, auch für die speciellern Rubriken zu sorgen und kein wichtiges religiöses Moment unbeachtet zu lassen. Sachkenner werden daher auch jedes Lied nach seinem besondern Jnhcklt beurtheilen, der norhwendig auf Form und ^on einen nicht geringen Einfluß üben mußte. Allerdings hat das Kirchenlied einen allgemeinen Charakter. Dieser besteht darin, daß es der Erguß eines frommen Gemüthes ist über einen religiösen Stoff in einer Darstellungsweise, wie sie einer andächtigen Versammlung zusagt und von ihr gesungen werden kann. Allein die zu behandelnde Materie ist eben so mannigfach, als die zu erweckende Gemüthsstimmung. Bald herrscht mehr die Betrachtung vor, bald die Belehrung, bald freudiger Aufschwung, bald demuthsvolle Zerknirschung. Hier strömt das Herz über von frohen Dgukgefühlen, und dort bereiter es sich, seine innigsten Wünsche dem Weltenlenker vorzutragen. Dies Alles har die größte Verschiedenheit des Ausdrucks *) Bei der Aufzählung der aus diesem Buche entlehnten ' Nummern in der Vorrede (S. Vitt.) hat sich ein Jrrthum eingeschlrchen, der folgendermaßen zu berichtigen ist. Von Nr. 274 an ist zu lesen: 288, 289, 293, 296, 304, 324, 325, 329, 332, 335, 341, 343, 369, 374 und 413. . 22*

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