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Der Jude · 1833-10-18 · Heft 21 (18.10.1833) · p. Seite 166

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 21 (18.10.1833)
Date
1833-10-18
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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O des andächtigen Aufschwunges seinen Grund hat, wird daher durch bestimmte Gebete schwerlich in dem Grade zu bewirken sein, als durch-den Gesang. Dazu trägt die Macht der Tonkunst auf das Gemüth nicht wenig bei. Wen ein geistliches Lied, das einfache religiöse Betrachtungen und Gefühle ausspricht und von einer gottesfürchtigen Versammlung harmonisch vorgetragen wird, nicht mit zu einer frommen Ger müthsstimmung empor hebt, der möchte wohl überhaupt keiner heiligen Empfindung fähig sein. Die Einführung des Choral-Gesanges gehörte daher mit Recht zu den ersten Verbesserungen, die der selige Israel Jacobson*), bekanntlich Urheber unserer meisten Cultusr Reformen, zu einer neuen Belebung der Andacht in unfern Gotteshäusern für nothwendig hielt. Von der Iacobsonsschule zu Seesen ging Alles , aus. In Kassel, Berlin und Hamburg folgte man nach und nach dem gegebenen Beispiel. Große Verdienste erwarb sich bei diesen über Erwartung gelingenden Versuchen als Dichter, Tonseher und Lehrer Hr. Dr. I. A. G. Heinroth, jetzt acade- Mischer Mustk-Director in Göttingen. Die von ihm verfaßten und in Musik gesetzten Lieder wurden zuerst gesungen und sowohl in das H einem an nsche, als in das Kleysche Gesangbuch ausgenommen. Herr Dr. Heinemann veranstaltete die erste Liedersammlung zu Kassel 1810. Sie enthielt nur einige und zwanzig Lieder. 1815 erschien die zweire, 1817 die dritte, 1821 die vierte, 1825 die fünfte Auflage. Die letzte führt den Titel: Deutsches Andachtsbuch für Israeliten zur Erweckung und Belebung religiöser Gefühle. In Gesängen und Ger beten. Becktn, im Bureau für Literatur und Kunst. Sie enthält 101 Gesänge, deren erste Abtheilung meist die zu Seeftn entstandenen und eingeführten in sich faßt, während die andere großentheils aus Christlichen Gesangbüchern entlehnt ist. Im Jahre 1815 kam das Gesangbuch von Hr. I. Zohlson in Frankfurts. M. (i. d- Andreaischen Buchhandlung) zuerst heraus, 1819 in der zweiten, 1829 in der dritten Ausgabe. — Diese Sammlung ist bis zu 540 Nr. anWvachsen, die fast ■*) Damals Consistorial - Präsident, Mitglied des Reichstages und Ritter im Königr. Westphalen. sämmtlich bekannten Deutschen Dichtern angehören. Das Augenmerk des Herausgebers war vorzugsweise auf den Schulgebrauch, namentlich bei der Religionslehre, gerichtet. Daraus erklärt sich die Aufnahme mancher Gedichte, die sich wohl für den Kirchengesang nicht eignen, als: Schillert „drei Worte des Glaubens," Krummachers Allegorie des Gewissens („In tiefer Wölbung des Busens" re.) u. a. Im Jahre 1818 erschienen die „Religiösen Lieder und Gesänge für Israeliten zum Gebrauche häuslicher und öffentlicher Gottesverehrung" von Hr. Dr. E. Kley. — Diese sind bisher in dem neuen Tempel zu Hamburg in der ersten und dann in der zweiten Aufl. (Hamb. 1821) benutzt worden. Davon ist eine dritte Aufl. herausgekommen unter dem Titel: Hamburgisches Israelitisches Gejangbuch für häusliche und öffentliche Gottesverehrung (Hamburg 1827; 150 Nummern). Die in dieser Sammlung enthaltenen Lieder sind — jedoch mit Ausnahme der Heinroth ischen — nur voll Jüdischen Verfassern. Aus den genannten Werken und dem „allgemeinen Liederbuche von Seiler" hat Hr. Dr. M. Büdinger eine neue Compilation verfaßt, unter dem Titel: „Gesänge zur Erweckung der Andacht und des religiösen Gefühls bei der Jsraelitschen Jugend, mit drei- und vierstimmig gesetzten Melodien. Erste Sammlung, enthalten 68 Choräle 'und 20 Schullieder. (Auf Veranstaltung des Israelitischen Vorsteheramies der Provinz Niederhessen). Unter diesen Chorälen sind auch drei Hebräische in gereimten Strophen. -*) — Aus dieser kurzen Ueberflcht aller vorhandenen Israelitischen Gesangbücher, die zum Thei! erst erschienen oder doch vervollständigt wurden, während das vorliegende neueste bereits im Entstehen war-, wird schon zur Genüge das Bedürfniß Und der Wunsch erklärlich sein, für den Neuen Tempel eine eigene, möglichst vollständige, den wichtigsten relir giösen Beziehungen genügende Liedersammlung zu besitzen. Was durch dieselbe das Gebiet der Erbauung *) Erwähnung verdient noch eine ältere kleine Sammlung Hebräischer Choräle, betitelt:' •rowi ’oi rrotub mhnn "nvi; .psb avpn c^nSyny-i Davon sind mehrere Fortsetzungen erschienen.

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