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Der Jude · 1833-10-18 · Heft 21 (18.10.1833) · p. Seite 165

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 21 (18.10.1833)
Date
1833-10-18
Page
Seite 165 (sequence 1)
Language
German
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Der Iu-e. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herauögegeben von Dr. G. Riesser. Freitag, den Sand. 18. Ottober 1833. Mit Wönigl. Dänischem Allerhöchstem Wrivilegio. EigenLhum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammerich in Mona. Litteratur. Allgemeines Israelitisches Gesangbuch, eingeführt in den neuen Israelitischen Tempel zu Hamburg. Hamburg, in Commission bei Perthes und B e s s e r, 1833 (6693). S. XII. u. 628. 8. Anderer Titel: Allgemeines Israelitisches Gesangbuch für Gotteshäuser und Schulen. §)iese Blätter gehören nicht in die Kategorie der literarisch-kritischen. So wie die Gegenwart mehr noch eine Zeit der Krisis, als der Kritik ist, so hat auch diese Zeitschrift sich mehr den kritischen Fragen des Rechts und der Freiheit zugewandt. Doch kann sie Schriftwerke, die ihrem Gebiete angehören, nicht unbeachtet lassen, obschon sie sich darauf beschrankt, mehr hinzuweisen und aufmerksam zu machen auf solche Erscheinungen, als eigentlich zerlegend zu richten. Das ist denn auch nicht die Absicht bei der Anzeige des vorliegenden Werkes; sonst hätte am allerwenigsten einer der Herausgeber sich der Arbeit unterziehen mögen. Daß das Buch aber einer ausführlicheren Besprechung überall werth gehalten wird, dürfte es durch seinen Inhalt nicht minder, als durch seine Bestimmung rechtfertigen. — 2r Bd. Es kann für eine religiöse Gemeinde nächst ihrer Gotteslehre selbst keine wichtigere Angelegenheit geben , als, die möglichst wirksame und würdevolle Gestaltung ihrer Gottesverehrung. Eine solche hervorzurufen und in Einklang zu bringen mit dem Bildungsstande unserer Zeit ist an vielen Orten verschiedentlich versucht, überall als dringendes Bedürfniß anerkannt worden, und kann selbst von redlichen Anhängern des Hergebrachten nicht mehr als bloße Forderung moderner Aufklärungssucht verschrieen werden. In dem Neuen Tempel zu Hamburg ist man bei der Umbildung der alten Liturgie am weitesten gegangen. Man hat der Muttersprache mehr, als irgendwo anders Eingang verschafft. Die drei Elemente gemeinsamer Andachtsübung: Gebet, Gesang und Predigt sind gleichmäßig beachtet worden. Während man indeß bei den Gebetsformen mehr auf die Ueberlieferungen Rücksicht zu nehmen, die Weihe der religiösen Vortrage aber den angestellten Rednern zu überlassen hatte, war in der Anordnung des Choral-Gesanges am meisten Freiheit vergönnt. Und es bedarf keines Beweises, daß diesem Erbauungsmittel die größtmögliche Sorgfalt gebührt. Das Gebet ist seiner Natur nach mehr subjeckiv, in seiner wahrsten Erscheinung mehr ein Erguß der innersten Persönlichkeit. Das Wohlthuende und Erhebende, das gerade in der Gemeinsamkeit 22

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