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Der Jude · 1833-09-13 · Heft 18 (13.9.1833) · p. Seite 146

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 18 (13.9.1833)
Date
1833-09-13
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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nung bei dem größeren Theile der Nation vorherrschend, so wäre natürlich die Sache in England als verloren zu betrachten. Glücklicher Weise ist augenscheinlich das Gegentheil der Fall. Die öffentliche Meinung har sich entschieden und warm für die Emancipation ausgesprochen; die bedeutende Majorität im Hause der Gemeinen, die große Menge von Petitionen, mit den zahlreichsten und achtbarsten Um terschristen versehen, denen sich mit Ausnahme einer von der Universitäts-Korporation von Cambridge (bekanntlich eines der Sitze des krassesten Objkuram tismus) ausgehenden keine einzige gegenüberstellte, bürgen dafür. Die öffentliche Meinung einer großen Nation wird auch hier, natürlich mit geringeren Kraftäußerungen, als bei anderen Veranlass«»- gen, dem Widerstande pfäffisch gesinnter Beschöfe und Aristokraten bald obsiegen. Der Widerstand, welchen das Oberhaus dem Willen der Gesammtheit von Zeit zu Zeit in England leistet, gleicht nach dem Geiste der Englischen Verfassung dem Hemmschuh, welcher die vielleicht Gefahr drohende, allzurasche Bewegung der nach dem Schwerpunkte der Gleichheit und der Freiheit mächtig bergab rollenden Näder der Gesetzgebung um ein Weniges hemmen soll; sie zum Stillstände zu bringen hat er nie vermocht und wird er nie vermögen. Eine Nothwendigkeit in der Art, wie der Herzog von Wellington sie zu einer je den legislativen Verbesserung erheischt, wird freilich Ln diesem Falle nicht einrreten. Was das für eine Nothwendigkeit sein müsse, welsche den Entschluß eines M bestimmen soll, für den Berechtigfeit, FMheit und Wahrheit keine in Betracht kommende Rücksichten sind, davon giebt uns das frühere politische Leben des edlen Herzogs die deutlichste Kunde. Mord und Brand, womit der katholische Verein, mit dem genialsten Demagogen unseres Jahrhunderts an seiner Spitze, Irland zu bedecken drohte; der Koth, den ein wüthender Pöbel in die Wagen Ihrer Herrlichkeiten warf, da sie nach Hause fuhren, nachdem sie Miene gemacht hatten, die Reformbill zu verwerfen, die Steine, welche um dieselbe Zeit gegen die Fensterladen der wohlverwahrten Behausung des edlen Herzogs flogen — das sind solche Nothwendigkeiten, welche mächtiger, als die Stimmen der Ehre, des Rechts und der Wahrheit den langjährigen Widerstand so mancher edlen Lords gegen die Emancipation der Katholiken und gegen die Reform zu besiegen wußten. Solche hoheStaatsnothwendigkeiten stehen den Englischen Inden freilich nicht zur Geltendmachung ihres Rechts zu Gebote. Aber sollte es nicht den Rücksichten der Staatsklugheit etwas zuwiderlaufen, es so gar deutlich merken zu lassen, durch welche Mittel die Forderungen des Rechts und der Freiheit unterstützt sein müssen, um einem klugen Sraarsmanne im Lichte der Nothwem digkeit zu erscheinen? Giebt man nicht durch ein solches Verfahren gegen die Schwächeren dem gewaltsamen Treiben der wildesten Demagogen, da wo sie die Macht dazu haben, das Mittel der vollkommensten Rechtfertigung an die Hand? Wir schließen mit der Anführung der folgenden Worte, mit weichen die lirnes die Anzeige von der Verwerfung der bill begleiteten: „ Die Zahl der Stimmen trug den Sieg über die Güte der Gründe davon, wie es in dem Hause der Lords nicht selten zu geschehen pflegt, und wir bedauern, die Verwerfung der Maßregel mit einer Majorität von 60 Stimmen anzeigen zu müssen. Es kann indeß keinem Zweifel unterliegen, daß ein Gesetz, welches, wie dieses, auf die richtigsten Grundsätze reiner Religion und erleuchteter Politik gestützt ist, selbst in dem Hause der Lords zu einer nicht sehr entfernten Zeit durchgehen muß. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die nächste Parlamentssihung nicht vorübergehen, ohne daß die Juden den übrigen Unterthanen Seiner Majestät gleichgestellt sind." Betrachtungen über die Verhältnisse der jüdischen Unterthanen der Preußischen Monarchie. (Fortsetzung.) ~ 88ir wollen jetzt jene zerstreuten Elemente in Meinungsäußerungen und Thatsachen selbst näher betrachten, in welchen Hr. Streckfuß und andere unserer Gegner eine unserer Sache ungünstige, wir selbst aber theils eine gegen dieses, wie gegen andere politische Verhältnisse gleichgültige Meinung, theils aber die noch unentwickelten Keime einer dem Prinzip der

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