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Der Jude · 1833-09-13 · Heft 18 (13.9.1833) · p. Seite 142

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 18 (13.9.1833)
Date
1833-09-13
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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leistete, that er, was jeder gewissenhafte Jude pt thun sich scheuen würde. Vielerlei ist wahrend der gegenwärtigelr Diskussion gesagt worden über den Vorschub, welchen die Bill der Gottlosigkeit und Blasphemie leisten würde. Nie ist dergleichen mit minderem Grunde behauptet worden. Ich fordere den Witz und Scharfsinn eines Jeden auf, aus dem Inhalte der Bill etwas herauszudrehen, was in der Art gedeutet werden könnte. Die Bill ist überhaupt gar nicht auf eine Frage, welche die Religion am geht, gegründet und als Gesetzgeber sollten wir, dünkt mich, rhve Erwägung mit Mäßigung und Ruhe vornehmen. Viele würden daran besser thun, als daß sie das Handbuch der Inquisition zu ihrem Führer nehmen und in dem Geiste verfahren, der alle Theile dieses verabscheuungswürdigen Gesetzbuches belebt. Das ist ganz die alte Leier, jeden Glauben, der von dem unsrigen abweicht, als gottlos und gotteslästerlich zu verschreien. Was wir glauben, das halten wir für den rechten Glauben: darum muß der Glaube Anderer nothwendig irrig sein. Es ist etwas lächerlich, erst den Grundsatz zuzulassen, daß ein Zeder in Angelegenheiten der Religion glauben möge was chm beliebe, daun aber umzukehren mW zu sagen, er habe kein Recht, eine unrichtige Meinung Zu hegen. Wa? wir glauben, sagen die unduldsamen Bekenner einer Religion, ist so offenbar, wie es wahr ist» darum sollte ein jeder Andere auch daran glauben. Auf diesen Grundsatz laufen alle die Redensarten hinaus, die man in reicher Fülle gegen den'Vorschlag verschwendet hat, das letzte jener ausschließoüden Gesetze, welche sich in dem Gesetzbuche fanden, abzuschaffen und darum hat man die Bezeichnungen von Gottlosen und Gotteslästerern freigebig Denen zu Theil werden lassen, die diese heilsame Maßregel unreH^ren. — Ich schließe, indem ich die Bill von ganzem Herzen zu unterstützen erkläre. Erblickte ich in derseMr das mindeste Zeichen von Geringschätzung gegen die-christliche Religion, wie sie gesetzlich in diesem Lärche Besteht, so würde ich bereitwillig mit dem ehrwAdiWN Prälaten, der vor mir das Wort geführt hat, Anstimmen und sie verwerfen. Ich bin nicht der Mann dazu, ein Ge,' setz zu unterstützen, von welchem das Ehristenthum in diesem Lande den mindesten Nachtheil W Befürchten hätte. Aber ich finde Mrs der Art darin; ich finde nur den Vorschlag darin, das letzte Ueberbleibsel unduldsamer Gesetze aus unstrem Gesetzbuchs zu verbannen. Ich hoffe zuversichtlich, daß. das Haus den Grundjah der Bill genehnn'gen wird und indem es so verfahrt, wird es einen der Grundsätze der Religion, zu welcher es sich bekennt, befolgen, den Grundsatz der Menschenliebe: denn.sie ist es vor allen Dingen, welche die christliche Religion befiehlt und einscharst." Der Herzog von Gloncester: „Ich betrachte die vorgeschlagene Maßregel als eine der ernsthaftesten und bedenklichsten, welche der Erwägung des Hauses unterliegen könnten. Keiner kann einen größeren Abscheu gegen religiöse Verfolgung hegen, als ich; aber ich kann (bei aller Hochachtung vor den Bekennern des jüdischen Glaubens) nicht zugeben, daß Personen, die das Chnstenthum anklagen, zur gesetzgebenden Gewalt zugelassen werden. Ich wünsche überhaupt nicht, daß wir dem Beispiele anderer Nationen folgen mögen; aber ich erinnere daran, daß die Juden in Frankreich sich in diesem Augenblicke in derselben Lage, wie in England, befinden. — („Nein, Nein" von dem Herzoge von Sussex.> Zch bitte meinen hohen Verwandten um Verzeihung; aber es verhält sich so. Die Zuden sind dort nur geduldet; und Gott verhüte daß sie nicht geduldet werden sollten!" Der Herzog von Sussex: „Meine Ansicht über diesen Gegenstand ist von der meines hohen Verwandten sehr abweichend. Zch gebe gern zu, daß die seinige auf aufrichtiger Ueberzeugung beruht, hoffe aber auch, daß er mir dieselbe Gerechtigkeit widerfahren lassen wird. Die Kage erscheint mir als eine politische, und mit der Religion in keiner Verbindung stehend. Ein ehrwürdiger Geistlicher, der zu Anfang dieser Debatte has Wort geführt, hat sich auf einen Fluch , bezogen, welcher, wie er meint, auf den Zuden lastet. Aber ich möchte jenen ehrwürdigen Praelaken an hie Stelle her Schrift erinnern, wo es heißt: „Wehe Denen, die jenen Fluch vollziehen!" Es würde mich schmerzen, wenn es das Loos Ew.-Herrlichkeiten wäxe,,. diesen Fluch auf sich zu laden. Zch stimme mit meinem hohen BrywaMten dann überein, daß hie Eng-

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