Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1833-09-13 · Heft 18 (13.9.1833) · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 18 (13.9.1833)
Date
1833-09-13
Page
Seite 141 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2542348-2542349-2542368--399-3526915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Riesfer. Zweiter m 1Ä M» Band. Freitag, den 13. September 1833. Mit ütöttigl. Dänischem Allerhöchstem Urivilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei Z. F. Hammerich in Wona. Verhandlungen über die Emancipation der Inden im Englischen Parlament. (Beschluß.) Der Lord-Kanzler fährt fort: „Man bedenke, daß nicht nur Deisten, welche die Bibel verworfen, den Wirkungen jener Gesetze entgangen sind, sondern auch Atheisten, die die natürliche Religion sammt der Bibel abgeschworen hatten. Kein Deist/ der den Eid leistete, wurde von einem Parlamentssitze ausgeschlossen und die offenen Verächter aller Religion fanden leichten Zugang nicht nur zu den beiden Häusern des Parlaments, sondern auch zu dem Haushalte des Königs und den höchsten Staatsamtern. Lord Shaftesbury, der berühmte Verfasser der „Charakteristiken" und der nicht minder berühmte Lord Bolingbroke haben beide den Eid geleistet, „bei dem wahren Glauben eines Christen" obgleich es sehr bekannt war, daß sie so wenig von den erhabenen Lehren des Christenthums glaubten, wie die Juden, deren Ausschließung man jetzt fortdauern zu lassen wünscht. Der eine Unterschied findet flch zwischen Beiden, daß, wahrend die Einen das alte sowohl wie das neue Testament abgeschworen haben, die Anderen an das Gesetz Mosis und den alten Bund glauben. Die Wahrheit meiner Behauptungen finden wir durch ein anderes Ereigniß, welches sich 2r Bd. vor 50 Jahren begab, bestätigt. Herr Wilkes, ohne Zweifel ein Mann von großen Fähigkeiten, fand freien Zutritt zu dem Hause der Gemeinen, obgleich er gewiß auf den Namen eines Christen keinen Anspruch machen konnte.. Ich muß bei dieser Gelegenheit bemerken, daß ich nicht ganz mit Denen übereinstimme, welche geneigt scheinen, den Charakter unseres Landes in Betreff seiner Christlichkeit auf Kosten anderer Länder zu erheben. Obgleich ich in diese außerordentlichen Lobeserhebungen nicht einstimme, so gebe ich zu, daß das Land in der letzten Zeit im Punkte der Moralität sich sehr verbessert hat. Dennoch kann ich es nicht billigen, daß man die Moralität nnd Religiosität unseres Landes höher stellt, als die anderer Länder. Ich wünsche und hoffe, das es sich so verhalten möge; aber ich sehe keinen Grund ein, der Behauptung nachzugeben. So viel ist gewiß, daß, wenn die Engländer nicht das am meisten moralische Volk der Welt sind, sie doch dasjenige sind, welches am besten mit seiner Moralität zufrieden ist. — Was nun Herrn Wilkes betrifft, so wurde er in einem Gerichtshöfe wegen Blasphemie verurtheilt; diese Verurtheilung stand aber seiner erneuten Zulassung in das Haus der Gemeinen nicht im Wege. Seine Konstituenten sandten ihn in's Parlament zurück, um den Eid „bei dem wahren Glauben eines Christen" zu leisten, und indem er dmMd * 19

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.