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Der Jude · 1833-09-06 · Heft 17 (6.9.1833) · p. Seite 136

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 17 (6.9.1833)
Date
1833-09-06
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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136 sie beweisen durch ihr Mißgeschick die Wahrheit der Worte der Propheten und der Evangelisten. Ich wiederhole es, ^ich hege keine Bitterkeit gegen meine jüdischen Brüder; ich betrachte sie mir Bewunderung und Mitgefühl — Bewunderung für die Standhaftigkeit, mit welcher sie durch allen Wechsel der Zeiten hindurch ihrem Glauben angehangen, Mitleid für die Jrrthümer, denen sie so lange hingegeben. Ich hoffe zuversichtlich, daß die Binde bald von ihren Augen fallen wird, daß sie die Täuschung erkennen, welche sie irre geführt und sich in die Arme des Heilands werfen werden, welcher, wenn gleich von ihnen verschmäht und verworfen, bereit ist, sie zu empfangen. — Zch trage aus diesen Gründen darauf an, die zweite Lesung der bill um 6 Monate zu verschieben." Der Erzbischof von Dublin: - „Ich fühle mich berufen, die Gründe meiner Abstimmung zu Gunsten der bill darznlegen. ,Da meine Ansicht über die Bedeutung und Tendenz derselben von derjenigen, welche ein ehrwürdiger Prälat so eben ausgesprochen, entschieden abweicht, so würde eine stillschweigende Abstimmung von meiner Seite nicht genügen. Zch will keine Betheurungen meiner Anhänglichkeit an unsere heilige Religion verbringen. Solche Detheurungen werden billig mit Argwohn ausgenommen, wenn die Aufführung sie nicht bewährt; thut sie es aber, so sind sie überflüssig. Das darf ich wohl sagen, daß ich als christlicher Geistlicher und Prälat nicht gleichgültig sein würde gegen irgend einen Plan, welcher gegen die Einrichtmg oder gegen die Würde dieses Hauses gerichtet wäre, — Zch beginne mit der Behauptung, baß die BewMführung den Gegnern der bill obliegt. Zch gebe utt Allgemeinen zu, daß Diejenigen, welche beschränkende,Veränderungen in Betreff irgend eines verfaffungGäßigen Instituts in Vorschlag bringen, die Nothwendigkeit derftlben zu bewerfen haben; aber der umgekehrte Mü tritt da ein, wo es sich um Aufhebung von UnfiWeiten und Beschränkungen handelt, deren UngerechMeit im Allgemeinen nicht gelaugnet werden kann. Zz^diesem Falle liegt der Beweis Denen ob, welche die Mschaffung rechtlicher Ungleichheiten bestreiten, die, wie Zeder zugeben muß , nur durch eine gebietende Pothrvendigkeit gerechtfertigt werden können. Die Vertheidiger der bill haben mithin nicht die Vvrtheile derselben darzuthun, sondern nur den Einwendungen der Gegner zu begegnen. Können die Gegner keinen Grund für die Fortdauer der Beschränkungen angeben, so müssen diese, da sie schlecht an.sich sind, fallen. Die Gegengründe aber sind zwiefacher, theils politischer, theits religiöser Art. Zch werde mich so viel wie möglich auf die letzteren beschranken, da ich, als Prälat, politische Erörterungen gern vermeide. Man hat gesagt, daß , da die Zuden dem i alten Erbe ihrer Väter, wiedergegeben zu werden hofften, sie dem Staat, den sie bewohnten, keine innige, warme Anhänglichkeit zollen könnten. Es fehlt indeß dieser Behauptung der Beweis, daß bürgerlicher Gehorsam von Glaubenssätzen abhängt; sie ist daher bedeutungslos um so mehr, da die Erfahrung aller Nationen, unter welchen Juden wohnen, ihr widerstreiten Man hat gesagt, daß,, da der Jude das Christenthum tadelt und ihm Hohn spricht, er nicht Mitglied eines christlichen Parlaments sein darf. Zch gebe zu, daß es nicht leicht ist, dieser Einwendung zu begegnen: denn das Parlament macht Gesetze für die herrschende Kirche; man kann also fragen, ob, wenn man auch den Anspruch der Juden zugiebt, eine Stimme zu haben bei der Ab-» faffung der Gesetze, denen sie gehorchen, bei der Auflegung von Steuern, die sie zahlen sollen, — ob man denn auch gestatten wolle, an der Gesetzgebung für die Angelegenheiten einer christlichen Kirche Antheil zu nehmen? Zndeß paßt jede Antwort auf diese Frage auch auf die katholischen um\ presbyterianischen Parlamentsglieder. Warum M ein Katholik für eine protestantische, ein Presbyterianer für eine episkopale Kirche Gesetze machen? Har nicht ein Jude so viel Recht dazu, mk beide? Die Sache ist die, daß das Parlament-'überhaupt keine andere, ojs bürgerliche Funktionen ausüben, die Kirche aber nur von ihren-Mitgliedern Gesetze empfangen sollte; sie sollte von einer aus ihrer Mitte < gewählten Behörde geleitet wertzen und vom Parlamente so wenig, wie die Mährischen Brüder, die Quäker und andere SekW abhängen. Die gegenwärtige Anomalie wird, so lange bestehen, als die gesetzgebende Gewalt/ sich um kirchliche Angelegercheirm

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