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Der Jude · 1833-09-06 · Heft 17 (6.9.1833) · p. Seite 135

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 17 (6.9.1833)
Date
1833-09-06
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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135 Es versteht sich also, daß ich nicht auf den Grund einer schlechten Moral oder Mangelnder geistiger Vorzüge hin mich der vorliegenden bill widersetze. Ich bin aber der Meinung, daß das Parlament der unangemessenste Ort für die Juden zur nützlichen Anwendung ihrer Talente ist, vorausgesetzt selbst, daß sich keine andere Einwendung gegen ihre Theilnahme an der legislativen Gewalt machen ließe. Ich weiß, daß man sich auf zwei Beispiele anderer Staaten berufen hat zum Beweise, wie unschädlich es ist, die Juden zu der vollen Ausübung aller politischen Funktionen zuzulassen-, aber ich kann mich selten dazu verstehen, Schlüsse aus solchen Daten gelten zu lassen. Zuerst sind ihrer zu wenige und zu unvollkommene; demnächst sind die Verhältnisse unseres Landes und die derjenigen Staaten, auf welche man sich beruft> so verschieden, daß sie mir keine auf Analogie gestützte Schlußfolge zuzulassen scheinen; es folgt mithin daraus, daß eine Maaßregel in dem einen Staate anwendbar ist, nicht, daß sie in einem anderen, so verschieden eingerichteten rathllch sei. Die Frage ist: warum sollen die Juden von der vollen Theilnahme an den politischen Bortheilen der Verfassung , insbesondre von der Fähigkeit, Mitglieder der gesetzgebenden Gewalt zu werden, ausgeschlossen fein? Ich antworte: weil unser Staat ein christlicher ist und weil die Juden mit den Lehren des Christenthums nicht übereinstimmen, vielmehr ihnen entgegen sind. Diese Einwendung ist lediglich Sache des Prinzips. Man hat gestgt: wenn auch die Juden der christlichen Glaubenslehre auf's entschiedenste entgegen wären, was könnte es denn schaden, wenn man zwei oder drei derselben zur Legislatur zuließe, in welcher sie, da sie sich wie Einer zu einer Legion verhalten, keinen Schaden anrichten könnten, wollten sie es auch noch so gerne? Ich gebe allerdings zu, daß die Zulassung weniger Juden in ein christliches Parlament keinen praktischen Rachrheil herbeiführen würde, aber sie spricht einen einflußreichen Grundsatz aus. Hat man einmal durch ein förmliches Gesetz erklärt, daß es nicht allein unnöthig ist, daß die Mitglieder eines christlichen Senats Christen seien, sondern, daß sie sogar das Christenthum für falsch und seinen Göttlichen Stifter für einen falschen Propheten halten dürfen, so hat man den ganzen christlichen Charakter der Verfassung aufgegeben. Um diesen Grundsatz dreht sich die Frage, nicht um die Zahl der Juden, welche etwa in Folge dieses Gesetzes in das Unterhaus gckangen. mögen: läßt Mn nur Einen Juden zu, so ist der Grundsatz zerstört. Der Fall wäre minder ftorf,. meno man den Vorschlag machte, Mahomedaner oder Brahminen für zuläßig zu Parlamentssitzen zu erklären. Freilich ist der jüdische Glaube an innerem Werth dem Aberglauben Jener weit überlögen; aber er steht in einem Verhältniß zum Christeuthume, welches jenen anderen Religionen fremd ist. Es ist in der Religion der Juden nicht nur eine Negation des christlichen Glaubens, sondern ein positiver Widerspruch gegen denselben enthalten. Der Jude kann in der christlichen Religion nur die Ursache des Unglücks seiner Nation und seiner Verbannung aus dem Lande seiner Väter und der Propheten erblicken. Ich sehe mich vielleicht dem Vorwurfe der Thorheit und der Bigotterie aus, wenn ich die Ueberzeugung ausspreche, daß die Geschichte der Natiormr von dmr Auge der Vorsehung bewacht wird. In England hat es dem Göttlichen Willen gefallen, das Christenthum festzusehen, um zum Guten und zum Segen zu wirket:; wem: wir dccher unseren freiwilttgen Beistand leisteten, ihm seinen christlichen Namen zu entziehen, so würden wir unsere Ansprüche auf jenen Segen einbüßen. Ich stimme demnach gegen die vorliegende bill, weil ich glaube, daß ich, verführe ich anders, gegen die Absichten des heiligen Gründers unserer Religion handeln würde, welcher dieses Land und dieses Volk so sthr unter stinen besonderen Schutz genommen hat. Zch hege keine Bitterkeit gegen die Juden. Zch betrachte sie als ein merkwürdiges ZeugNiß von dem göttlichen Ursprünge des christlichen Glaubens, getrennt wie fie durch alle Perioden ihrer Geschichte hindurch von anderen Nationen waren; ich betrachte sie wie Lichter am Firmament, welche einer in Dunkel gehüllten Wett die Eigenschaften der Gottheit und die Hoffnungen der Erlösung zeigten. Selbst in ihrem jetzigen Zustande, ihren ursprünglichen Charakter öeibehakrend, sind sie merkwürdige Beweist für den Göttlichen Ursprung des Christenthums, BürgeK Kr Göttliche Wahrheit. Sie bezeugen die Verheißungen des Evangeliums; ' 18*

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