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Der Jude · 1833-09-06 · Heft 17 (6.9.1833) · p. Seite 134

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 17 (6.9.1833)
Date
1833-09-06
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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134 Gefahr zu fürchten. Wo die Juden bis jetzt bürgerliche Rechte erhalten haben, haben sie sich als achtbare Bürger bewahrt, und es ist nicht einzusehen, warum nicht derselbe Erfolg hier eintrmn sollte. Im Jahr 1752 ist ein Gesetz zur Verbeffe, rung ihres Zustandes durchgegangen; über es wurde vom Volke mit großer Unzufriedenheit ausgenommen und deshalb bald widerrufen. > Die öffentliche Meinung hat aber seitdem eine mächtige Veränderung erfahren, wie aus der reichlichen Anzahl der zu Gun-' sten der diU eingereichten Petitionen hervorgeht. Auch spricht ein Argument zu Gunsten des Gesetzes, welches , ich gestehe es, großes Gewicht in meinen Augen hat, die Thatsache nämlich, daß das Gesetz die Genehmigung einer überwiegenden Majorität im Unterhause erhalten hat. Ich will damit nicht fa« f gen, daß die Entscheidungen des Unterhauses einen ungebührlichen Einfluß auf das Oberhaus ausüben sollen; aber wir kennen nicht läugnen, daß das gegenwärtige Haus der Gemeinen ein weiteres Gebiet der öffentlichen Meinung darstellt, als irgend ein früheres Haus." Der Erzbischof von Canrerbuxy erhob sich darauf gegen die dM in folgender Rede: „ Auch ich stimme in manchen Punkten den Ansichten des letzten Redners bei und bin weit entfernt, auf alle Gründe, welche gegen die vorliegende Maußreget geltend gemacht worden sind, Gewicht zu letzey. Ich lege wenig Werth auf das Argument, daß die Juden auf das gelobte Land, als auf den ihnen von den Propheten verheißenen Aufenthaltsort hinbWen, und daß deshalb kein innigeres Band sie an das HM, in welchem sie, sich nur einstweilen aufhalten, MMW könne. Dieser Umstand scheint .mir ferne SchKrWtze gegen die Erfüllung aller gesetzlichen und gesMhaWchen Verpflichtungen von Seiten dev Juden zWlsffm, und kann mich deshalb nicht bestimmen, MM das Gesetz zu stimmen. Auch lege ich kein Gewicht Mß dasjenige, was man in Beziehung auf die EigenchjMichkeit der Moral und.der.Religion der Juden gessMhar. .Ich weiß, daß ihr Sittengesetz aus der reinM^Meaus dem Gesetze Mofls und den ProphetzeHWßchöpst jstaus der QMe der Heiligkeit ftlbst; Hyh hat,^ ohngeachtet - menschlicher Einwirkungen, smnW upsprünglichen Glanz nichteyrgebüßt. Es beruht bis auf einen gewissen Grad auf derselben Grundlage mit den Vorschriften des Evangelium; was also die MoralitÄ betrifft, so steht es sehr gut mit den Juden. Was ferner ihre intellektuellen Fähigkeiten betrifft, so brauche ich nur zu bemerken, daß, obgleich die Jüdischen Propheten unter dem Einflüsse höherer Eingebung schrieben, wir dennoch nicht zu unterscheiden vermögen, wie vieles von ihren Schriften, die so voll von Schönheit und Erhabenheit sind, mit dem Beistände des heiligen Geistes, wie viel durch das bloße Vermögen, menschlichen Verstandes verfaßt worden. Ich kann die Thatsache nicht übersehen, daß eine hohe sittliche und geistige Kraft in den Schriften des Jesus Sirach entfaltet ist, welche auf Inspiration keinem Anspruch machen. Wer, der diese Schriften und die des Philo und Josephus gelesen, kann es in Abrede stellen, daß sie in Ueberfluß Schönheiten enthalten, welche sie den ersten Griechischen Geschichtschreibern und Philosophen, ja dev ersten Gottesgelehrten und Moralisten aller Zeiten und Länder gleich stellen? Ich darf nur Ihre Aufmerksamkeit auf die Schriften und die biblische Kririf Mendelssohns und seiner Schüler in Deutschland lenken, um die geistigen Fähigkeiten der Juden darzuthun. Was unsere Zeit und unser Land betrifft, so konme ich vor einigen Jahren nicht umhin, ein von einem in England ansässigen Juden geschriebenes Werk zu bewundern, in welchem eine Fülle von Gelehrsamkeit und eine ausgezeichnete Kritik sich zeigte. Von demselben Verfasser habe ich kürzlich eine Flugschrift gelesen, worin er seinen Glauben gegen die Verleumdungen vertheidigt, welche gegen ihn vorgebracht worden; sie ist in jenem Tone ruhiger Würde geschrieben, welcher der untrüglichste Ausdruck des Bewußtseins der Unschuld ist. Einer meiner Freunde, ein sehr gelehrter Mgnn> einer Kontroverse mit einigen ausgezeichneten Mischen Rabbinen über christliche Glaubenslehren Theil genommen, sagte mir, er könne den gemäßigten, freisinnigen und aufgeklärten Ton njKt ^nug loben, in welchem der Streit wm jeven Männern geführt worden sei, sp düß, obgleich keiner der streitenden Theile den anderenMMrzeugen vermochte, sie doch mit gegenseitiger ZufmeWcheit von einander schieden..

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