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Der Jude · 1833-07-26 · Heft 14 (26.7.1833) · p. Seite 114

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 14 (26.7.1833)
Date
1833-07-26
Page
Seite 114 (sequence 6)
Language
German
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114 „ stens außerdenl noch eine andere, einem Christen »gehörige, ähnliche Wirthschast vorhanden ist/" wenn endlich die einfache Majorität des Sächsischen Landtags ihre gänzliche Ausschließung von der Erwerbung ländlicher Grundstücks will. Oder ist dieser Wunsch etwa auf Beförderung des Ackerbaus gerichtet? Unter die beiden angegebenen Gesichtspunkte, den des Neides gegen die gedeihliche, Vortheil und Ehre bringende Thätigkeit Derer, die man seit Jahr- Hunderten zu hemmen und zu fesseln gewöhnt ist, und den einer Religionshaß und Gewerbs - Polizei vermengenden Ansicht lassen M die sämmtlichen Wünsche und Vorschläge der Provinzialstände zusammenfassen und die wenigen gesagten Worte möchten zur Würdigung ihres theoretischen Werthes genügend sein. Auch haben wir bei einer anderen Verr anlasiung dieselben Gesinnungen und Verhältnisse der ausführlichsten Erörterung unterworfen, der wir wenig hinzuzufügen wissen und die wir nicht wiederholen wollen; wir erlauben uns daher, unsere Leser darauf zu verweisen *). Aber es haben jene Wünsche und Vorschläge noch eine zweite praktische und gewissermaßen 'geschichtliche Bedeutung, welche einer gründlichen Untersuchung würdig und bedürftig ist. Sie machen sich nämlich als die Meinung einer Art von Volksvertretung, mithin als der Ausdruck einer Art von öffentlicher Meinung geltend; als solcher sind sie ganz besonders in der Schrift des Hrn. Streckfuß benutzt worden, so daß sie den eigmelichen Stützpunkt seiner Ansichten bilden. Er bedient sich ihrer vorzüglich dazu, um die Ansicht zu widerlegen, daß die bürgerliche und politische Freiheit der Juden mit dem konstitutionellen Leben sich entwickeln müsse. Schon in der Vorrede W. 8) behandelt er diese Frage und kommt im Verlaufe her Schrift mehrfach darauf zurück, indem er mit ZMHt einen großen Werth darauf legt. Es ist nun aber jene Hoffnung, welche die Sache der GewissensfteHeir auf die Fortschritte des konstitutionellen Lebens bam, ihrem Geiste und ihrer inneren Bedeutung nach nichts Anderes und nichts Geringeres als die Hoffnung auf. die fort- *)'Man vergleiche den ersten Band des Juden,* Nr. 17-21 oder Kni ti sche B e l e u ch tung, S. 81-107. schreitende Entwickelung der Menschheit, welche auf ihrer gegenwärtigen Stufe, wenn auch nicht durchweg, doch meistentheils die monarchisch-repräsentative Form als ihren angemessensten Ausdruck im politischen Leben erkannt und gewählt hat; es ist die Hoffnung, welche die Gewissensfreiheit auf die politische und bürgerliche Freiheit, auf die Freiheit überhaupt, zu bauen sich berechtigt glaubt; es ist ihr Erbanspruch an den geistigen Reichthum des Jahrhunderts; es ist endlich die Hoffnung, welche die machtlose. Minorität, die sich selber Recht zu schaffen nicht vermag, auf die Würde und den Adel der Gesinnung seht, welche das Bewußtsein der Freiheit und des gleichen Rechts der Mehrheit einsiößen soll. Es ist mithin eine sehr bedeutsame, inhaltreiche, mehr als irgend etwas Anderes für den Unterdrückten tröstende und erhebende Hoffnung , die uns hier mit wenigen Federstrichen geraubt werden soll; eS verlohnt sich mithin gar wohl der Mühe, daß wir darum kämpfen mit Ernst und Eifer, ehe wir sie uns rauben lassen. Eine größere Beruhigung freilich, als in meinem verhallenden Worte , und, wie ich hoffeeine ganz hinlängliche, werden die Leser des Hrn. S tr. in dieser Beziehung finden in den Vorgängen Frankreichs und Hollands, in Demjenigen, was wir unter unseren Augen in England sich entwickeln sehen, in den Verhandlungen und Beschlüssen der Vertreter Barern's und Kur Hesse ns, welche, wenn ihnen die Regierungen bis jetzt noch nicht die gebührende Folge gegeben, doch darum als Ausdruck der Gesinnung und des Strebens nicht mindere Bedeutung haben. Da indeß Hr. Str., alle diese geschichtlichen Thatsachen wohl, weil er sie-für Kleinigkeiten hielt, die seiner Beachtung unwürdig seren, übersehen hat und, in den Preußischen Provitlzia!- ständen allein die ächte Blüthe des konstitutionellen Lebens erkennend, die Orakel ihrer Aussprüche alleirr seiner Deutung würdig erachtet hat, da fein gefährlicher Jrrthum dadurch einen Schelm der Wahrheit erhält und bei Manchen Eingang finden könnte, so halten wir eine ausführlie^ Erörterung der Frage, wie sied die Preußischen Prmckrzialstände zur Bolksrepräsentation verhalten, wie sich die Verschiedenheit in dem Wesen beiher in der Verschiedenheit ihrer Resultate, iw den Mstchten und Bestrebungen, welche

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