Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1833-07-23 · Heft 13 (23.7.1833) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 13 (23.7.1833)
Date
1833-07-23
Page
Seite 107 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2542348-2542349-2542363--360-3526871
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ree reinen Lehre so wie den Nachcheil befangener Börstellungen deutlich M erkennen. Der Lehrstand Mder daher unter uns MlsteniheikS die natürlichste Opposition sowohl gegen das vorurtheilsvolle Festhalten an dem starren Herkommen als gegen die entgegengesetzte Gesinnung , welche bas religiöse Band zu zerreißen hköhM würde, wenn sie sich der Mehr; zahl bemächtigte. Fast alle inneren Verbesserungen, die in den kleineren und ein beträchtlicher Theil der, jenigen , die in den größeren jüdischen Gemeinden Deutschlands in's Werk gesetzt worden, sind von dem Lehrstande ausgegangen, dessen achtnngswerthe Mid glieder hier großen Theils mit der größten Üneigennühigkeit aus Liebe zur Sache und zur Ehre ihres Berufs gehandelt hüben. Wir haben also alle Uv fache, unseren Lehrerstand in Ehren zu halten und darauf bedacht zu sein , ihn mit tüchtigen Mitgliedern möglichst M verwehren. So lange also der Staat die Lehrer unseres Glaubens von jeder WirksKttckeit bei allen öffentlichen Anstalten ausschließt, darf schon deshalb allein gar nicht die Rede davon sein, daß wir ihnen den einzigen ihnen übrig gelasfenen, sehr geringfügigen Zweig der Thätigkeit, die Ertheilung des Elementar * Unterrichts an jüdische Kinder, durch Aufgebung unserer eignen Schulen, da, wo die Mittel zu ihrer Erhaltung vorhanden find , entziehen sollen. (Die Fortsetzung folgt.) mmmm lli ■»tflln1ii ■ ‘ ' Vorläufige Rechtfertigung. Zudem ich, in Beziehung auf die von Hrn. Professor Benary in den Berl. Zahrb. f. w. Kr. (März 1833) erschienene, mir erst vor Kurzem zu Gesichte gekommene Recenfion meiner über Kabbalistische Philosophie unö Pantheismus lateinisch geschriebenen Abhandlung, theils aus der lange schon druckfertigen, aber aüs disherkgem Mangel an Platz erst im nächsten Juli-Heft der hiesigen Preuß. Provinzial,Blätter enthaltenen Antikritik hier wenige Worte excerpire, theils außerdem Eintgck hierher besonders passende einflechte: so geschieht es keinesweges in der Absicht, einen theologisch, philosophischen Streit in dieser populären Zeitschrift zu eröffnen, sondern nur, um sowohl die sich für die Sache Jnteressirenden auf jenes, vielleicht nicht allzusehr bekannte Journal hierdurch aufmerksam zu machen, als auch um dem in diesen Blättern (B. 2. Nr. 3 u. 4.) von Hrn. Dr. N ttpp bereits Gesagten einige Bemerkungen hinzuzusügm. Der eigentliche Zweck meiner Schrift, die einstweilen nur als Skizze angesehen werden will, ist der, die Kabbalistische Philosophie von dem Vorwurfe des den Fanatismus und die Irreligiosität begünstigenden Pantheismus, der ihr von Wächters Spinor zismus iw Judenthum bis auf Jacob! und Jasche herab gemacht worden, gänzlich zu befreien. Nun liegt aber das Faktum klar vor Augen, daß dieser Vorwurf sich lediglich auf Commentarien des Buchs Zezira und vorzüglich des Sohaxs gründet: ich konnte und durste demnach vor Allem nichts anderes thun, als die deutlichsten Stellen des ursprünglichen Textes selbst systematisch zusammenstellen; so jedochdaß dieses Mittel, inwiefern aüf die falschen Erklärungen jener beiden Bücher, nicht aber inwiefern auf die, zu meiner Untersuchung nicht gehörige, kritische oder unkritische Darstellung der Kabbala überhaupt gerücksichtrgt wirdauch wohl untergeordneter Zweck genannt werden kann. Die Abhandlung zerfällt darum, nach vorausgesthickter Einleitung, in 3 Abschnitte, deren-jeder 4 Capitel enthalt: der erste giebt die allgemeinsten Begriffe, die ursprüngliche, d. h. eigentlich So ha rische Lehre, im Gegensatz der durch irrthümliche Interpretation entstandenen, uttd zuletzt (gleichsam als Anhang) Spuren der Kabbalistischen Philosophie im Christenthum und Mohammevaniswus; der zweite beschreibt kurz aber vollständig die 3 möglichen Hauptformen des Pantheisüms, als materialistischen, idealistischen Und dualistischen, wovon der erste durch die Jonischen Natürphilosophen> Aristoteles, die Stoiker und Jordan Bruno, der zMte durch die Indische/Philosophie, den Alexandrinischen Neuplatonismus, die Fichtesche und Hegelsche Lehre, der letzte durch Spinoza und Schelling repräsentirt wird; der dritte Abschnitt endlich enthält die aus den beiden erster« hervorgehende Vergleichung und Beurcheilung der Kabbalistischen Philosophie und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.