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Der Jude · 1833-07-23 · Heft 13 (23.7.1833) · p. Seite 108

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 13 (23.7.1833)
Date
1833-07-23
Page
Seite 108 (sequence 8)
Language
German
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108 m der All-Eins-Lehre, woraus sich denn merkwürdigerweise ergiebt, daß jene, trotz der vielen Aehnlichkeiten mit dieser — welche das bisherige Mißverständniß einigermaßen begreiflich machen — nichts destoweniger als rein theistisch von ihr als atheistisch himmelweit verschieden sei. An jenen Haupt- und Nebenzweck, auf dessen allgemein wissenschaftliches Interesse, abgesehen von jeder Vorliebe für das Judenthum, in der Schrift einzig und allein Rücksicht genommen, und dessen allein auch nur darin erwähnt ist, knüpft sich für unsere Glaubensgenossen noch ein dritter, der nämlich: theils die Kabbala als Natioualphilosophie mit der Offenbarung in Einklang zu setzen, theils die jüdischen Theologen vor der heillosen Vermengung unserer Religion mit dem Pantheismus überhaupt und der neuern Theosophie insbesondere aufs dringendste zu warnen. Schon aus dieser kurzen Berichterstattung sieht jeder unpartheiische Leser, wie in der Recension der Berl. Jahrb., deren Verfasser, Herr Prof. Benary, nicht nur als rechtgläubiger Hegelianer mit einigen diktatorischen Federzügen den philosophischen, sondern seinen Studien gemäß klüglich fast nur den historischen oder materiellen Theil meines Büchleins mit einer, zum mindesten, unwürdigen Gehässigkeit anzugreifen sucht — blinder Eifer für Mode- Philosophie auf der einen, und, so komisch er sich auch auf dem Felde der Wissenschaften, zumal bei einem Neophyten ausnimmtaffektirter Haß gegen Andersglaubende auf der andern Seite sogar die historische Kritik im höchsten Grade beeinträchtigen können. Der Wundfehler der genannten Recension ist der, daß meine Schrift darin so beurtheilt wird, als ob zwei Abhandlungen dem Herrn Benary Vorgelegen hatten, sinWber Kabbal. Philosophie, eine andere über Pantheismus; während auch der flüchtigste Leser wahrnimmt, daß beide Theile nur in gegenseitiger Beziehung dastehen, und somit ein harmonisch in sich zusammenhängendes Ganze ausmachen. und daß die ganze Schrift überhaupt vom dritten Abschnitte aus gleichsam rückwärts durchschaut sein wolle. AuS diesem Grundfehler sind nun natürlicherweise die mannigfaltigsten Jrrrhümer geflossen; da Herr B., gleich einem ungeschickten Beurrheiler ästhetischer Gegenstände, über dem pedantischen Klebenbleiben im Einzelnen und der mangelhaften Zusammenfassung des Ganzen dieses sowohl als jenes nicht zu würdigen verstand, und darum Beschuldigungen aller Art über mich ergehen ließ, deren Gewicht nur in der Keckheit besteht, mit der sie ausgesprochen sind. Indem ich, was die weitere Ausführmrg des so eben Angedeuteten anlangt, auf die im Anfänge bereits erwähnte, im nächsten Juli-Heft der hiesigen Preußischen Provinzial-Blätter erscheinende Antikritik nochmals hinzuweisen mir erlaube, fordere ich zugleich — von andern sind mir schon mehr oder ww Niger günstige Urtheile zugekommen — rabbinische Gelehrte, die in der Philosophie sich umgesehen, hievdurch öffentlich auf, mir über den vorliegenden, in vieler Hinsicht interessanten Gegenstand, eh' ich zur weitern Bearbeitung desselben schreite, in irgend welchen litterarischen Blättern ihre Ansichten gütigst mittheilen zu wollen. Gründliche und wohlgemeinte Beurtheilungen, wären sie auch durch und durch tadelnd und verwerfend, werde ich stets mit dankba- 'rem Gemüthe beachten; Degriffsverdrehungen aber, zumal boshaften, kämen sie nicht nur von Hrn. B., sondern auch von bekannten Männern, werde ich zu jeder Zeit müthig entgegentreten. Königsberg, Juni 1833. vr. Lfres stadst. Berichtigungen. Nr. 11. S. 85. Sp. 2. A. 3 statt sie l. sich. S. 66. Sp. 1. 3.17 st. ganze l alte. S. 92. Sp. 1. 3. 22 st. dasselbe l. dieselbe. Gedruckt bet Hammerich und Lesser in Altona. _____ .

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