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Der Jude · 1833-05-17 · Heft 6 (17.5.1833) · p. Seite 47

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 6 (17.5.1833)
Date
1833-05-17
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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47 Rechte der Parcheien z« nche reitt, wmn man ihnen nicht gestattet, einen Jeden vom Staate zu diesem Geschäfte als chchtiganerkannten zu ihrem Vertreter zu wählen, sondern diese Wahl auf der Mmmte, vom Staate nach Belieben zu wählende Beamte beschrankK So ist denn die hauptsächlichste Folge dieser Einrichtung die gewesen, daß ein einflußreicher Stand, von unabhängiger Intelligenz gebildet, dadmch weggefallen und eine Anzahl nach Belieben zu ernennender Beamten an dessen Stelle gesetzt worden. Für die Juden war die besondere Folge davon, daß auch für alle Diejenigen unter ihnen, die sich der Rechtswissenschaft gewidmet hatten,^- was nach dem Gesetze von 1812 bei einer freie« Advokatur, wie wir sie in anderen Staaten finden, nicht möglich gewesen wäre, — Talente und Kenntnisse zu einem nutzlosen Gute wurden, da die Regierung den Grundsatzfesthielt, ihnen deren Anwendung in dstganM weiten Sphäre, in welcher' ihre Gestattung von ihr abhing, zu versagen. Um alles Gesagte in ein Wort zusammenzufassen: der Staat, A h. Hie Regierung, bedeutet in Preußen Alles, der Einzelne Nichts, als was er durch sie und vermöge ihrer Bewilligung bedeutet; außer dieser »ist für das LrsiHerdenste Streben nach Auszeichnung, für die genügsamste Ehrliebe keine Befriedigung möglich; man möge , hiernach ermessen, wie weit die Zurücksetzung Derer, jn einem solchen Lande gehen muß, denen die RegMMg/. die einzige Spenderin alles Lohnes und aller Ehre, das Füllhorn aller ihrer Gaben zu verschließen de« Entschluß gefaßt hat. Man kann denken, uMcher ^unschätzbare Werch unter diesen Umständen der BestnMMNg des §.. 8 des Edikts vom 11. M§rz1812 beMlegr werden mußte, der den Juden die Aussicht auf ZckaMmg zu akademischen Lehr- und Schultern, „zu welchen sie sich geschickt gemacht Haben," mit bestimmten Worten eröffnete. Hier war denn doch Denjenigen, diechch dem Studium der Wissenschaften zu widmen den Beruf fühlten,.eine Hoffnung und zwar für alle Die, dm stch nickt gerade der Heilkunde zuwandtm, die ewMe Hoffnung gegeben, einstmals einen erfreulichen, ehrenwlleu Wirkungskreis zu erlangen Es findet zwischen Un verschiedenen Graden der auf der Religion gegründeten Ausschließung, wenn sie auch alle gegen ein und daffeM Prinzip des Rechts und der Moral verstoßen, wenn sie anch alle dasselbe schädliche Gefühl der Aurückfttzrmg Allen, die sie treffen, erzeugen, doch eine Verschiedenheit in Beziehung auf ihre thatsächliche Natur und auf die Schädlichkeit ihrer besonderen Folgen Statt, indem der eine nur die Aussichten des hochstrebenden Ehrgeizes Weniger verschließt, der andere einer jeden MWHM Anlage, einer jeden edleren Kraft die Möglichkeit des Wirkens entzieht: Alles natürlich nur mit«? der Voraussetzung, daß der Betheiligte die Religion nicht zu denjenigen Gegenständen zähle, die gegen irdischen Vorkheil und Ehre nicht in Betracht kommen. In dem zrveiten der bezeichneten Zustände befanden sich die Juden der Preußischen Monarchie so lange noch nicht, als ihnen durch ein bestimmtes Wort des Gesetzes die Aussicht auf eine Sphäre eröffnet war, in welcher, wenn auch nicht -alle, doch die meisten Kräfte und Anlagen sich zu entwickeln, nützlich und wirksam zu werden hoffen durften. Mochte es auch wohl immer' schwierig scheinen, den Bekermem einer begünstigten» Religion im Fall« der Konkurrenz den Rang abzulauftn, mochte es auch nur den ausgezeichneteren Talenten gelinge« können, sich durch die Ungunst der wählenden Behörden hiedurch eme Bahn zu brechen, so waren doch dem Talente und dem Wissen des Juden nicht alle die Schwanken eines ehrenvollen Strebens verscistossen, so war doch die Zuversicht gegeben, fest, wie die Unverbrüchlichkeit des Gesetzes, wie die Heiligkeit eines königlichen Wortes, daß die Religion Demjenigen, der auf ein Lehramt Einspruch hatte, nicht als ein offenes, absolutes, unüberwindliches Hinderniß entgegengestellt werden dürfe. Auf diese Zuversicht hatte das Meiste von Dem, was die' kurze schöne Zeit der Freiheit und der Hoffnung an geistigen Kräften, an Talent «Ä Wissen unter den'Juden hatte aufkeimen lassen, --^ und die jugendliche Begeisterung des ungewohnten Strebens, das kräftig erwachte Ehrgefühl nach langer, schmählicher Zurücksetzung mochten wohl die Ursache davon sein, daß die Summe Mer Kräfte im Derhältniß beträchtlich war — alle seine Hoffnungen gebaut, auf dieses Ziel all sein Streben und Wirken gerichtet. Jüdische Aeltern sahen mit Freude ihre Söhne sich den Wissenschaften widmen, in dem 7*

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