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Der Jude · 1833-05-10 · Heft 5 (10.5.1833) · p. Seite 37

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 5 (10.5.1833)
Date
1833-05-10
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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37 Apostaten zu nennen, welchem, nachdem er erst ein Christ gewesen, umkehrte und ein sehr eifriger Heide wurde. (Herr Grant bemerkt hierauf, er habe nur über die richtige Anwendung des Wortes einen Zweifelgehegt.) Mein ehrenwerther Freund hat es als einen allgemeinen Grundsatz aufgestellt, daß Religions-Meinungen ihre Bekenner nicht zu dem Besitze politischer Macht unOhig machen dürfen. Anstatt einen solchen allgemeinen Sah aufzustellen, hatte er seine Behauptung lieber auf die Neligionsmeinungen Derer, deren Ansprüche er in diesem Augenblicke verrheidigte, betranken und sagen sollen, daß ihre Religions-Meinungen sie nicht zum Besitze politischer Macht ungeeignet machten. Denn würde jener allgemeine Satz, auf welchen er seine Motion gründete, zugegeben, so würde dadurch der Parse, der Brahmine, der Muselman, der Jude und alle anderen möglichen Sektirer, welche geborne Unterthanen des Königs dieses Reiches sind, befähigt seinalle Rechte Brittischer Unterthanen zu (heilen, und ich möchte fragen, ob sie sich dazu eignen/ daß man ihnen die kirchlichen sowohl als bürgerlichen Interessen Englands anvertraue? Wenn ein solcher Grundsatz durchginge, so würde die Folge davon sein , daß die theuersten Interessen des Landes der Behütung von sehr inkompetenten und unwürdigen Männern anheim gestellt würden. Nicht aus irgend einem persönlichen Gefühle gegen die Juden widersehe ich mich ihrer Emancipation; nicht aus dem Grunde ihrer größeren Unmoralikat, oder ihrer geringeren Würdigkeit als Mitglieder der Geftllschaft widerstehe ich ihren Ansprüchen; ich glaube im Gegentheil, daß kein Theil der Staatsgesellschast im Verhälmiß st wenige Beispiele von Verbrechen liefert und überhaupt eine bessere Aufführung barbietet, als die Juden. Ich betrachte es aber als einen feststehenden Grundsatz — einen Grundsatz/der den Ruhm der Verfassung dieses Landes ausmacht, — daß das Ehristenthum ein Theil des' Englischen Gesetzes ist. Mein ehrenwerther Freund wird zugeben, daß es das nicht länger sein würde, wenn sein Vorschlag — was Gott verhüten möge! — Gesetz des Landes würde. Er hat in der That zugegeben, daß in jenem Falle der Grundsatz nicht mehr in dem ordentlichen Sinne würde genornmen werden können, wie man ihn bisher verstanden; aber er sagt, die gesetzgebende Gewalt werde in praktischer Beziehung so gut, wir vorher, eine christliche sein, und es werde nie Vorkommen, daß die auf diese Weise dazu Zugelaffenen genetzt waren, den christlichen Glauben und seine Ceremomeest in diesem Hause geringschätzig zu behandeln. Ohne im diesen Punkt naher einzugehen, muß ich doch sagen/, daß ich mich durch die Erfahrung der letzten 3 Jahrs völlig gerechtfertigt glaube, wenn ich einen Zweistt daran ausspreche, da wir ja sehen, welche Achtung unfEr Anhänglichkeit an besondere Lehren und besondere Institutionen von Denen gezollt worden, von welchen eine solche Achtung und Zurückhaltung fortwährend vorausgesagt worden, ehe sie in diesem Hause Platz fanden. Die Nationalität der Juden ist ein starkes Argument gegen ihre Zulassung zu den Rechten, die man jetzt für sie in Anspruch nimmt. Will mein ehrenwerther Freund im Namen der Juden die Nationalität verläugnen, auf die sie Anspruch machen? Weiß er Einen Juden aufzuführen, der sie verläugnen wollte? Setzt sie nach Polen, nach Preußen, nach Frankreich, nach Algier, nach ChMrr: sie betrachten sich immer als eine besondere Nation, und sie würden sich der Verleihung einer jeden Wohlthat widersehen, die auf einer Verzichtleistung auf den Anspruch auf einen besondere!; nationalen Charakter beruhte. Mein ehrenwercher Freund hat sich auf die Beförderung Jose pH's W-Egppten und Daniel's in Babylon bezogen, zum Beweise, daß die Juden in früheren Zeiten zu hohen Ehrenstellen emporgestiegen; aber ihre Beförderung an den Höfen von Egypten und Babylon war ein wunderbares Mittel um den Willen des Allmächtigen in's Werk zu setzen, und aus dieser Thatsache kann kein Argument entnommen werden, um darzuthun, daß em christliches Volk jetzt Juden zu Macht und Ehrenstellen gelangen lassen solle, mein ehrenwerther Freund müßte denn beweisen können, daß seine Klienten auf dieselbe wunderbare Weise, wie jene ihre Voraltern auserlesen sind. Er ist in raschen Schritten voll der alten Geschichte zu den neuesten Zeiten fortgeschritten. Ich fürchte, daß in dem Falle Polens die Unterthanentreue der Juden die Probe nicht zum Besten bestanden hat: denn in diesem Falle, obgleich Unterthanen Rußlands, waren sie bekanntlich zu der Rer-

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