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Der Jude · 1833-05-10 · Heft 5 (10.5.1833) · p. Seite 36

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 5 (10.5.1833)
Date
1833-05-10
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 sen, dieses keine Rechtfertigung für diejenigen Na, tionsn sein würde, die ihnen Uebles thun wollten; daß. solche Nationen vielmehr dafür bestraft werden, während alle guten Nationen sie in den Tagen ihres Unglücks und Mißgeschicks unterstützen würden. Die Worte des Bischofs Newton sind, daß Liebe größer ist, als Glaube, und daß es schlimmer für uns wäre, grausam und lieblos, als ungläubig zu sein. Zch führe noch die Autorität des Dr. Buchansn an, so rühmlich bekannt durch seine antiquarischen Untersuchungen in Asien und durch seine außerordentlichen Arbeiten als Missionair, der die Bemerkung macht, daß es an der Zeit sei, daß das Parlament den Zuden die Freiheiten ihrer Mitbürger MÜckerstatte. Ich könnte diesen Anführungen noch manche aus den Schriften ausgezeichneter Geistlichen beifügen; aber eö scheint mir unnöthig. Nur mit einer einzigen will ich das Haus noch behelligen aus den Schriften eines Mannes, der manchen Mitgliedern dieses Hau, ses wohl bekannt und der höchsten Bewunderung würdig ist, obgleich er nicht der herrschenden Kirche angehört — ich meine des ehrwürdigen Robert Hall. Dieser behauptet, daß die christlichen Nationen eine große Schuld auf sich geladen durch die Weise, wie sie die Juden bis jetzt behandelt hatten, und daß es jetzt, in dem Zeitalter des Freisinns, wo so mächtige Anstrengungen gemacht werden, um die Abschaffung bürgerlicher Unfähigkeiten, welche auf der Religion beruhen, zu bewirken, an der Zeit ist, die unterdrückten Kinder Israels aus der Knechtschaft, die sie erleiden, zu befreien. (Hört! Hört!) Ich vertheidige meinen Vorschlag lediglich aus dem Grunde der Gerechtigkeit und der'Duldung; wollte ich mich an das Gefühl wenden, so könnte ich starke und mächtige Gefühle genug zu Gmchen der Zuden anrufen. Wir sollten es nie vergessen, baß die Bekenner des Christenthums den Zuden eine große Schuld der Dankbarkeit abzutragen haben, und es geziemt uns, diese Schuld im wahren Geiste des Christenthums abzutragen und in Uebereinstimmung mit der Lehre, an Anderen zu thun, wie wir wollen, daß sie an uns thun sollen. (Beifall.) Es würde die Mühe, die diese Frage mich gekostet hat, mehr als hundertfach belohnen, wenn ich das geringe Werkzeug werden sollte, um dieses große und christliche Land zu veranlassen, daß es, nach den wahren Und ächten Grundsätzen des Christenthums verfahrend, jenen lange unterdrückten Menschen die ihnen gebührenden Rechte ertheile. Dieses Verfahren würde die Augen der Zuden öffnen; es würde ihnen beweisen, daß Christenrhum und Verfolgung nicht nothwendig verknüpft sind, wie sie es ihnen bisher mit einigem Grunde zu sein scheinen mochten; es würde ihnen beweisen, baß wir entschlossen sind, nach den Grundsätzen und dem Geiste der Religion, die wir bekennen, zu verfahren, und daß einer der wesentlichen Grundsätze )enes göttlichen Glaubens, die Befestigung des Wohlwollens unter den Menschen, in Zukunft unser Führer sein wird. Religion und Gerechtigkeit fordern uns zu einem solchen Verfahren auf, und vielleicht hängt das künftige Schicksal unseres Landes davon ab, daß wir jetzt dieser glorreichen, lange mißhandelten und unterdrückten Nation die Emancipation ertheilen. Zur Zeit ihrer einstigen Wanderung durch die Wüste in das gelobte Land empfingen die Nationen, die ihnen Unterhalt und Hülfe gewährten, den Segen des Allmächtigen; und jetzt bei ihrer Wanderung durch die Wüste des Leidens und der Verfolgung sind wir auf gleiche Weift berufen, uns ihnen gefällig und wohlwollend zu zeigen. Zch bin es zufrieden, diese Frage auf einem Grunde ruhen zu lassen, der umfassend genug ist, sie zu fassen und fest genug, sie zu tragen — auf dem Grunde religiöser Duldung; ich fordere Sie daher auf, einen Flecken abzuwaschen, der so lange an unserer Religion gehaftet; ich fordere Sie als Bekenner des ChristenthumS auf, den argen Flecken zu vertilgen, der so lange seinen schönen Ruhm verunstaltet hat, und es zu zeigen als das, was es ist und sein soll — als die Religion des Wohlwolleno und der allgemeinen Menschenliebe. (Beifall.) Aus diesem Grunde bitte ich um die Erlaubniß, der Kommittee die oben erwähnte Resolution Vorschlägen zu dürfend Der Redner setzte sich nach diesen Worten unter lautem Beifall nieder; und es hielt darauf Sir Robert Z n g l i s die folgende, Rede: „ Mein ehrenwerthtzr Freund hat im Laufe feiner Rede der falschen Liberalität des Tages in hohem Grade gehuldigt. Seine Delikatesse geht so weit, daß er Anstand nimmt, den Kaiser Zulian einen

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