Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 5 (10.5.1833)
- Date
- 1833-05-10
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 daß jefet; ein beträchtlicher Theil HO Bodens in ihren Händen sei, und daß er behaupten möchte, die Anden in Preußen seien, ganz vorzugsweise Preußen. (Hört!) Eine Einwendung, eine immer wiederkehrende gegen die Befreiung der Juden ist die, daß sie nicht wie andere Merrhanen sind, daß die Juden aller Lander durch ein eigenes Band mit einander verknüpft Md, durch ein allgemeines Gefühl gemeinsamer Nationalität, und daß sie sich deshalb zur Zulassung zum Bürgerrechte nicht eignem Ich will gern zugeben, daß sie durch das Band der Bedrückung mit einander verknüpft sind, aber dieses Band ist in mehreren Staaten zerrissen worden, wo die Juden, nachdem sie zur Gleichheit mit ihren Mitbürgern zugelassen, sich dieser Zulassung würdig gezeigt haben, und der Vorschlag, den ich jetzt vor die Kommittee bringe, geht darauf hinaus, auch in unserem Lande jenes Band zu zerreißen, indeur wir chrmr diß Rechte des Bürgerchums Meilen. (Hört!) Ich kann mich auf das gewichtigste Zeugniß berufen züm Bewerfe der bewundernswerthen Aufführung der jüdischen Soldaten in der Holländischen Armee während der Belagerung von Antwerpen; ßieses Zeugniß ist mir durch die zweite Hand vom General Chasse selbst zugekommen. Dieser tapfere Offizier giebt an, daß die unter seinem Befehle stehenden Juden bereits waren, die Litadelle, wenn er es verlange, irr die Luft zu sprengen, und daß es in der Thar keine bessere Soldaten in der. ganzen Armee giebt. Ich könnte noch unzählige-Zeugnisse desselben Inhalts aus der älteren und neueren Geschichte anführen, aber ich bin überzeugt, daßes heutigen Tages nicht mehr nöthig ist. Beweise aus Beweise W lMftn,um darzuthun, daß die Juden, mm w^ &mft ihre Mitbürger genießen, zugelassen, in ihM'Aufführung das gebührende GeMl ihrer Pflichten : gegen die Negierung, unter welcher sie leben und gegen das Land, welchem sie angehören, zeigen werden. Welches sind die Argumente, durch welche man diesen gerechten Archrücherr der Juden begegnen will? Ich habe in der That vor, einigen Argumenten gegen diese Autzrüchegehört, — ich habe sie auch gedruckt gesehen, — bie mich so sehr befremdet haben, daß ichweder jetztnpch spater darauf einzugehen gesonnen bin, ich mußte denn, durch tim WiederholuuHdechlbM innerhalb der Mauern dieses Hauses dazu geuLWgt werden. Auf ein Argument wünsche ich indessen, da es von Leuten vorgebracht wochen, die mit gewissenhafter Ueberzeugung an das Gewicht desselben glauben, die Aufmerksamkeit der Kommmee hinzulenkem Es ist auf eine Thatsache gegründet, in Betxeff welcher Juden und Christen überewstimmWnämlich, daß die Juden als ein besonderes Volk von her. göttlichen Vorsehung eingesetzt worden sind; und ^daraus wird denn geschlossen, daß, da diese ganze Klasse vpy Personen zur Erfüllung göttlicher Prophezeihungen eine besondere Strafe und Zerstreuung zu leiden hat, es diesem Hause nicht geziemt, sie wie andere Nationen der Welt zu behandeln und sie zu den Bürgerrechten zuzulaffen. Auf dieses Argument, erwiedre ich, daß es viel zu viel beweist: denn nach den Grundsätzen der Personen, die sich seiner bedienen, müßte die Aechtung, die jenem Volke prophezeiht ward, und auf welche sie sich berufen, sich nicht allein ans bürgerliche Unfähigkeiten, sondern auf Folter und Scheiterhaufen erstrecken, und es würde daher.:ßanz konsequent ftm, zu sagen, daß, da dieZOerr., timhv sonderen Prüfung verfallen, gewissen Nebeln ausgesetzt seien, wir zup Erfüllung. der auf sie bezüglichen Wahrftguugen berechtigt seien, ihnen jene Nebel anzuthM. Wir würden damr niche bei bloßer bürgMcherZurücksetzung stehen bleiben/ ßmdexn auf jene schrecklichen Qualen und Scheußlichkeiten: MÜMormren, die in früheren Zeiten gegen jene Unglücklichen geübt worden, als Menschen die Erfüllung der Wahrsagungen des Allmächtigen über sich , ua^nen, welche aber die Menschlichkeit unddas reltziöft Gefühl der neueren Zeit keinen Augenblick dulden würde. Aber es ist auch thatfachlich falsch in jeder Rücksicht — jenes Argument, welches sich auf die die Juden angehenden Pxophezeihungen beruft, um darzuthun, daß wir dadurch verhindert ßny. Etwas zu thun, daß chuen zu weltlichem Vortheil oder Ehre gereiche. Ich habe schon bei einer früheren Gelegenheit die Worte des Bischof Newton angeführt, der jene Schranke, die man auf sirlche Weise gegen die Zulassung der Juden zu bürgerliche Rechten zu erheben suchte, von Grund aus zerstört. Jener ausgezeichnete Geistliche sagt, dg er von jenen Prophezechungen spricht: daß, obgleich die Juden hätten zerstreut rmd verfolgt werden müfi &*