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Der Jude · 1833-05-07 · Heft 4 (7.5.1833) · p. Seite 30

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 4 (7.5.1833)
Date
1833-05-07
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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30 denheiteu dürfen Keinem ohne Noch vorgehalten werden, pG Aemter, die mit jenen Verschiedenheiten in keinem inneren Zusammenhänge stehen, sind Gemeingut. Buer Anzahl von Menschen Privilegien darum versagen, weil sie eine geringe Minorität ausmachen, ist Unterdrückung; sie ihnen eines besonderen religiösen Glaubens wegen vorenthalren, ist Verfolgung; und beide sind dem Geiste.des Christenthums gleich entgegen. Die Juden, find nicht eine Sekte von gestern; sie bilden eine , wohlbekannte Klasse; mit ihren Grundsätzen und mit ihrer Geschichte sind wir genau bekannt; ihre heiligen Schriften sind auch die unsrigen; sie sind in allen Staaten, die sie beschützt haben, immer als friedliche und dem Gesetze gehorsame Leute erschienen; ihre sittlichen Grundsätze sind dieselben, wie die unsrigen. Zn ihren politischen Grundsätzen, in ihrer sittlichen und. gesetzlichen Aufführung bewahren die Zuden >daß sie gemeinsame Interessen mit uns haben; ist es. gerecht , daß sie von gemeinsamen Ehreyvorzügenausgeschlossen sein sollen? Der Jude hat offenbar ein Interesse an dem Staate, der ihm Schutz gewahrt: laßt ihn Ansprüche auf Aemter haben, und sein Interesse wird noch inniger werden. Der Zude ist bei der Vertheidigung des Landes, das seine Familie und sein Eigenthum umschließt, betheiligt: so öffnet ihm denn eine Laufbahn im Heer und in der Flotte! Der Zude ist bei den Gesetzen des Landes fo, innig interessirt, wie der Christ: so laßt chn Richterstellen bekleiden, wenn er sich dazu eignet! Der ,Zude ist bei der Aufrechthaltung des Königs und der Verfassung interessirt: so laßt ihn dem Könige die«W>, wje Zhr es thut! Der Jude hat endlich ein gemeinsames Interesse mit Euch an dem, ganzen Staats leben: wn, so öffnet ihm diese Thüren, und, wenn er vor Myem Tische erscheint, so fordert keinen anderen PO HW ihm, als die Wahl einer berechtigten KörperschM cheier Wähler! (Hört!) Zch hin einmal gefragt wMtzG^,,w§s nach der Emaneü „pation der Zuden aW hfp großen Regel unserer „Verfassung wird gewordenMn^ dgß das Christentum ein Theil des gemeinmuLMesgefetzes ist?" Ich antwortete, daß es dann mit jeUM Grundsätze eben so wie jetzt stehen würde. Mrn Mt: ,, Werdet ,, Ihr dieses Parlament ein christliches Mmen. fön/ „nen, nachdem die Unfähigkeit der Zuden hmwegge- „räumt sein wird?" Zch beantworte diese Frage durch eine andere: „Könnt Ihr ungeachtet der ge- „genwärtig Statt findenden Duldung einer geringen „Minorität von Zuden Euch eine, christliche Nation „nennen? Könnt Ihr das, so werdet Ihr auch, --wenn gleich Vertreter, die jener Minderheit ange- „ hören, in diesem Hause zugelassen werden, ein chriff- «liches Parlament, so gut wie je, dem gramen nach, «und Zhv werdet es noch um ein Weniges mchr „dem Geiste nach sein." (Hört! hört!) Es sind indessen auch Einwendungen gegen die Emancipatiou der Zuden auf Hem Boden des Grundsatzes selbst, den ich sestzustelleu gesucht habe, des Grundsatzes der bürgerlichen und religiösen Freiheit gemacht worden. Diese Einwendungen beruhen -auf einem zwiefachen Grunde: der erste ist politischer, Her zweite religiöser Natur. Was den politischen Grund der Ausschließung betrifft, so hat man gesagt, es sei ^Etwas in der Lehre und in der Gemüthsstimmung dieser besonderen Klasse von Religions - Bekennern, das es unthulich mache, daß irgend eine Nation, im Schooße welcher sie sich befanden, ihnen Bürgerrechte ertheile, da es an dem Geiste des Bürgerchums jy den Herzen der Zuden mangle. Man sagt, es lebe in den Juden ein Geist des Patriotismus nicht für das Land, welches sie schätze^, sondern für ein fernes Land, auf Hatz .sie . hinblickten in der Hoffnung auf Wiedervereinigung zu irgend einem unbekannten, in den Geheimnissen der Zukunft verborgenen Zeitpunkte; deshalb könne has Land ihres zufälligen Aufenthalts sie nicht auf dem Fuße der Gleichheit mit seinen übrigen Bürgern in seinen Schooß aufnehmen. Zch werde diese Einwendung sogleich auf genügende.Weise beantworten; unterdessen muß ich die Bemerkung machen, daß die Gefühle persönlichen Widerwillens gegen die Juden von einigen Leuten auf eine Höhe getrieben werden, die außerordentlich K und fast zu lächerlich, um ihrer Hu erwähnen. . Ein ehrenwerther Herr, jetzt nicht Mitglied des Hauses, sagte einst, er könne es sich nicht als mSsilich denken, mir den Zuden auf dem daß er mit ihnen zu Mittag esse, und er Wey zu glauben, daß fein eigener Widerwille in dieser Beziehung, einen hinlänglichen GrGh abge§e, um solche Individuen vom Parlament auszuschljeßen. Mein ehrenwerther Freund

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