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Der Jude · 1833-04-26 · Heft 3 (26.4.1833) · p. Seite 20

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 3 (26.4.1833)
Date
1833-04-26
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 Sammlungen zusammengesucht werden müßte. Sie enthält sich dabei aller Beurtheilung und Bemerkungen. Da sie die einzelnen Gegenstände nach Rubriken sondert, innerhalb dieser aber die chronologische Ordnung beobachtet, so giebt sie von den Veränderungen, welche die Behandlung des Gegenstandes von Seiten der höchsten Behörden erfahren, ein treues Bild. In wenigen trockenen Zeilen finden wir manchmal eine Verfügung enthalten, die die Lebenshoffnungen vieler Hunderte, die auf das gegebene Wort des Gesetzes ihre Existenz gebaut hatten, zerstört, oder die, was noch beklagenöwerther ist, der naturgemäßen religiösen Entwickelung einer ganzen Generation Stillstand gebietet. Das zweite Buck führt den Titel: DieJuden im Preußischen Staate. Eine geschichtliche Darstellung der politischen, bürgerlichen und privatrechtlichen Verhältnisse der Juden in Preußen, nach den verschiedenen Landesrheilen, von C. F. Koch, Königl. Preuß. Oberlandes- Gerichts - Assessor und Direktor des Land - und Stadtgerichts zu Culm. M a r i e n w e r d e r, 1833, im Verlage bei Albert Bau mann. 306 S. 8. Dieses Buch macht viel größere Ansprüche als vorige, es macht sich als eine systematische, geschichtliche und kritische Behandlung seines Gegenstandes geltend. Die äußere Anordnung ist zweckmäßig, indem die Periode vor und die nach 1812, und innerhalb der letzteren die verschiedenen Provinzen der Monarchie, in welchen verschiedenes Recht gilt, besonders abgehandelt werden. Was die geschichtliche Behandlung betrifft, so gehört der Verfasser zu Denen, die nach dem harmlosen Ruhme streben, gelehrt zu scheinen, indem sie aus zwanzig Büchern ein neues zusammenschreiben, indem sie Tausend der Beachtung unwürdige Kleinigkeiten, die schon von Hunderten von Kompilatoren vor ilMN zusammengetragei, worden, mit ellenlangen Erraten-Reihen, die in dem vorliegenden Buche reichlich die Hälfte des Raumes einnehmen, ausschmücken. Mit welcher Wahrheit der Verfasser den Zusammenhang geschichtlicher Thatsachen auffaßt, erhellt daraus, daß er der bekannten Ansicht huldigt, die in dem Gegensätze zwischen Christen und Juden, wie er sich von der. Entstehung des Christenthums an zeigt, nicht einen religiösen, sondern einen nationalen Gegensatz finden will: eine Einsicht, die nicht weniger voraussetzt, als daß man das ganze Verhältniß der Juden und aller anderen Nationen des Alterthums zu der römischen Weltherrschaft, das spatere Verhältniß des Christenthums zu den Juden und anderen Ungläubigen, die Jahrhunderte des Friedens und der Rechtsgleichheit, die zwischen dem Ende des nationalen Kampfes und dem Beginne der Religions-Verfolgung in der Mitte liegen, kurz, daß man die ganze Geschichte des Mittelalters nebst einem guten Therle der alten und der neuen Geschichte, die ganze Kette der Ereignisse und der herrschenden Ideen von dem römischen Titus bis auf die Deutschen Rühs und Paulus vergesse oder sie verdrehe, um sich ihrer zur Vertheidigung des letzten Bollwerks moderner Intoleranz zu bedienen. Ich habe diese Frage so oft behandelt,— und werde sie auch wohl noch bei anderen Gelegenheiten, gewichtigeren Gegnern gegenüber zu behandeln haben — daß ich an diesem Orte und dieser überaus unbedeutenden Arbeit gegenüber, nicht in nähere Erörterungen eingehen darf. — Was die Gesinnung des Verfassers betrifft, so gehört er nicht zu den schlimmsten Gegnern der Juden, indem er ihnen nur politische Rechte, — freilich in einem ungebührlich weiten Sinne — vorenthalten, alles Uebrige aber gestatten, und ihnen mithin einen besseren Rechtszustand einräumen will, als in welchem sie sich in einem beträchtlichem Theile von Deutschland, und selbst in manchen Theilen der Preußischen Monarchie befinden. Nur will er nicht, daß bei der ganzen Sache von Grundsätzen der Gerechtigkeit und Rücksichten der Humanität die Rede sein soll; es soll Alles nur vom Standpunkte der Staatsklugheit aus betrachtet werden, und er ereifert sich sehr gegen alle diejenigen Schriftsteller, die jene Grundsätze und Rücksichten geltend machen wollen. Es wird unsere Leser nicht befremden, wenn der Schreiber dieses, als der Aergste unter den letzteren von ihm angesehen, sehr schlimm bei dem Verfasser wegkommt, und die beiden Schriften „über die Stellung der/Bekenner des mosaischen Glaubens" und „Vertheidigung der bürgerlichen Gleichstellung der Juden" sehr unglimpflich von ihm behandelt worden. Seme Beurtheilung beschränkt

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