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Der Jude · 1833-04-19 · Heft 2 (19.4.1833) · p. Seite 13

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 2 (19.4.1833)
Date
1833-04-19
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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13 Sterblichen verherrlicht werden kann, wenn der Weise die Erzeugnisse seiner Forschung, der Künstler sein Werk, der Sauger sein Lied an den Füßen ihres Altares niederlegt; das sind die wohlgefälligen Opfer, das sind die Erstlinge von den Gaben, die wir von Gott erhalten, die auch wir noch in frommer Dankbarkeit darbringen dürfen. Es ist auch noch eine andere Rücksicht, äußerer Art, bei der Frage, ob wir nach der völligen Los,- reißung unserer gelammten .Bildung von der Verbindung mir unserer Religion streben sollen, zu beachten. Wir beklagen uns oft und mit Recht darüber, daß unsere christlichen Mitbürger, während sie die Fehler und Unarten der Einzelnen unter uuö auf die allgemeine Rechnung-schreiben, doch die Vorzüge und insbesondere die Bildung der Einzelnen jener Rechnung durchaus nicht wollen zu Gute kommen lassen, sie vielmehr als etwas ganz isolirtes und streng persönliches betrachten. Sollte dieser Uebelstand nicht zum Theil daraus entspringen, daß Jene tn unserer Bildung das Jüdische Element, welches mindestens so stark darin ist, als in der Bildung des Christen das Christliche, nicht zu erkennen vermögen? Dieses Verkennen har freilich seinen natürlichen Grund darin, daß es im Wesen der Bildung liegt, daß sie das Besondere gegen das Allgemeine in den Hintergrund treten, es sich darin mehr und mehr auflöstn laßt. Aber sollten wir dein Nebel nicht einigermaßen dadurch entgegenwirken können, daß wir der veredelnden Btldüng auch den entferntesten Schein eines Beisatzes von verlaugnender Treulosigkeit entzögen, baß wir, indem wir alles Eigenthümliche in Ausdruck und äußerer Sitte ablegen, desto mehr in treuer Gesinnung und Anhänglichkeit uns sichtlich als Juden kund gäben, und so unsere Gegner daran gewöhnten, in der veredelten Form dasselbe Wesen zu erkennen, und nicht länger zwischen den Gebildeteren und Ungebildeteren unter uns einen so wesentlichen Unterschied zu supponiren, wie er bei uns so wenig, wie bei anderen Menschenklassen, Statt findet. Ein solches Verfahren würde freilich der Eitelkeit manches Gebildeten einige kleine Opfer kosten, aber es ist gewiß, daß unsere Sache dadurch gewinnen würde. Nach dieser Einleitung und Bezeichnung der allgemeinen Tendenz des Herausgebers wird es Manchem scheinen, als müsse" dieses-Blatt weit mehr, als es bisher geschehen, als müsse es beinahe vorzugsweile den inneren Angelegenheiten unserer Religions-Gemeinde gewidmet sein Manche unserer Leser, wenn auch ein eben nicht großer Theil, haben es wohl mir Recht gerügt, daß in dieser Beziehung in dem ersten Jahrgange der gleich im Eingänge ausgesprochenen Absicht nicht hinlänglich entsprochen worden. Dennoch wird wohl dasselbe Verhältnis oder Mißverhältniß auch in dem jetzt beginnenden Jahrgänge obwalten; auch dieser wird wohl bei weitem dem größeren Theile nach der Vertretung der Emancipationsfrage gewidmet werden. Der äußere Grund davon liegt in dem Unvermögen des Herausgebers und in dem Umstande, daß er für die übrigen Gegenstände lediglich auf die Leistungen Anderer angewiesen ist; er kann hier zu seiner Rechtfertigung lediglich auf mehrere bekannte alte Sprüchwörter verweisen. Doch glaubt er, daß ihm auch ein innerer Grund in der gegenwärtigen Lage der Dinge zur Seite steht. Die Emancipationsfrage ist heutzutage für die Bekenner einer unterdrückten Religion eine Lebensfrage geworden; sie rst der Kampfplatz, auf welchem der Glaube selber den heißen Kampf des Tages kämpfte um nach erfochtenem Siege sich seinem höheren Berufe wieder ausschließlich zuzuwenden. Was ist denn anderes die Bedeutung des ganzen gewaltigen Streites, der in unseren Tagen auf dem Gebiete des Rechts geführt wird, als daß alle göttlichen Elemente in der menschlichen Natur, Sittlichkeit, Glaube, Freiheit und Menschenwürde sich in der bürgerlichen Gesellschaft die ihnen gebührende Achtung erkämpfen sollen? Sie schweben wie die unsichtbaren Götter der alten Welt über dem Schlachrfelde, und erst, weitn d r Kampf geendet, kehren sie zu ihren himmlischen Wohnungen und in die befriedigte und beruhigte Brust des Menschen zurück. So wird auch der Glaube erst, nachdem ec sich durch einen schwereu, entscheidenden Kampf von allen ihm fremdartigen weltlichen Beziehungen losgerissen, ganz feine Bestimmung erfüllen, indem er mit ungecheiltem, geheiligtem Sinn, unbekümmert um Irdisches, am Fuße seiner Altäre weilt. Uebrigens hält der Herausgeber es für wünschenswerth, daß jetzt oder spater eine andere den

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