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Der Jude · 1833-01-22 · Heft 24 (22.1.1833) · p. Seite 186

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 24 (22.1.1833)
Date
1833-01-22
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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tmb litt mehrere Stunden, ohne sich zu regen, an jenem fürchterlichen Nebel , dessen Beseitigung nur noch in den ersten Momenten seines Ausbruches möglich ist. Als des Morgens früh ärztliche Hülse herbeigeholt wurde, kam sie zu spät; die Krankheit hatte den schwachen Körper bereits aufgerieben; Davids verschied noch an demselben Vormittag im Listen Jahre seines Alters. Groß war die Betrübniß seiner Freunde, die in ihm. einen unersetzlichen Verlust für das Studium der orientalischen Sprachen bedauerten; aber unendlich größer mußte der Schmerz der armen Mutter sein, die in dem einzigen Sohne nicht bloß die Stütze ihres Alters, sondern auch den Stolz und den Glanz ihres Lebens verlor. Ein gleicher Schmerz, wie der ihrige, traf nur noch ihre Glaubensgenossen in England, die des Ruhmes, der von ihm auch auf fie zurückgestrahlt hätte, schon im Werden sich erfreuen konnten, und die den wackersten, begeistertsten Verfechter ihrer Sache außer Kampf gesetzt sahen, noch bevor ihr der Sieg -"vollständig errungen war. Und in dieser letzteren Beziehung haben auch die Deutschen Juden den Tod Arthur Lumley Davids als einen Verlust zu betrauern, der sie selbst mit betroffen hat. Berlin, im December 1832. Joseph Lehmann. Ein Won über die Angelegenheiten der Juden in Sachsen und noch ein Wort über Reformen als BeLchgung der Emancipalion. | •'* ' ’.'l - ' "'-"ri- ' ■{ ' Hamburgische Korrespondent vom 31. December f v. I. enthielt in einem Schreiben aus Dresden vom Listen December folgende Notiz: „Das Emaneipationsgesuch der Israeliten liegt 5 jetzt den Commune- Repräsentanten zur Begutachtung f vor. Die Regierung hat Wh schon früher dahin ausj gesprochen, daß die Verzichtung auf die, mit unsrer | bürgerlichen Verfassung unverträglichen talmudistischtz Grundsätze und die Verlegung der Sabbathsfeier auf den Sonntag die erste und unerläßlichste Bedingung fey; erst wenn dies geschehen, könne man sehen, MB H weiter zu thun sey." Wir wollen unseren Lesern zunächst emige auf die hier angedeuteke Lage der Sache bezügliche nähere Umstände mittheilen, woran wir einige erörternde Bemerkungen anknüpfen werden. Wir machen zunächst . darauf aufmerksam, daß die angeführte Ansicht zuerst von einer, jetzt nicht mehr existirenden Behörde — sie wird in den betreffenden Aktenstücken die vormalige Landesregierung genannt — ausgestellt worden. Wenn sie gleich vorläufig die Allerhöchste Genehmigung erhalten zu haben scheint, so wird sie doch ohne Zweifel der Prüfung der nach der neuen Ordnung der Dinge kompetenten höchsten Staatsbehörden noch unterzogen werden, und hier wird wohl eine Berichtigung derselben zu erwarten sein. Wir bemerken demnächst, daß die auf eine offenbare Mystifi'cation hinauslaufende Form, in welche die obigen Worte jene Ansicht kleiden — daß die Juden erst auf die gestellten Bedingungen eingehen sollten : dann könne man sehen, was weiter zu thun sei — lediglich dem Witze des Dresdener Korrespondenten angehört; das Reskript selber spricht wenigstens deutlich aus, daß man den Juden, falls sie den an sie gemachten Forderungen genügten, die vollen Staatsbürgerrechte wirklich zu geben gesonnen sei. Jenes Reffript ist am Lösten Juni vorigen Jahres an die Aeltesten der Dresdener Judengemeickde erlassen worden. Diese haben unter Zuziehung der gebildetsten Männer Ln ihrer Gemeinde eine sehr ausführliche Erwiederung abgefaßt und am 22sten Oktober bei der betreffenden Behörde eingereicht. Beide Aktenstücke liegen uns handschriftlich vor. Die Erwiederung geht durchweg von den richtigsten Grundsätzen aus, und ist überhaupt aufs allerzweckmäßigste und bündigste abgesaßt; sie gründet auf unbestreitbare Thatsachen unwiderlegliche Argumente, und, wenn die Absicht? aus Gründe zu hören, einigermaßen obwaltet, so kann sie ihren Erfolg nicht verfehlen. Der Raum dieser Blätter gestattet Ws nicht, sie ihrem ganzen Inhalte nach aufzunehmen, um so weniger, da sie viele, wenn auch, wie es scheint, der vormaligen Sächsischen Landesregierung unbekannte, und daher an diesem Orte sehr paffend angeführte, doch dem größeren Theile des gebildeten Publikums bekannte Data / ‘ enthält. Wir wollen aber aus dem Reskripte sowohl als aus der Erwiederung diejenigkn Stellen, die uns die Lage der Dinge am schärfsten zu charakterisiren .scheinen, hervorhehen.-. ,• Die TenbW, die sich in dem Reffripte am meisten gelMd zu machen sucht, ist abermals die, die

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