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Der Jude · 1832-09-21 · Heft 14 (21.9.1832) · p. Seite 111

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 14 (21.9.1832)
Date
1832-09-21
Page
Seite 111 (sequence 7)
Language
German
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111 entzieht, mit den übrigen Anstalten zu concurriren *). Wir haben nun künftig zu untersuchen, was von dem jüdischen Schulwesen bisher schon geleistet ist, und welche Anforderungen wir überhaupt an dasselbe zu machen haben. Damit werden wir uns in den folgenden Artikeln beschäftigen. Litteratur. Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt. Ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zur Literatur- und Religionsgeschichte. Von vr. Zunz. Berlin 1832. A. Asher. XVI. u. 484 S. 8. wenig es der Zweck dieser Blatter ist, in gelehrte Erörterungen über jüdische Religion und deren Entwickelung einzugehen, für so wichtig halten wir es doch, daß in denselben der Fortschritt, den die Wissenschaft des Judenthums macht, genau und gewissenhaft bezeichnet werde. Ja, wir halten auch in dieser Beziehung ausführliche Anzeigen und Beurtheilungen für zweckmäßig, da sie sich an die historische Erscheinung anlehnen, oft vielleicht dieser eine größere Bedeutung und manchen festeren Stützpunkt gewahren können. Denn das abgesonderte, eigen- *) Alles hier Berührte findet sich mit großer Gründlichkeit, und zum Theil in größerer Ausführlichkeit in fol-. genden kürzlich erschienenen Schriften behandelt: Die israelitische Schule, oder: über die Vermengung der Kinder verschiedener Religionsparteien in Einer Schule; mit besonderer Anwendung auf die israelitische Schuljugend, von Dr Moses Büdinger. Cassel 1831. S.1—20* — Fragmente aus einer älteren Denkschrift über die Organisation der israelitischen Gemeinden in den deutschen Bundesstaaten, namentlich in Kurheffen. Von I. P.(inhas). Cassel 1832. S. 16 ff.— Auszug aus einem Berichte des israelitischen Vorfteheramtes zu Cassel über die bürgerlichen Verhäl nisse der israelitischen Glaubensgenossen in Bezug auf das in Vollziehung des §. 29 der Verfaffungs - Urkunde zu erlassende Gesetz. Cassel 1832. S.18 ff. thümliche Leben der Juden besteht seit ihrer Zerstreuung nur in geistiger Entwickelung des Glaubens und der Wissenschaft; ihre Schicksale, wo sie mit anderen Völkern in Verbindung oder Collision gerathen, sind nur Ereignisse, nicht Geschichte, nur Einwirkungen von Außen, nicht Entwickelung von Innen heraus. Eine Geschichte der Juden hat sich daher hauptsächlich mit der geistigen Richtung und Ausbildung derselben zu beschäftigen, diese lebt unabhängig von allen äußerlichen Unfällen und Bedrückungen und geht in stetiger Abfolge ihren sicheren, nothwendigen Gang. Herr 1)r. Zunz, hinlänglich bekannt durch seine Herausgabe der Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums, so wie durch seine Abhandlung über Raschi im zweiten Heft derselben, liefert in dem vorliegenden Werk einen wichtigen Beitrag zu dieser inneren Geschichte der Juden. Seine Aufgabe ist, die gottesdienstlichen Portrage als ein wesentliches Element in dem religiösen Leben, dessen Ausdruck der Gottesdienst ist, in ihrer Entstehung und Fortbildung darzustellen, in einem mehr als zweitausendjährigen Zeitraum, von der Zeit des zweiten Tempels an bis auf den gegenwärtigen Moment. Monographieen dieser Art sind bisher noch nicht geliefert worden; Alles, was bei diesem Gegenstand vorauszusetzen wäre, Geschichte der Litteratur und Cultur m Allgemeinen, ist noch ein wüstes Feld, und der Verfasser hatte sich seinen Weg dahin erst selbst zu bahnen und zu ebnen. Die Studien der Monumente wissenschaftlicher Thatigkeit haben freilich von jeher bei den Juden geblüht und blühen noch; aber sie haben seit Jahrhunderten nur Eine bestimmte Richtung, die juristischtheologische, wie sie zur Ausbildung des künftigen Rabbknen bestimmt ist, genommen; sie betreffen daher nur den materiellen Inhalt der Bücher, das eigentlich Gesetzliche. Wie und wann aber diese Bücher entstanden sind, aus welchen Elementen sie hervorgegangen, das liegt diesen Bestrebungen ganz fern und hat nur ein secondaires Interesse. Wer aber mit wirklich historischem Sinn an das Studium der jüdischen Bücher geht, dem entstehen ganz, neue Fragen, erfragt nach Ursprung derselben, nach Zeit und Ort, von denen sie ausgehen, nach Aechtheit und Unächtheit, mit einem Wort, dem wird die höhere

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