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Der Jude · 1832-09-21 · Heft 14 (21.9.1832) · p. Seite 112

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 14 (21.9.1832)
Date
1832-09-21
Page
Seite 112 (sequence 8)
Language
German
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112 Kritik zum Bedürsniß, und er muß sie zur Grundlage aller seiner übrigen Forschungen m ache. rr Dr. Zunz ist unseres Wissens der Erste in Deutschland, der das Studium von dieser Seite aufgreift; der Einzige, auf dessen Arbeiten er sich häufig beruft, ist R. Salomon Jehuda Rapoport in Lemberg, der in der zu Wien erscheinenden Zeitschrift Bikkure Haittim viele dunkle Punkte der jüdischen Litteraturgeschkchte aufgeklärt hat. Für den Zweck des vorliegenden Werks aber war das ganze Feld zu durchlaufen von der Zeit an, die auf das Babylonische Exil folgt, bis auf die Gegenwart; alle Quellen waren zu prüfen und zu sichten, Vieles von seiner Stelle zu weisen, Anderes in die gehörige Verbindung zu bringen. Mit Recht daher nennt der Verfasser sein Werk einen Beitrag zur biblischen Kritik; wir finden wichtige Untersuchungen über die Psalme und deren verschiedene Entstehungsart (S. 15—17) , über Esra, Nehemia und die Bücher der Chronik (S. 18—34), über Ezechiel (S. 157—163), über die Apokryphen (Sirach S. 100 —105, Buch der Weisheit S. 105) und vieles Anderes. Die Alterthumskunde gewinnt hauptsächlich durch die genauere Darstellung der Studienweise in der ältesten Zeit. Hauptsächlich aber ist die Litteraturgeschichte durch dieses Werk gefördert, wir möchten lieber sagen, begründet: die Entstehung des ganzen Quellenschatzes der Litteratur wird dargestellt und urkundlich nachgewiesen; es wird gezeigt, wie sich von der Zeit an, bis zu der unsere biblischen Quellen reichen, und theilweise schon in derselben, die gesammte spätere Litteratur organisch entwickeln mußte und entwickelt hat; nirgends ist eine Lücke, nirgends ein unerklärlicher Uebergang, wir können das ganze Schriftenthum der Juden in einer geraden fortlaufenden Linie entstehen sehen. Es berichtigt sich dadurch die bei Vielen herrschende Ansicht, nach der eine ungeheure Kluft zwischen den biblischen Schriften und den Monumenten des mündlichen Gesetzes angenommen wurde, eine. Ansicht, der wohl hauptsächlich die Vernachlässigung des Bibelstudiums unter den Juden in den letzten Jahrhunderten zuzuschreiben ist. Um unseren Lesern einen Begriff von dem Reichthum der hier behandelten Gegenstände zu geben, theilen wir ihnen die Überschriften der Capitel mit, die selbst wieder ganze Massen in sich begreifen: 1) Einleitung; 2) Dibre Hajamim, oder die Bücher der Chronik; 3) Midrasch; 4) Hagada; 5) Targumim; 6) Hagada in den Werken des Midrasch und der Halacha; 7) Ethische Hagada; 8) Geschichtliche Hagada; 9) Geheimlehre; 10) Spezielle oder Auslegungs-Hagada; 11) Pesikta; 12) Jelamdenu; 13) Pesikta rabbathi; 14) Die übrigen Pentateuchischen Midraschim; 15) Die nicht-pentateuchischen Hagada's; 16) Boraitha derabbi Elieser; 17) Einzelne Hagada's: 18) Rabbi Moses Haddarschan, Rabbi Tobia, Jalkut des Rabbi Simeon Haddarschan; 19) Organismus der Hagada; 20) Vortragswesen des Alterthums; 21) Jüngere hagadische Entwickelungen; 22) Vortragswesen im ersten rabbinischen Zeitalter; 24) Die Gegenwart. — Das eigentliche Thema, die gottesdienstlichen Vorträge, sind nur in den fünf letzten Capiteln behandelt; die übrigen aber mußten vorausgehen, um diese verständlich zu machen: in ihnen ist namentlich das Wesen der Hagada erschöpfend behandelt, als die allseitigste Fortbildung des Gesetzes in der freiesten Gestalt, die Erklärung und Erweiterung der Geschichte, die Begründung der Ethik und der Philosophie, mit einem Worte, als der eigentliche Spiegel des religiösen und wissenschaftlichen Lebens einer jeden Zeit. (Der Beschluß folgt.) Die Redaction findet sich zu der Bemerkung veranlaßt, daß Mittheilungen für diese Blätter ihr entweder portofrei oder durch Buchhändlergelegenheit gemacht werden. Unfrankirte Zusendungen, namentlich von Druckschriften, werden nicht angenommen. . Auch bitten wir Diejenigen, welche uns anonyme Arbeiten zur Aufnahme zukommen lassen, wenigstens der Redaction ihren Namen mitzutheilen, in diesem Falle wird es immer möglich werden, im Fall der Nichtausnahme, den Verfassern die Grunde derselben anzugeben. Gedruckt bei Hamm er ich und LeSser in Altona.

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