Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1832-1833)
- Issue
- Heft 12 (7.9.1832)
- Date
- 1832-09-07
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Niger 1× ep/1824046
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gefordert wird, nicht vorMöchenhabe, um so we? Niger, da wo die Auslagen aus dem hohen Aerarialfonds bestritten werden müßten — es wäre nur allenfalls einem jeden um die Rabbinerstelle sich bewerbenden Individuum, das über die Gymnasial- und philosophischen Studien sich auszuweisen vermag, den Vorzug zu geben, und man wird bald auf die^ Art geeignete Individuen in Menge haben, und die oben berührten Auslagen ersparen. Der Unterschied zwischen den Rabbinen und Religionsweisern ist aus der Beilage zu ersehen; und da man für die öffentliche Anstalt zur Bildung der tauglichen Rabbinen, und im Allgemeinen auch für die höhere Bildung derselben, wie oben berührt ward, nicht gestimmt habe, so hat das nämliche auch für die Religionsweiser seinen Bezug, um so mehr, als dieselben lediglich die Kenntniß , der hebräischen Sprache, der Bet -, Lehr - und Gesetzbücher erforderlich haben, und eine höhere Bildung schon gar entbehren können. Eine Lehranstalt über die letztberührten Gegenstände, dürfte wohl ersprießliche Resultate Hervorbringen können, aber keinesweges soll dieselbe auf die Rabbinen und Religiottsweiser beschränkt, sondern auf die ganze Judenschaft erweitert werden, — schon aus dem Grunde, weil jeder Jude die Kenntniß derselben vonnöthen habe zur Begründung seiner weitern Lebensweise. Dreß auf den Eingangs bezogenen Auftrag mit dem Beifügen, daß über den Schlußabsatz das Gutachten abgesondert Nachfolgen wird. Brody den II.Juny 1832. m Au diesem Dokumente noch etwas hinzuzufügen, halten wir für unnütz, es spricht selbst hinlänglich für die Lauterkeit der Absichten des Verfassers. Nur das Eine möchten wir bemerken, daß der Styl desselben zu beweisen scheint, mit wie vielem Rechte der Schreiber die Bildung Derer, die ihm untergeben sind, zu fürchkm hat. w 91 Betrachtungen über' die Verhandlungen der zweiten Kammer des Großherzogthums Baden über die Emancipation der Juden. (Fortsetzung.) III. §8ir gehen jetzt zu einem andern Hauptmomente unserer Prüfung, zu der Widerlegung der dritten Art von Einwendungen über, die in den Verhandlungen gegen die sofortige Emancipation der Juden vorgebracht worden. Sie betreffen die Erwerbquellen der Juden, und stehen von den eben behandelten weit ab, ich möchte sagen, wie die Erde vom Himmel, so daß der Ton bedeutend herabgestimmt werden muß, , um ihnen zu begegnen. Das eben allein ist es, was die Behandlung des an sich einfachsten Gegenstandes zu einer schwierigen verwickelten Ausgabe macht, daß den Gegengründen nicht ein einfacher klarer Gedanke, den man festhalten und zu widerlegen suchen könnte, zu Grunde liegt, sondern ein buntes Gemisch der allermannichfaltigsten, sehr oft einander widersprechenden Vorstellungen, die das forschende Auge verwirren, die man erst ordnen und sichten, deren rechten Inhalt man oft erst errathen muß, um sie von Grund aus zerstören zu können. Unsere Gegner knüpfen das Höchste und das Niedrigste, das Heiligste und das Gemeinste aneinander; in einem Sprunge gehen sie von der Religion zum Handel, von den Fragen des Gewissens und der Andacht zu denen der Gewerb-Konkurrenz über, und behandeln beide ungefähr in gleichem Tone. Wir wollen sie, wenn gleich mit Widerstreben — da die hier zu erörternden Fragen bei richtiger Auffassung unserem Gegenstände ganz fremd erscheinen — auch rn diesen Schlupfwinkel verfolgen, und durch die nähere Beleuchtung der einschlagenden Ansichten mindestens das bewirken, daß dem Geiste der Ausschließung auch hier die Larve abgerissen werde, und er in seiner wahren Gestalt, in seinen wahren Motiven erscheine. Es kommt hier zunächst auf die Aufdeckung eines tief eingreifenden Jrrthums an, auf welchen, falls diese Verhältnisse auf die von der zweiten Kammer in 12* 4 *