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Der Jude · 1833-04-02 · Heft 1 (2.4.1833) · p. Seite 6

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 1 (2.4.1833)
Date
1833-04-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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gerliche und moralische Freiheit, schließt sich, dem dreifachen sittlichen Verhältniß des Menschen zu sich selber, zu den Mitmenschen und zu seinem Schöpfer entsprechend, eine dritte, die religiöse Freiheit an, und diese hat, wie die anderen, obgleich sie alle eine und dieselbe Freiheit sind, ihren besonderen lebendigen Inhalt, mit welchem vereinigt sie erst zu einem wirklichen, beglückenden Gute wird, und dieser Inhalt ist die Religion. So wie es nun nicht möglich ist, von der moralischen Freiheit zu reden, ohne in das Wesen der Sittlichkeit einzugehen, die bürgerliche Freiheit zu vertreten, ohne die Natur des Staates, des Rechtes, des gesellschaftlichen Verbandes zu erörtern und ihr Verhältniß zu dem Glück und der Sittlichkeit der Staatsbürger darzuthun: so scheint es uns auch unmöglich zu sein, das Prinzip der religiösen Freiheit fortwährend gegen alle theoretischen Anfechtungen und praktischen Verletzungen, die es erfährt, zu vertheidigen, ohne einen Standpunkt zu nehmen, der von der Religion, wie von dem Grundsätze der Freiheit, zugleich ausgeht. Wenn auch das zu Grunde liegende besondere Interesse ein Tausend Mal weniger wichtiges und erhabenes wäre, als das der Religion, so würde es dennoch für die Freiheit keineswegs herabwürdigend sein, in dieser Vermählung zu erscheinen: denn das ist gerade ihre Verherrlichung, daß jedes Streben der Verbindung mit ihr bedarf, um einen Werth zu haben. — Uebrigens mag es hier am rechten Orte sein, es zu bevorworten, daß der Herausgeber dieser Zeitschrift vollkommen von der Ueberzeugung durchdrungen ist, daß es um die Vertretung unserer Sache im höchsten Grade schlecht stehen würde, wenn sie nicht mit gleicher und größerer Kraftanstrengung auch auf anderen Wegen, an anderen Orten, in anderen Schriften und Zeitblättern, welche allgemeineren Interessen gewidmet sind, verfochten würde; daß durch die hier sich zusammenfindenden Arbeiten keine einzige anderweitige Arbeit nur im geringsten entbehrlicher gemacht wird: vielmehr ist es bei der Unternehmung dieser Zeitschrift eine der vorherrschenden Absichten des Herausgebers gewesen, in einem bestimmten Mittelpunkte Materialien zu leichter Uebersicht und Benutzung zu sammeln, deren man sich bedienen könne, um das fruchtbare weite Feld der öffentlichen Meinung nach allen Seiten hin fleißig zu bearbeiten. Es ist eine erfreuliche Erscheinung, die sich besonders Ln der letzten Zeit bewährt hat, daß nicht leicht eines der einigermaßen hon netten Organe der politischen Meinung in Deutschland einer würdigen Vertheidigung unserer Sache die Ausnahme verweigert. Ein diesem Zwecke besonders gewidmetes Organ scheint dem Herausgeber dennoch fortwährend aus manchen Gründen zweckmäßig; freilich kann ein solches anfangs nur auf ein beschränktes Publikum zählen; aber die allmälige Erweiterung desselben wird auf eine Erweiterung des Interesses für die Sache schließen lassen, mithin ein reiner Gewinn für diese!be sein. — Wir kehren zu unterer Haupterörterung zurück. Ich kann die Ansicht Derer nicht theilen, die da sagen, die Emaneipationsfrage sei, besonders im Sinne unserer Zeit, so rein politischer Art, sie hange mit der Religion im Grunde so wenig zusammen, daß eine vereinte Behandlung beider unpassend sei und vielleicht selbst von dem Ziele abzusühren drohe. Wir sind unterdrückt, sagen sie, un& wollen dieses Druckes entledigt sein; die Religion, wegen welcher wir es sind, ist für unsere Gegner, wie für die ganze Sache gleichgültig, liegt also ganz außerhalb des Streites. Za, ich habe manchmal, halb im Scherz, halb im Ernst sagen hören: „Wenn wir anstatt unserer Religion, der Farbe unserer Haut oder Haare wegen unterdrückt waren, so würde der Fall und das Unrecht und der Kampf dagegen ganz dieselben sein." Zch hätte wohl Lust, diese Zusammenstellung zu meinem Vortheile zu benutzen und zu fragen: Wenn Zhr aber durch die Benutzung irgend einer Lauge Euch der ungünstigen Farbe entledigen könntet, und die herrschende Farbe dafür annehmen? Zhr würdet es vielleicht nicht rhun, des Prinzips wegen, und würdet Euch der Unterdrückung auf einem konsequenteren' Wege zu entledigen suchen. Würde aber wohl ein solcher Kampf ein ernsthafter, ausdauernder, begeisterter sein? Würdet Zhr die Farbe Eurer Haare des Prinzips wegen wirklich mit Muth, mit Beharrlichkeit, mit Aufopferung vertheidigen? Es mag nun wohl Manche unter uns geben, denen für ihre Person die Frage der positiven Religion nicht viel weniger gleichgültig ist, als die Farbe ihrer Haare, und die doch aus Rechtsflnn, aus w digem

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