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Der Jude · 1833-04-02 · Heft 1 (2.4.1833) · p. Seite 5

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 1 (2.4.1833)
Date
1833-04-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 sucht, wird er ihn durch Tausend begütigende Namen hindurch erkennen! Einen weit größeren Werrh legen wir auf eine andere Einwendung, die mehr der Sache als dem Namen gilt, die auf einer Gesinnung beruht, welche wir von ganzer Seele theilen, und die uns ganz besonders von solchen Männern, dre nur in hohem Grade achten, gemacht worden. Sie geht davon aus, daß das liberale Prinzip, der Grundsatz der Freiheit, der freien Entwickelung aller menschlichen Kräfte und Anlagen so weit über seinen einzelnen Anwendungen, über den einzelnen dabei betheiligten materiellen unb selbst moralischen Interessen stehe, daß es sich gar nicht der Mühe lohne, irgend eine einzelne von jenem Grundsätze.abhängige Sache besonders zu behandeln und zu vertreten, dag daher auch unsere Sache nur in ihrer Verbindung mit den allgemeinen Interessen der Freiheit, mit allen großen politischen. Fragen des Jahrhunderts dargestellt, mithin nur in solchen Schriften und Zeirblätrern, die jenen allgemeinen Interessen und Fragen gewidmet sind, neben den übrigen verwandten Gegenständen behandelt werden müsse. Wenn ich die hier zu Grunde liegende Gesinnung theile, und dennoch der Folgerung, die daraus abgeleitet wird, nicht beistimme, so scheint mir auch diese Abweichung nicht in etwas bloß Aeußerem, sondern in einer bestimmten Ansicht ihren Grund zu haben, von deren Richtigkeit ich nun wiederum meine Leser zu überzeugen versuchen will, - zu welchem Vehufe ich mich aber scheinbar etwas weit auszuholen genöthigt sehe. Die Freiheit ist nicht ein einzelnes, besonderes Gut, welches anderen Gütern und Glückseligkeiten des Lebens an die Seite gestellt werden könnte, welches seinem Begriffe nach andere Bestrebungen ausschlösse oder ihnen fremd wäre; sondern sie ist das allgemeine Erforderniß, die allgemeine Lebensquelle, die alle Güter, allen Werth, alle Freude des Lebens durchdringen muß, die ihnen aller, erst Wahrheit und Bedeutung giebt. Ohne sie oder das Streben nach ihr giebt es keinen Willen, keine Tugend, keine Kraft, keine Liebe, keine Wahrheit; sie ist die Sonne des geistigen Lebens, die alles Lebendige beleuchtet und erwärmt So wie der dürftigste Keim im Schoße der Erde seine Entwickelung von der belebenden Kraft derselben Sonne erwartet, die einem Heere von Sternen ihr stolzes Licht verleiht, so ist es dieselbe Freiheit, nach welcher mächtige Nationen mit der Anstrengung riesenhafter Kräfte ringen, die von einer machtlosen unscheinbaren Religions-Parthei in Anspruch genommen wird, und auf gleiche Weise erwarten beide ihr Heil von ihr. Aber-so wie die Sonne nicht um ihrer selbst willen da ist, so wie sie nichts durch sich und für sich allein ist, so wie sie ein todter Feuerball'im leeren Raume sein würde, wenn sie nicht eine Welt hatte, sie zu beleuchten, eine Erde, sie zu befruchten, Keime, sie zu entwickeln, Früchte, sie zu reifen, lebende Wesen, sie zu erwärmen und zu erfreuen: jo ist auch die Freiheit nichts als ein leerer, todter Gedanke ohne die menschlichen Kräfte, Anlagen und Bestrebungen, die ihrer bedürfen; so erhält auch sie erst Leben und Werth und Bedeutung durch dieselben Dinge, denen sie sie ertheilt. Die moralische Freiheit ist erst etwas durch die Tugend, durch die Pflichterfüllung, die sie möglich macht, - und die sie fordert; sie ist nichts als eilr leerer Abgrund für den Sünder und den Willenlosen. Die bürgerliche und politische Freiheit hat ihre Bedeutung iu dex reinen, warmen Liebe zum Gesetze, zum gesellschaftlichen Bande und zu dem. Vaterlande, das es umschlingt;'— denn sie allein macht für den denkenden Mann auf die Dauer eine solche Liebe möglich; — sie hat ferner >ihre Bedeutung m der Schonung und Aufrechthaltung menschlicher und männlicher Würde, die der Despotismus untergräbt, in der freien Entwickelung jeder Kraft, jeder Fähigkeit, jedes erhebenden Ehrgefühls, welche die absolute Gewalt und die Vorrechte der Geburt unterdrücken; sie hat endlich ihre Bedeutung m der Beförderung des öffentlichen Glückes und Wohlbestndens, zu dessen Förderung sich die Bestrebungen aller wohlgesinnten Bürger ohne irgend eine Hemmung vereinigen, in dessen Erhöhung ein Jeder die höchste Befriedigung seiner Wünsche, so wie in der Anerkennung seiner Verdienste um das öffentliche Wohl das höchste Ziel feines Ehrgeizes sucht: für eine Heerde schwächlicher, würdeloser Egoisten würde jene Freiheit nur von geringem AZerthe sein. An diese beiden Haupt-Richtungey der Freiheit, an die bür-

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