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Der Jude · 1832-04-10 · Heft 1 (10.4.1832) · p. Seite 7

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 1 (10.4.1832)
Date
1832-04-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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spiel eines Lustkampfes gewähren, so können sie doch ihre gute Sache mit ernsten warmen Worten vertreten, die zum Herzen gehen, weil sie vom Herzen kommen; können sie des Sieges der besten Sache nicht immer für den Augenblick sicher sein, weil ihre Gegner, wenn guch von ihrem Unrecht überzeugt, doch in tyum Unrecht verharren, so dürfen sie doch, so lange jene Gegner noch Gründe heucheln, und sich dadurch zu ihrem größten Nachtheil, anstatt sich ohne Umschweife auf die Gewalt, die in ihren Händen ist» zu berufen, dem Urtheil der Vernunft und der Moral unterwerfen, nicht müde werden, jene erheuchelten Gründe zu vernichten. Vor Allem aber werden sie die Stimmung und den Geist wach zu erhalten wissen, deren Kraft und Ausdauer allein den endlichen Sieg der Wahrheit verbürgen. An den Kampf um rechtliche Gleichheit aber schließt sich im engen Bunde noch ein anderes, bedeutsameres Streben an, das wir mit Wenigem bezeichnen wollen. Das gesellschaftliche Recht ist keine äußere zufällige isolirte Erscheinung; es hat seine Quelle im sittlichen Bewußtsein; aus diesem muß es sein Gehalt und die Bürgschaft seiner Dauer entlehnen. Darum kann das Unrecht im Staatsleben sich nicht behaupten, ohne auf das sittliche Bewußtsein selbst eine unlautere Rückwirkung auszuüben. Darum ist die Anerkennung des Menschenrechtes der Ausdruck der Menschenliebe; darum pflegt jedem Unrecht ein Vorurtheil, jeder Unterdrückung eine lieblose Gesinnung zu entsprechen, die sich gegenseitig erzeugen und erhalten. Einst haben Vorurtheil und Lieblosigkeit das Unrecht und die Unterdrückung erzeugt; jetzt werden die ersteren durch die letzteren und um der letzteren Willen erhalten. Denn die Menschen verzeihen das Unrecht nicht, das sie thun, und erschweren es lieber durch Thorheit oder Haß, ehe sie es bekennen. So wollte die gesetzlose Gewalt der Herrscher ihre Quelle mit entweihender Anmaßung in einem himmlischen Ursprünge finden, weil sie sie in der Menschenbrust vergebens suchtez so hat der Adel seine Vorrechte aus eine angeborne höhere MenschenwüÄe/ auf ein tieferes Ehrgefühl bauen wollen; so schlieft sich der Unterdrückung der Juden eine gehässige Gesinnung an, die darum nur um so ungerechter und um so schmerzlicher ist, weil sie den Einzelnen weniger als die Gesammtheit trifft. In dem gewaltigen Kampfe, durch welchen der Genius der Menschheit die hemmenden Schranken seiner Freiheit umzustürzen strebt, ist es immer die innere Verkehrtheit des Grundsatzes, der Gesinnung, es ist der für die Würde des Menschen beleidigende Grundgedanke, gegen den die schärfsten Waffen gerichtet sind, Die Gewalt der Könige von der angemaßten göttlichen Quelle auf einen gesetzlichen Ursprung zurückzuführen, war und ist noch heute das Losungswort der Oppositionen. Weniger gegen seine Privilegien und Immunitäten, als gegen jene verletzende Anmaßung ist die Verstimmung der Völker gegen den Adel gerichtet. So bekämpfen auch wir, indem wir gegen die Unterdrückung streiten, nicht minder die befangene Gesinnung, die theils ihre Quelle, theils ihr Erzeugniß ist. Wenn die Schranken, die Gewalt und Unrecht zwischen die Menschen gestellt, gefallen sein werden, wenn keine Scheidewand mehr den freien Blick unbefangener Würdigung hemmen wird, die der Mensch dem Menschen schuldig ist; dann wird über den Trümmern zerbrochener Fesseln, über dem flammenentblößten Heerde gestillter Leidenschaften die Menschenliebe ein Fest der Eintracht und der Versöhnung feiern. Der Herausgeber, der für seine bisherigen Bestrebungen durch den Anklang, den sie in TMrstnden von Seelen gefunden, überreichlich belohnt, und zur eifrigen Fortsetzung ermuthigt ist, ist selbst noch im Zweifel darüber, ob die gewählte Form eine vollkommen passende ist; erst der Erfolg kann darüber entscheiden. Er wird auf jeden Fall den Versuch bis an's Ende dieses Jahres sortführen. Der Grad der vorhandenen Theilnahme wird dann über das Fortbestehen des Unternehmens in dieser oder einer veränderten Form bestimmen. Es bedarf der Theilnahme in zwiefacher Beziehung; denn, wenn auch der Herausgeber im Stande zu sein hofft, es eine Zeit lang allein im Gange zu erhalten, so ist er doch der Fortsetzung ohne tüchtige Beihülse nicht gewachsen, um welche er daher Diejenigen, die Beruf dazu fühlen, und sein Vorhaben billigen, bittet. Ganzbesonders bedarf er dieser Beihülfe zu dem theologischen Theile des Inhalts, da seine eignen Bestrebungen mehr der Seite des Rechts zugewandt sind, welcher die ersten Blatter ausschließlich gewidmet sein werden, da man-

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