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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-01-28 · 5 (28.1.1925) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
5 (28.1.1925)
Date
1925-01-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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♦ Ole Xibcrofen haben Euch das Wahlrecht gegeben! Also: Wählt liberal! Vier Ä<mM&aten, durch das Vertrauen der jüdischen Handwerkerorgamsationen erwählt, erscheinen auf der Wahlvorschlags' liste der liberalen Partei. Dt er Männer des gewerblichen Mittelstandes, von denen wir wissen, daß sie, unbeirrt um der Parteien Haß oder Gunst, die Rechte des jüdischen Mittelstandes nachdrücklich vertreten werden. Nicht jene Politik wird von ihnen unterstützt, sondern mit aller Schärfe bekämpft werden, die geeignet ist, Zersetzung und Zerrissenbeit in unsere Gemeinschaft zu tragen. Ruf dem Boden gegenseitiger Duldsamkeit und wahrer Toleranz werden sie eintreten für ein geeintes, wahrhaft religiöses Judentum. Am jüdischen Mittelstand wird es am 1. Februar liegen, diese Ideen durch die Mahl der liberalen Liste verwirklichen zu helfen, auf der unsere vier Kandidaten sichen. Der Verband der jüdischen Lelrervereine im Deutschen Reiche umfaßt die Erzieher der Zugend, die die Zukunft Israels bedeutet. Die jüdischen Lehrer wurden stets besonders hochgeschätzt und werden im Landesverband eine bedeutende Rolle zu spielen haben. Denn ihre Aufgabe ist die Verbreitung jüdischen Wissens und zugleich die stetige Weiterentwicklung der jüdischen Religionsgemeinschaft. Darum sagt ihr erster Vorsitzender, Mittelschrrttehrer Heinemann Stern, der verdienstvolle Förderer der Beamteninteressen: Wählt liberal! Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden stellt die preußische Judenheit zum ersten Male vor die Möglichkeit, die der Gesamtheit gestellten Aufgaben in gemeinsamer Arbeit der Parteien und Richtungen zu lösen. Die Wahlen zum Derbandstag werden die Stärke der in der preußischen Judenheit nach Entfaltung ihrer Kräfte ringenden Parteien offenbaren und die Richtung bestimmen, in der die Entwicklung fast der gesamten deutschen Judenheit erfolgen soll. Ais liberaler Jude sehe ich mich für meine Richtung ein, um ihr die Anerkennung wie die Gleichberechtigung neben der konservatioen zu sichern, wobei ich mir wohl bewußt bin, daß nur Veram^ortlichkeitsgefühl und positive Arbeit im Dienste des Judentums uns das Ansehen verschaffen kann, das dem gesetzestreuen Judentum eine zweitausendjährige Aeberlieferung verleiht. Als deutscher Jude bekämpfe ich die national-jüdische Bewegung, die die gegebene Verbundenheit mit der deutschen Volks- und Kulturgemeinschoft zerreißt und dafür eine imaginäre predigt, die meinem persönlichen Empfinden widerspricht und meiner politischen und kulturellen Existenz die Grundlage entzieht. Als Lehrer endlich will ich innerhalb der jüdisch-liberalen Gemeinschaft für die Erfüllung unserer Schul- und Lehrerforderungen Kämpfen, weil ich mich der Einsicht nicht verschließen kann, daß diese Notwendigkeiten nur in der Zusammenarbeit mit der großen Mehrheit dek'pnevßischen IudeO« Mb MeÜiWtLnMdd^ Sicherung gelangen können. Oer Allgemeine Deutsche Kantorenverbanb hat es sich zum Ziel gesetzt, seine Mitglieder sozial zu stützen und kulturell zu fördern. Der Kantor ist derjenige, der dem Gottesdienst durch seinen Vortrag Weihe verleiht. Darum müssen die Kantoren der liberalen Partei ihre Stimme geben: denn diese allein Hut dem Vorbeter seine hohe Stellung eingeräumt, indem sie die Wichtigkeit einer würdigen Durchgestaltung aller jüdischen Gottesdienste als erste erkannt und immer wieder gefordert hat. Das Vorstandsmitglied dieser deutschen Kantorenvereinigung, Obsrkanior Hermann Zivi sagt: Wählt liberal! Wenn die preußische Judenheit demnächst zu dem von ihren Männern und Frauen erstmalig gewählten Parlament zusammentritt, dann wird es sich nicht zuletzt auch darum handeln, welche Stellung die alle Derhältnlsse jüdischer Gemeindeangelegenheiien umfassende Körperschaft zu uns Kantoren einnimmt, zu uns Beamten, die berufen find, neben den Rabbinern die Träger des jüdischen Gottesdienstes zu sein. Was wir nach dieser Richtung hin von der .jüdischen Volkspartei" zu erwarten haben, ist hinreichend formuliert in den bereits erfolgten Publikationen, wo in geradezu beleidigender Weise von dem Kantorenberuf gesprochen wird, „der oft nur professionelle Müßiggänger züchtete". — Es soll wohl richtig sein, daß es in allen Berufen Müßiggänger gibt, warum nicht auch im Kantorenberuf? — Wer aber so verächtlich und verallgemeinernd von einem heiligen Berufe spricht, wie es der Verfasser des volksparteilichen Elaborates getan hat, der verrät, ohne ein Mißverständnis aufkommen zu lassen, daß die Mentalität der von ihm vertretenen Richtung für uns Kantoren schlechte Aussichten prognostiziert, insbesondere gar dann, wenn in Zukunft der Kantorenberus „vielleicht nur neben- oder ehrenamtlich" ausgeübt wird. Was das für die Praxis unseres synagogalen Lebens im allgemeinen sowohl wie im besonderen zu bedeuten hat, vermag ohne weiteres ein jeder zu erkennen, der von dem bedauerlichen Irrtum, das jüdische Ghetto in allen seinen Formen wieder aufzurichten, noch nicht ganz erfaßt ist. Was demgegenüber die auf dem Boden der „Religionsgemeinde" stehenden Parteien betrifft, so haben wir keinen Grund, auch nur anzunehmen, daß die .^Orthodoxie" irgendwie daran denke, unsere Bedeutung für das jüdische Gemeindclebrn in Frage zu stellen. Was uns von der Orthodoxie trennt, betriff! die Stellung jedes einzelnen auch innerhalb unseres Kreises zu denjenigen Wesenheiten jüdischer Lebensauffassung, die, weil sie das letzte aller Probleme berühren, für uns Kantoren ohne parteipolitische Wirksamkeit geblieben sind und auch fernerhin zu bleiben haben. Wer natürlich als Kantor das Prinzip der Kunst evolutionslnühig auch auf dem Boden der religiösen Betätigung propagiert, für den ist innerhalb der Orthodoxie kein Raum. Jedenfalls wirb er von der Orthodoxie in seiner künstlerischen Entwicklung stark gehemmt werden. Freie Entfaltung dagegen auf allen Gebieten des jüdischen Lebens gewährleistet der religiöse Liberalismus. Freie Entfaltung der Jndioidualitüt, nicht in schrankenloser Willkür, aber offen und ehrlich in dem Bestreben, dem natürlichen Gang der Entwicklung hemmungslos den Weg zu bereiten. Der religiöse Liberalismus, der nur eine jüdische „Religionsgemeiade" kennr, verwirft und bekämpft die „jüdische Volkspartei" zielbewußt auch in unserem Interesse, insbesondere dem gerade nicht hoffnungsvollen Bestreben gegenüber, eine quantiu* negligouble aus uns zu machen. Das Programm des religiösen Liberalismus sagt es ganz deutlich in dem dritten Punkt seiner Pvstukite: „Der Landesverband muß sich dafür ein setz cn, daß Rabbiner und Lehrergeistig unabhängig und wirtschaftlich gesichert d a st e h e n. Für alte G e m e i n d e b e a m t e n muß im Rahmen eines zeitgemäßen Beamt er: - rechtes die materielle Sicherstellung verbürgt . werden." '' T LchiMa'f spll fortan dem Preußischen Landesverband: jüdischer Gemeinden üddljtwortet werden. Wer es mit sich und dem Kantorenstande gut mein!, der wird am 1. Februar wissen, welche Liste er nach alledem zu wählen hat. Die . Deutsch «jüdische Jugendgemeinschast ist eine Vereinigung von jungen jüdischen Menschen, die sich ihre Verbundenheit mit dem deutschen Vaterland nicht rauben lassen wollen. Auch der jüdische Liberalismus kämpft für die Erhaltung der Verknüpfung des deutschen Juden mit deutscher Kultur und deutscher Sitte, und er kämpft Seite an Seite mit der deutsch-jüdischen Zugendgemeinschaft für die Heranziehung der jungen 3uden zum Gemeindeleben und zum preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Bei dessen Wahl am ll. Februar sollte deshalb kein selbstbewußter junger Jude versäumen, seine Stimme zugunsten der liberalen Listen in die Wagschale zu werfen. Vr. Ludwig Ließ, das Vorstandsmitglied der deutsch-jüdischen Zuaendgemeinschaft, sagt: Wählt liberal! Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden wird b.i e Ausgaben zu erfüllen Haben, die e? sich stellt. Diese Möglichkeit ist ihm nach der bestehenden Verfassung von 1622 gegeben. Es gibt Parteien und Gruppen, die ein Interesse daran haben, die B<- deulung des Landesverbandes ins Große. Weltpolitische zu projizieren. Wir wollen die Dinge nicht klein betrachten, aber auch nicht künstlich vergrößern. Wie der Landesverband aber auch zusammengesetzt sein wirb, unter allen Umständen werden die Fragen des Anierrichls und der Erziehung der jüdischen Jugend in Deutschland zu seinem Aufgabenkreis gehören. Wie er diese Arbeit gestaltet, wird von seiner Zusammensetzung abhängcn. Mit Recht erhebt daher die deutsch-jüdische Jugend Anspruch darauf, in diesem Verbände vertreten zu sein und an der praktischen Arbeit teilzunehmen. Die deutsch-jüdische Jugend fordert die Erhaltung der jüdischen Reiigionsgemelnden in Deutschland. Sie fordert eine bessere jüdische Erziehung der Jugend, Vettiefung der Kenntnis',e des Hebräischen, der Sprache unserer Bibel und Gebete, Verbesserung der Aeligionsschuien und des Religionsunterrichtes. Die deutsch-jüdische Jugend erwariei, daß die Religionsgemeinden durch ihre Zusammenfassung im Preußischen Landesverbände in neuem Geiste mit Unterstützung und durch Forderung der deutsch-jüdischen Jugrndverbände diese praktischen Ausgaben erfüllen werden. Mit den Worten des großen Philosophen und Führers im deutschen Judentum, Hermann Cohen, sagen wir aber: „. . . die Forderung der hebräischen Sprache, als der allgemeinen Sprache alles Geistigen, ist eine Einschränkung des geistigen Horizontes und schlechthin eine Unwahrhaftigkeit des Kulturbewusziseius." Darum lehnen wir auch die hebräische Allgemeinschuie und die „Hebraisierung" der Jugend, die erst kürzlich wieder ein Führer der „jüdischen Volkspartei" forderte, ab. Man ist in diesem Lager heute sehr empfindlich geworden und möchte — in wohlberechneter Spekulation auf die Unwissenheit der Wählermafsen — an die alten Forderungen * nach nationaler Autonomie und „Volksgemeinden" nicht erinnert werden. Ja, man bezeichnet diejenigen als „illoyal", die sich er» lauben, gegen diese Ziele der „jüdischen Bolkspartei" Stellung zu nehmen, die klar und deutlich in dem „zionistischen Handbuch", dessen ossizieiler Charakter woh'. nicht destrüten werden kann, dargeiegt sind. Die Jugend, soweit sic in irgend einem Zusammenhänge mit der Jugendbewegung steht oder aus ihr Kraft gezogen hat, stellt an die Spitze ihrer Forderungen die der Wahrhasiigkeii. Offenheit und Klarheit verlangen wir deshalb auch von unseren Gegnern, selbst im Wahlkampfe. Die zionistische Jugend in Deutschland hat, wenn auch leider nicht immer in ihren Werbemethoden, so doch im Programm diese Offenheit bekundet. Erst vor wenigen Monaten kennzeichnetc ein bekannter zionistischer Jugendführer die Bedeutung der. zionistischen Jugend für die Verwirklichung des national-jüdischen Programms mit den Worten: .. Bedingt doch ein zionistischer Einsatz der Jugend ein wirkliches Lösen von der Umwelt,. Es würde zu weit führen, im Rahmen dieser kurzen .Hemerkungen noch weitere Einzelheiten anzuführen, an Hand ddt Äöbeit und des Programms gerade der national-jüdischen Jugendbewegung das Erziehungsprogramm der „jüdischen Volksparte:" zu erläutern, zu zeigen, daß man heute als „jüdische Volkspartc-i" nicht wahr haben will, was man dis dahin ats „Parke! des jüdischen Volkes" immer und immer wieder vertreten hat. Die deutsch-jüdische Jugend aber, die nicht die Loslösuug von der deutschen Amweil erstrebt, muß um ihrer eigenen Zukunft willen gegen die Verwirklichung der jüdisch-volksparteilichen Ziele durch den Landesverband Kämpfen. Diese Bedeutung der kommenden Mahlen muß sich jeder junge deutsche Jude klar machen und für Klarheit in den eigenen Reihen sorgen. Jeder muß innerhalb der bestehenden Gruppen sich nach seiner religiösen Einstellung entscheiden. Alle, die für eine lebendige Gestaltung jüdischer Religiosität eintreten, die auch für religiöse Gedanken und Formen eine steie Bewegung und Entwicklung anerkennen, müssen ihre Stimmen für die liberalen Listen abgeben. Aber nicht nur, wer selbst seine Stimme abgibt, hat seine Pflicht getan, sondern nur der, der dafür sorgt, daß keine Stimme cnn 1. Februar verloren gehl! <£ia verpfuscht Leben? Infolge Raummangels durch die Wahlangelegenheilen kann die Fortsetzung erst in der nächsten Woche veröffentlicht werden. Die Redaktion. ' Nathan der Weise. Bon Cläre Loewenstein. 3d) möchte, weiser Nathan, deine Nähe Heraufbeschwören aus dem Schattenland, Daß unser Auge dich lebendig sähe, Wie einst des Dichters Phantasie dich fand! And wie den töricht Streitenden du klar Gekündet hast die sinnige Legende, Daß jeder der drei Ringe echt und wahr. Wenn handelnd ihren echten Sinn man fände: So wünsche ich, du edler Mann des Rechts, Du ständest hier in deiner Abgeklärtheit And kämpftest in dem Lage? des Gefechts Voll Weisheit gegen Welten der Verkehrtheit! Da sind in unsren Reihen jene Strengen, Die Altes, Angestammtes zäh' verfechten. Die starr, unbeugsam am Gesetze hängen, Zelotisch jede and're Richtung ächten. And wenn, vom Hochmutsdünkel sie umgarnt, Sich ob der Echtheit ihres Ringes blähen. Du hättest, weiser Nathan, sie verwarnt: „Nicht Talmi sollt ihr fremdes Kleinod schmähen. Denn eures Ring's und eures Ringens Klarheit Wird jäh getrübt vom hellen Glanz zur Wehmut, Wenn ihr den Kampf um heilig-hohe Wahrheit Nicht kämpft m Duldsamkeit und Seelendemut!" 3m Herzen fragen Schwärmer heiße Flammen Der großen Sehnsucht, die wie Lava brennen. Nach dem geweihten Land, aus dein wir stammen. Das sie Erfüllung uns'res Volkes nennen. Wohl trägt auch ihr Ring reinen Echtheitsstempel, Doch wenn man schroff das Bruderband zerreißt. Mit denen, die durch Sprache, Heim und Tempel Dem Lande der Geburt sind fest verschweißt, Zu jenen würde Nathan milde sprechen: „Der Ring ist echt, wie's Feuer eures Mutes, Doch hütet euch, des Kleinods Glanz zu brechen. Durch Streit und Zwist mit Brüdern eures Blutes!" Die freien Geistes in die Dinge schauen And denen tote Formen wenig geben. Sie mögen selbst den Weg zu Gott sich bauen, Am ihn im tiefsten 3nnern zu erleben. Doch wenn die Sache der Gemeinschaft sie verneinen, Es meiden, sich dem Ganzen treu zu schenken And dann trotz ihres lauen Sinnes meinen, Ihr Ring sei echt, Symbol von klarem Denken, Du würdest, Weiser, rechte Worte finden: „Der Ring ist echt, als echt er stets euch gelte. Doch wehe! Seine Leuchtkraft wird erblinden Durch eure Lauheit, Lässigkeit und Kälte!" Vielleicht wird, Nathan, deines Geistes Hauch Durch Raum und Zeiten dennoch einst verspürt, And unser ringendes Geschlecht dann auch Von deines Wortes Hoheitswert berührt: „Der Menschlichkeitsgedanke soll versöhnen, Das Aneinssein macht kraftlos euch und müder, E i n Vater gab die Ringe seinen Söhnen, And da ihr Brüder seid, so werdet Brüder!" Das tägliche Brot der alten Zsraeliten. Von W i! h. W ö l k e r l i n g. Brot und Fleisch gehörten vom Beginn des menschlichen Geschlechtes an zu notwendigsten, unentbehrlichsten Bedürfnissen des täglichen Lebens, weshalb auf deren Herstellung und Zubereitung von Anfang an ein großes Gewicht gelegt wurde. Es fanden darum auch schon zur Zeit der Erzväter die Früchte des angebauten Getreides vielfach Verwendung, welche anfänglich mit den Aehren am Feuer nur geröstet und als Sangen verzehrt wurden, wie wir diese Sitte noch heule bei einigen umherziehenden Araberstümmen finden. M'raham dürfte mit der Bearbeitung des Getreides und seiner Früchte schon vollständig vertraut gewesen sein, wie denn auch besten Frau bereits einen vorzüglichen Kuchen zu backen verstand. Allgemein schnitt man das reife Korn zuerst mit der Sichel, stellte es in Haufen zusammen und hülsete es gleich auf. einer dazu besonders geebneten Stelle des Ackers, der Tenne» mittels darüber gehender Rinder oder des Dreschwagens aus. Derselbe glich einer schweren, mit Metall beschlagenen Walze, welche von Ochsen im Kreise herumgezogen wurde. Das so gewonnene Korn erfuhr dann seine wirkliche Reinigung mit der Wurfschaufel, durch welches Verfahren sich die wertlose Spreu absonderte. Viele Mühe bereitete die Herstellung des Mehles auf der Handmühle. In der Regel lag diese zeitraubende Arbeit den dienenden Mägden ob. Je zwei gehörten dazu, den oberen, innen ausgehöhlten Stell: auf einer gleichartigen Unterlage au zwei hölzernen Handgriffen im Kreise zu drehen und dadurch die ins Loch geschütteten Körner

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