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KC-Blätter · 1927-04-01 · Heft 2 (April 1927) · p. Seite 23

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Journal
KC-Blätter
Volume
1927
Issue
Heft 2 (April 1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 23 (sequence 11)
Language
German
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23 Bücher- und Blötterscfiau K.C.-Grschich1e. K. C.-Geschichte kann sehr verschieden geschrieben werden. Das beweist eine Artikelreihe, die vor einiger Zeit iit der Zeitschrift „NaumburgerD.C.", dem Organ des Naumburger Delegierten-Convents (Verband der landwirtschaftlichen Korporationen an deutschen Hochschulen) veröffentlicht worden ist und über den K.C. folgendes zu berichten wußte: „Die deutschen Studenten jüdischen Glaubens umschließt der am 8. August 1896 gegründete K. C. Cr verwirft die Bestimmungsmensur. Der Hauptzweck ist Kampf gegen den Antisemitismus und die Erziehung der Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die jederzeit bereit sind, für die gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Der K. C. lehnt den Zionismus ab und will die Juden Deutschland erhalten. Bekannter ist der K. C.er Dr. Haas geworden, der demokratische Abgeordnete, der seinerzeit die Marburger Zeitfreiwilligen als „Lumpenhunde" bezeichnete. Verbandsblatt sind die K. C.-Blätter." Doch muß mit Befriedigung festgestellt werden, daß andere Verbände, wie z. B. der Kösener S. C.. in ihrem Handbuch versuchen, über Geschichte und Wesen deS K.E. einen objektiveren Ueberblick zu geben. Leider trägt aber der K. C. an unvollständigen Darlegungen seines Wesens und seiner Geschichte zum erheblichen Teil selbst Schuld. Oft wurde es schon als Mangel empfunden, daß jegliche Geschichte des K.C. fehlt. Was hierüber existiert, sind verschiedene Aufsätze in den K.L.- Blättern. ist eine kleine Schrift, di« der K. C. einmal zu Werbezwecken herausgegeben hat. Aber da die Aufsätze immer nur Teilprobleme behandeln können, die Broschüre als Werbemittel nur elnen ganz flüchtigen Ileberblick geben kann, blieb die Frage der ft. ^.-Geschichte ungelöst. Noch wenige Tage vor dem letzten ft. L.-Tag mußten wir in dem Geleitwort zu den ft.E.-Blättern vom Oktober 1926 darauf Hinweisen und folgendes schreiben: „Gerade darum hätten wir gewünscht, zum 30 jährigen Jubiläum deS ft. ff. eine Verband-- geschichte vorlegen zu können, die die heutige Lügend lehrt, wie der Verband entstanden und wie die wechselnden Ideen in ihm nach Ausdruck rangen und ihre Lösung fanden, und die den Alien noch einmal die Vergangenheit vor Augen führen und Verständnis für di« neuen Probleme bringen könnte» im Wand«! der Zeiten das Einigende weisend. Leider muß diese Arbeit der Zukunft vorbehatten bleiben. Zu starke Lasten des Alltags hindern die Wenigen, die diese Arbeit leisten können, an ihrer Verwirklichung." Und doch war damals bereits das Werk dem Ende naher gekommen als wir gedacht; denn als wir in Breslau eintrafen, erhielten wir eilt stattliches Heft mit dem Titel: „Viadrina suspenso! Vivat Thuringia!", das Kbr. Dr. Ernst Frankel (Thur.) verfaßt hatte und das nicht ohne weiteres erkennen läßt, daß sich hinter diesem Heft mehr verbirgt als eine Festschrift zum K. C.- Tag. Festschriften zu Verbindungsjubiläen sind wir gewohnt. Wohl die meisten unserer K. C.- Verbindungen haben zu den 25- und 30jährigen Jubiläen, die sie feiern dursten, Festschriften herausgegeben, in denen sie versuchten, die Geschichte ihrer Verbindung zu schreiben. Um eine solche Verbindungsgeschichte handelt es sich hier aber nicht. Schon eine kleine Aeußerlichkeit beweist es. Von 58 Seiten sind allein 39 der Vorgeschichte der Thuringia gewidmet. Es werden hier zum ersten Male mit bemerkenswerter Genauigkeit. mit souveräner Beherrschung der Literatur, in flüssigem Stil die Entwicklung des K.C. und die Motive seiner Entstehung geschildert. in einer Weis«, die auch jeden K.C.er fesselt. Ls war selbstverständlich und hätte den Rahmen, der dem Verfasser gezogen war. gesprengt, daß unterlassen werden mußte, darüber hinaus auch die geistige Entwicklung im K. C. mit der Feinheit und Ausführlichkeit zu schildern, mit der FrLnkel sich den Anfängen der Entwicklung, den ersten 12 Jahren der ft.C.-Arbeit. gewidmet hat. Aber diese Arbeit erschien auch darum nicht notwendig, weil hier die Arbeit eingreift, di« zu früherer Zeit in den Aufsätzen der K. L.-Blätter und in den einzelnen Verbindungsgeschtchten geleistet worden ist. Der Grundstein für eine tatsächliche K. E.-Geschichte, wie wir sie uns alle wünschen, ist mit dieser Schrift gelegt worden und wenn wir eines an ihr kritisieren können, so ist es. daß die Itederschrift, die ihr gegeben wurde, nicht verrät, welch dauernder Wert in dieser Arbeit steckt. LS wird Ausgabe des ft.E. sein, tnifür zu sorgen, daß auf dem Grundstein, der hier gelegt wurde, recht bald wettergebaut wird, daß dt« Gesamtgeschichte des Verbundes mit gleicher Liebe, mit gleicher Klarheit und mit gleicher Genauigkeit jedem K.C.er. aber auch jedem» der dem Verband fernsteht. beweist, welche Arbeit der K.C. in den 40 Jahren seine- Bestehens geleistet hat. H.B.

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