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KC-Blätter · 1927-04-01 · Heft 2 (April 1927) · p. Seite 24

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Journal
KC-Blätter
Volume
1927
Issue
Heft 2 (April 1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 24 (sequence 12)
Language
German
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24 „Der Morgen", Zweimonatsschrift, herausgegeben von Prof. Dr. G o l d st c i n Darmstadt, Philo-Verlag, Berlin. Zum Beginn des dritten Jahrgangs. Das erste „Morgen"°heft des dritten Jahrgangs ist besonders reich an wertvollen Beiträgen. Zwei von ihnen seien zuerst genannt, weil sie den bisherigen Thcmenkrcis des „Morgen" nach der wirtschaftswissenschaftlichen Seite hin erweitern. Gerhart Buer: „Die Stellung der Juden in der deutschen Metall- und Eisenindustrie" und Ernst Landsberg: „Die Inden in der Textilindustrie". Es sollen in der Folge in jedem Heft solche Beiträge zur wirtschaftlichen Lage der Juden in Deutschland erscheinen, uni ein von Vorurteilen ungetrübtes Bild der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Juden zu gewinnen. Beben dem Herausgeber hat sich der bekannte Volkswirtschaftler und Soziologe Dr. Norbert E i n st c i n in Berlin in der Anregung dieses Planes und als Berater bei der Durchführung besondere Dienste erworben. Ein christlicher Studicnrat, Dr. Müller- Claudius. behandelt das Problem, das alle jüdischen Eltern angeht: „Das jüdische Kind in der ch u l c". Hier spricht ein seelisch feinfühliger Pädagoge die leise Tragik aus, die über dem Schulschiäsal des jüdischen Kindes liegt, indem er. vorsichtig deutend. Tatbestände aufdeckt, die im Wesen der Schulumwclt und des Kindes liegen. Der Verfasser klagt nicht an — er legt nur dar, allerdings in einer auch sprachlich so eindringlichen Weise, daß er das Gewissen der Lehrer und Leser weckt, ^um Verständnis des vorliegenden Problems hat dleser Aufsatz entscheidende Bedeutung. B u d o l f Hallo lKassel), ein Weggenosse von Franz Rosenzweig, schreibt über den Psalter. Was bedeutet er als Ganzes inmitten der Bibel? Welche Motive bewirkten seine Einteilung, seinen der Thora nachgebildeten Aufbau? Hallo wirft Fragen auf, die. über alles Philologische und Gelehrte hinausweisend, an die letzten religiösen Strafte uns.-es Schrifttums rühren. Ern st Jacob (Saarbrücken) gibt den Schlußteil seiner Arbeit über Rat Henau. Alles, was sich in Schriften und Briefen RathenauS über sein Verhältnis zum Judentum, zum Zionismus und zum Deutschtum findet, wird dem Leser mit verdienstlicher Uebersichtlichkeit dargelegt. — E r n st Alt» k i r ch. ein vor einigen Monaten verstorbener Spinoza- Forscher, dessen wertvolle Arbeiten in dem bekannten philosophischen Verlag von Felix Meiner <Leipzig) erschienen sind, behandelt „Die Freunde Spinozas". Angesichts der Einweihung des Spinoza.Hauses im Haag — einen Bericht darüber von F. S ch l e r a t h enthält das vorliegende Heft ebenfalls haben diese Ausführungen eine besondere Alinalitük. Sie zeigen, wie wenig die Freunde sich der Größe Spinozas bewußt waren, wie wenig sie Sorge trugen, daß sein Bachlaß und seine Briese der Bachwelt überliefert wurden. B e r n d t Gütz, ein Berliner Pshchiater. gibt in einem Aussatz: ..A nalytische Darstellung der Srüunu und Träumer i m 'Alten T e lt a m e n »" eine Ttzpenlehre der in der Bibel vorton,menden Träume. Mit der durch den Gegenstand gebotenen Ehrfurcht zeigt der Verfasser, wie auf diesem Gebiet die Bibel schon alles sachlich Bedeutsame in ihrer klassische» Gegenständlichkeit zum Ausdruck gebracht hak. - Schließlich sei noch aus einen Austatz von Julius Goldstein dingewiesen: ..D ie Irrt üm er der Völkische n". der. ob er gleich geichloslen und für sich verständlich ilt. als süttire Fortsetzung des Themas: „Völkischer Antisemitismus"^» gelten hat. Goldstein weist in diesem Aufsatz historisch und prinzipiell nach, wie die Völkischen den Begriff des Volkstums für ihre antisemitischen Zwecke verengen und dadurch den Unterschied von Natur und Geist verwischen, ohne den alle Werte der höheren Kultur ihren Sinn verlieren. — Eine Arbeit von Herbert Loewe von der Universität Oxford über „Gaspar da Gama", einen jüdischen Sceaoenteurer aus dem Zeitalter der Entdeckungen, eine Besprechung von Rudolf Hallo über die Darmstädter Ausstellung des bekannten Offenbacher Meisters Rudolf Koch, sowie eine Reihe von Buchanzeigen beschließen das inhaltsvolle Heft dieser Zweimonatsschrift, die sich zu ihrem geistig interessierten Leserkreise auch in diesem Jahre sicher neue Freunde erwerben wird. Heinsheimer, Typische Prozesse, ein Zivilprozcßpraktikum, zum Gebrauch bei akademischen Uebungen und zum Selbststudium, 7. vermehrte Auflage, Verlag von Otto Liebmann, Berlin, 1927, kart. 3,50 M. Das bekannte Zivilprozeßpraktikum von Heinsheimer liegt nunmehr in der 7. Auflage vor. Wie bereits in der Auflage von 1925 ist auch diesmal Heinsheimer von dem Gesichtspunkt ausgegangen, den Stoff des Prozeßrechts dem Studierenden durch Anschaulichkeit näherzubringen. Außer den zusammenhängenden Prozeßbildern, die die einzelnen Prozeßstadien vorführen, werden in einem zweiten Teil noch Aufgaben aus allen Gebieten des Zivilprozeßrechts gebracht, deren Zahl von 128 auf 150 vermehrt worden ist. Da Heinsheimer eS verstanden hat. die Auswahl der Fälle so zu gestalten, daß dem Studierenden eine Einführung in den Prozeß als Ganzes geboten wird, kann man dem Büchlein neben der Zahl der alten noch viele neue Freunde wünschen. W. S. M. Die Justiz. (Verlag Dr. WaltherRothschild, Berlin- Grunewald.) Aus dem Inhalt des Aprilheftcs interessieren die kritisch-juristischen Betrachtungen von zwei politischen Prozessen in ganz besonderem Maße. SenatSprasident am Kammergericht Ä. Freymuth bringt ein« zusammenhängende geschichtliche Darstellung deS Falles Fechenbach. der im Oktober 1923 vom Volksgericht in München zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, später aber nach einigen Jahren Zucht, baushaft wieder entlassen wurde. Freymuth dringt die ganze Vorgeschichte und den Gang deS Prozesses und kommt abschließend zu dem Urteil, daß in geschichtlicher Perspektive daS Urteil gegen Fechenbach und Genossen dieselbe Würdigung erfahren wird wie das Urteil preußischer Richter im Jahre 1837 gegen den Studenten Fritz Reuter. — Rechtsanwalt Heine. Berlin, schreibt über die Buchhändler- und Druckerprozesse vor dem Reichsgericht: „Jetzt hat die verständnislose Judikatur deS Reichsgerichts eS glücklich dahin gebracht, daß sich eine 'Einheitsfront der Verleger. Buchdrucker und Buchhändler gebildet bat kvom letzten Hilfsarbeiter dis zum Chef), der politischen und Unterhaltungsblatter. der Schriftsteller und bildenden Künstler, die sich gegen die Justiz im allgemeinen und gegen daS oberste Gericht besonders wendet. Diese Bewegung muß'schließlich Schriften zugute kommen, die es iyrein Werte nach wahrscheinlich nur teilweise verdienen." Heine fordert einen Ausbau des jetzigen A 31 des Str. G.. eventnell durch einen Initiativantrag der Parteien des Reichstags. — Besonders hervorzubeben ist ferner noch eine Zusammenfassung der großen freirechtlichen Resormgedanken durch Ernst Fuchs, Kartsrude: „Gesetz zur Förderung einer volkstümlichen Rechtspflege. Entwurf neblt Begründung", Kr*»ftrut: D». C*nna.ui «ntdl. «nttn. - SnU>a: »dU»-«n1uo «niui tmtf: D ft«U4«nlflV «etttn 4««

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